
Am 26. März wird das futuristische Apartment versteigert, in dem Karl Lagerfeld bis zuletzt lebte. Das Startgebot liegt bei 5,3 Millionen Euro. Eine Wohnungsbesichtigung im siebten Arrondissement von Paris.
Was für ein Blick! Unten die Uferstraße, von der hier oben im dritten Stock nicht allzu viel zu hören ist; an der Mauer zum Ufer die Bouquinistes, die Buchhändler, mit ihren Holzverschlägen; hinter der Seine der Louvre – durch die Seiteneinfahrt des Museums kann man fast bis zur Glaspyramide von Ieoh Ming Pei im Innenhof schauen. Der Blick nach rechts geht hinüber zu Notre-Dame, der Blick nach links über die Tuilerien hinweg bis zum Grand Palais, und dahinter erhebt sich der Triumphbogen.
Auch für Karl Lagerfeld war dieser Blick erhebend. Im Jahr 2004 kaufte er die Wohnung mit den drei hohen Fenstern: Quai Voltaire Nummer 17, dritter Stock. Jahrelang ließ er sie nach seinen Vorstellungen renovieren, um schließlich 2007 einzuziehen. Die letzten zwölf Jahre seines Lebens verbrachte der Modemacher hier oben, seit Ende 2011 mit seiner Katze Choupette. Und wenn er am Wochenende an seinem Tisch aus kühlem Corian-Acrylstein saß und zeichnete und schrieb, während Choupette über Papierberge kletterte, dann hörte er bei geöffnetem Fenster auch mal die Lautsprecherdurchsagen der Touristenboote auf der Seine: „Da oben wohnt Karl Lagerfeld!“
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