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Am vergangenen Sonntag übernahmen die Münsteraner Kalauer-Könige das Zepter, nun wird wieder klassisch ermittelt. Ein paar fein dosierte Scherze erlaubt sich aber auch das scheidende Duo Eisner und Fellner, wie ihr in Mareks Kritik zum rundum gelungenen „Tatort: Der Elektriker“ erfahrt.
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Welche Kommissare ermitteln heute im „Tatort: Der Elektriker“?
Aus dem Nichts erreichte uns im April diesen Jahres die Nachricht, dass Oberstleutnant Moritz Eisner und seine Kollegin Bibi Fellner demnächst ihren Dienst quittieren. Mit dem famosen „Tatort: Wir sind nicht zu fassen!“ folgte daraufhin ein herausragender Krimi, der eindrucksvoll unter Beweis stellte, welch große Lücke Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser hinterlassen werden, wenn sie ihre Dienstmarken dann tatsächlich abgeben.
Bis es so weit ist, erwarten uns noch drei Krimis aus der österreichischen Hauptstadt, von denen der erste an diesem Sonntag ausgestrahlt wird. Der besticht einmal mehr mit seiner ganz eigenen, von leiser Melancholie und mitunter tiefschwarzem Humor durchzogenen Tonalität, wie sie so nur im Wiener „Tatort“ zu finden ist.
Dessen Kriminalgeschichte überrascht zunächst mit einem ungewohnten Setting, schlägt dann aber doch einen typischen Bogen und lässt seinen Stars den nötigen Raum, um das mitunter bedrückende Geschehen im Pflegeheim mit seinem zu keiner Zeit aufgesetzt wirkenden Granteln aufzulockern.
Allein der Streit um den Inhalt einer halbleeren Bonbonschachtel reicht aus, um Bibi und Moritz ihren Platz in unserem Video der besten „Tatort“-Teams auch bei ihrem Renteneintritt nicht wegzunehmen.
Worum geht es im „Tatort: Der Elektriker“?
Der ganz normale Wahnsinn in einem chronisch unterbesetzten Pflegeheim in Wien, das sich in dieser Form auch in jeder deutschen Stadt befinden könnte, bildet die Kulisse des neusten österreichischen „Tatorts“, in dem sich besonders Moritz Eisner mit seiner eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen muss.
Gerufen hat ihn Pfleger Horst Windisch, der einen seiner Patienten während eines Stromausfalls kurz außer Acht ließ, was diesem zum Verhängnis wurde. Ist Danijel Filipovic in seiner Badewanne ertrunken, weil der unbeaufsichtigte Hebellift versagte oder wurde der übellaunige Rentner umgebracht?
Verdächtige gibt es viele, zumal „Herr Danijel“ im Streit mit seiner Tochter auseinanderging und auch zu Pfleger Ivica ein angespanntes Verhältnis hatte. Dann finden Bibi und Moritz ein altes Foto des Toten und vor ihren Augen tut sich eine gänzlich andere Spur auf…

Mareks „Tatort“-Kritik: Stark gespielter Whodunit der alten Schule
Fachkräftemangel im Pflegeheim, zweifelhafter Umgang mit Medikamenten, aber auch Sexarbeit und die zunehmende Entfremdung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen: Petra Ladinigg und Roland Hablesreiter haben sich viel vorgenommen, ihr clever konstruiertes Drehbuch bricht aber selbst dann nicht in sich zusammen, wenn sie es um einen Rückblick auf eines der düstersten Kapitel im Bosnienkrieg erweitern.
Das liegt vor allem daran, dass die vielen Facetten ihrer Geschichte von einem klassischen Whodunit -Konstrukt zusammengehalten werden, in dem nur die Einleitung des Finales ein wenig vorhersehbar daherkommt.
Über die meiste Zeit der obligatorischen 90 Minuten halten sich berührende Momente wie das von Unbeholfenheit durchtränkte Wiedersehen zwischen Moritz Eisner und seiner mittlerweile pflegebedürftigen Jugendliebe Sandra und launige Späße auf dem Revier die Waage, was den gesamten „Tatort“ zu einer runden Angelegenheit macht, die darüber hinaus von allen Beteiligten souverän vorgetragen wird.
Nur von Chef Ernstl fehlt diesmal jede Spur, dafür verspeist Moritz Eisner aus Versehen einen Verdächtigen. Wie das gehen soll? Das findet ihr am besten selbst heraus, denn das Einschalten an diesem Sonntagabend ist für alle „Tatort“-Fans ein Pflichttermin, schließlich werden wir nicht mehr oft in den Genuss der Spielfreude von Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser kommen.
Der „Tatort: Der Elektriker“ wird heute am Sonntag, den 14. Dezember 2025 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist danach in der Mediathek für sechs Monate als Wiederholung im Stream verfügbar.
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