„Kiebitz-Kamera in der Wetterau“
Beobachtet: Kiebitze in der Wetterau sind im Livestream zu sehen.
Bild: dpa
Meditative Stimmung: Ein Livestream ermöglicht Tierfreunden, Kiebitze zu beobachten. Das hessische Umweltministerium hat dafür in der Wetterau eine Kamera installiert
Mit einer speziellen Kiebitz-Kamera können hessische Fans des vom Aussterben bedrohten Vogels das Verhalten des Bodenbrüters erkunden. Der Live-Stream wird von einem Wildschutzzaun in einem Naturschutzgebiet in der Wetterau nahe Reichelsheim gesendet, wie das Umweltministerium mitteilte. Mit dem Schutzzaun habe es deutlich mehr Bruterfolge gegeben. „Das wollen wir gerne mit der Öffentlichkeit teilen“, erklärte Umweltstaatssekretär Oliver Conz in Wiesbaden das Kameraprojekt.
Ende der 1980er Jahre gab es den Angaben zufolge noch rund 2000 Kiebitz-Brutpaare in Hessen. Derzeit seien es nur noch 200 bis 300 Paare. Im Jahr 2019 seien mehr als 40 geschlüpfte Kiebitz-Gelege mit etwa 100 Jungen innerhalb der Umzäunung gezählt werden, erklärte Stefan Stübing von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz. Im Jahr 2020 seien es schon mindestens 178 Junge gewesen, von denen etwa 118 groß geworden sind.
Der vor knapp drei Jahren installierte Wildschutzzaun ist rund 1000 Meter lang. Das Umweltministerium hatte die Errichtung nach eigenen Angaben mit mehr als 33.000 Euro gefördert. Hinzu kommen jährlich etwa 1000 Euro für Reparaturen und Instandsetzungsmaterial. Die Kamera sende ihre Live-Aufnahmen per LTE-Verbindung und werde ausschließlich über Solarstrom betrieben, erklärte Walter Schmidt vom Forstamt Nidda.
Am Samstag freilich mussten sich Tierfreunde zeitweise mit einer Aufzeichnung begnügen: Wegen Wartungsarbeiten war der Livestream eine Zeit lang nicht möglich.
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