John Healey: Wer ist der neue britische Schatzkanzler?

John Healey: Wer ist der neue britische Schatzkanzler?

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Dass John Healey der Finanzminister (Schatzkanzler) des neuen britischen Premierministers Andrew Burnham geworden ist, hat im politischen Westminster überraschtes Erstaunen hervorgerufen. Dabei hatte Healey in seiner bisherigen politischen Laufbahn schon viel mit fiskalischen Fragen zu tun. Zu Zeiten Tony Blairs, der von 1997 bis 2007 Premierminister war, war Healey insgesamt fünf Jahre lang auf der zweiten Ebene in verschiedenen Rollen im Schatzamt tätig. Die Überraschung hatte eher mit seiner persönlichen Auffassung von politischer Arbeit zu tun.

Healey zählt zu den stillen Größen im britischen Politikbetrieb. Er verzichtet auf die Methode, eigene politische Wünsche oder persönliche Ambitionen über halblaute Hintergrundrunden oder gezielte Indiskretionen  voranzutreiben. Der groß gewachsene, knochige Mann aus Yorkshire geriet einst über sein Interesse für sozialpolitische Themen in die Labour-Partei. Sein Vater war in der Verwaltung des englischen Gefängniswesens tätig, Healey wurde nach einem Studium der Sozial- und Politikwissenschaft in Cambridge Lobbyist einer Initiative für Behindertenrechte.

Von der Gewerkschaft in das Kabinett

Er wechselte nach einigen Jahren als Kampagnen-Manager zum Gewerkschaftsbund TUC, bevor er 1997 mit 37 Jahren erstmals ein Unterhausmandat gewann. Es war die Wahl, die Tony Blair ins Amt brachte. Healeys erster Job im damaligen Regierungsgefüge war der Posten des Parlamentsassistenten des Schatzkanzlers Gordon Brown.  Nach seiner Zeit im Finanzministerium verbrachte er mehrere Jahre im Ministerium für lokale Angelegenheiten, bevor er Minister für Bauen und Wohnen wurde – sammelte also Erfahrungen in jenen Ressorts, in denen Burnham jetzt politische Schwerpunkte setzen möchte.

Als Labour nach 14 Oppositionsjahren im Sommer 2024 an die Macht zurückkehrte, tauchte Healey als Verteidigungsminister in der Kabinettsriege wieder auf.  Trotz seiner Loyalität gegenüber allen, in ihrer politischen Richtung sehr unterschiedlichen Labour-Chefs hat Healey sich nie als Parteisoldat gesehen. In der wöchentlichen Premierminister-Fragestunde im Parlament, in der die Kammer bis zum Bersten gefüllt ist, verzichtete er stets auf den ihm zustehenden Platz auf der vorderen Regierungsbank. Stattdessen stand er lieber zwischen anderen Hinterbänklern beider Fraktionen im Gang, die Arme verschränkt, unabhängig, auf sich gestellt.

Als er nach monatelangem Tauziehen nicht genügend Finanzmittel für die mittelfristige Rüstungsplanung erhielt, erklärte er vor zwei Monaten unvermittelt seinen Rücktritt. Premierminister Keir Starmer sei nicht fähig, und dessen Schatzkanzlerin Rachel Reeves sei nicht willens gewesen, die notwendigen Milliarden umzuschichten, sagte Healey. Nun muss er selbst sehen, wie er das schafft.

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