Inhaltsverzeichnis
„Iranisches Regime richtet zweiten Demonstranten hin“

In Iran ist nach Angaben der Staatsmedien ein zweiter Demonstrant im Zuge der systemkritischen Proteste hingerichtet worden. Der wegen „Kriegsführung gegen Gott“ angeklagte Madschid-Resa R. wurde am Montag in der Stadt Maschhad im Nordosten des Landes öffentlich gehängt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
Der Mann soll während der Proteste im November zwei Mitglieder der berüchtigten paramilitärischen Basidsch-Miliz mit einem Messer getötet und vier weitere Menschen verletzt haben. Den Angaben zufolge war er am 19. November festgenommen worden, als er versuchte, das Land zu verlassen. Das Gericht hatte ihm „Kriegsführung gegen Gott“ vorgeworfen und ihn zum Tode verurteilt.
Am vergangenen Donnerstag war der Rap-Musiker Mohsen S. hingerichtet worden. Auch ihm war vorgeworfen worden, ein Basidsch-Mitglied mit einer Waffe angegriffen, Schrecken verbreitet und eine Straße blockiert zu haben. Seine Hinrichtung wurde im In- und Ausland scharf verurteilt.
Medienberichten zufolge hat die iranische Justiz bereits mehr als 20 Todesurteile gegen Teilnehmer der Proteste verhängt, die sich gegen das System der Islamischen Republik richten. Trotzdem gingen die Proteste in Städten im ganzen Land weiter. Auch am Sonntag gab es wieder Protestaktionen.
Nach Recherchen von Amnesty International sollen iranische Sicherheitskräfte bei der Niederschlagung der landesweiten Proteste mindestens 44 Minderjährige getötet haben. Die Behörden zwingen die Familien demnach zum Schweigen. 34 der Kinder wurden mit scharfer Munition ins Herz, in den Kopf oder in andere lebenswichtige Organe getroffen, heißt es in dem Bericht. In mindestens 13 Fällen haben die Behörden die Angehörigen zu schriftlichen Stellungnahmen oder Videoaufnahmen gezwungen, in denen sie die Sicherheitskräfte von jeglicher Schuld am Tod ihrer Kinder freisprechen mussten. Informationen von Amnesty International deuten darauf hin, dass Angehörige willkürlich festgenommen wurden, dass ihnen damit gedroht wurde, die Leichname der Kinder an einem unbekannten Ort zu begraben, und dass den Eltern damit gedroht wurde, sie oder Geschwisterkinder zu töten, zu vergewaltigen, festzunehmen oder anderweitig zu schädigen.
Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, vergessen Sie nicht, ihn mit Ihren Freunden zu teilen. Folgen Sie uns auch in Google News, klicken Sie auf den Stern und wählen Sie uns aus Ihren Favoriten aus.
Wenn Sie an Foren interessiert sind, können Sie Forum.BuradaBiliyorum.Com besuchen.
Wenn Sie weitere Nachrichten lesen möchten, können Sie unsere Nachrichten kategorie besuchen.