„Knappe Siege in langen Hosen“
Es war nicht gerade ein lockerer Durchmarsch für Laura Ludwig und Margareta Kozuch am ersten Turniertag beim Katara Beachvolleyball-Cup in Doha, doch die Olympiasiegerin und ihre Partnerin haben beide Spiele in ihrer Gruppe G gewonnen und sich somit schon als Poolsieger für das Achtelfinale am Mittwoch Nachmittag qualifiziert.

Zunächst besiegte das deutsche Spitzenduo am frühen Morgen zum Auftakt des Welttour-Turniers das Perspektivteam Leonie Körtzinger und Sarah Schneider mit einiger Mühe in 2:1 Sätzen (22:20, 19:21, 15:10). Die Spielerinnen kennen sich gut, da sie allesamt am deutschen Bundesstützpunkt in Hamburg trainieren. So dauerte es eine Stunde und eine Minute Spielzeit, ehe die beiden Mittdreißigerinnen den Widerstand ihrer gut zehn Jahre jüngeren Kolleginnen gebrochen hatten, die sich am Vortag erst über die Qualifikation ins Hauptfeld vorspielen mussten. Auch das zweite Match des Tages ging für Ludwig/Kozuch in der trockenen Hitze von Qatar über drei Sätze und es dauerte 55 Minuten, ehe sie das tschechische Spitzenteam Barbora Hermannova und Marketa Slukova mit 2:1 (24:22, 16:21, 15:12) bezwungen hatten.
Auch Victoria Bieneck und Isabel Schneider starteten erfolgreich in das Turnier. Die beiden Hamburgerinnen schlugen zunächst das spanische Duo Liliana Fernandez Steiner/Elsa Baquerizo McMillan mit 2:0 (21:18, 21:14) und setzten sich dann im Pool-Finale überraschend mit 2:1 (17:21, 21:17, 15:11) gegen die Brasilianerinnen Ana Patrécia/Rebecca durch
Dagegen unterlagen die wieder zusammen spielenden Kim Behrens und Sandra Ittlinger der dreimaligen Olympiasiegerin Kerri Walsh Jennings und deren Partnerin Brooke Sweat (USA) mit 0:2 (18:21, 13:21). Sie müssen ebenso wie Schneider/Körtzinger am Mittwoch zunöchst ihr zweites Gruppenspiel gewinnen und dann in der Trostrunde antreten, um noch ins Achtelfinale vorzustoßen.
Um das erstmals auch für Frauen ausgerichtete Vier-Sterne-Turnier in Doha hatte es im Vorfeld einigen Wirbel gegeben, da die Veranstalter eine umstrittene Kleidervorschrift erlassen hatten, die es den Spielerinnen nicht erlaubte, ohne bedeckte Schultern und Beine auftreten zu dürfen. Gegen diese Maßregelung hatten sich vor allem die deutschen Spitzenspielerinnen Karla Borger und Julia Sude zur Wehr gesetzt, die auf eine Teilnahme am Wettbewerb verzichteten. Letztlich zogen die Organisatoren den Erlass zurück und gewährten den Sportlerinnen freie Kleiderwahl.
Am Spieltag zeigte sich nun ein uneinheitliches Bild. Einige Teams wie Hermannova/Slukova traten bei knapp 30 Grad und strahlendem Sonnenschein wie gewohnt im knappen Bikini-Outfit an, andere in Hosen und T-Shirts. Ludwig/Kozuch wählten den Mittelweg und spielten in langen Hosen und Sport-BH.
Das mit insgesamt 300.000 Dollar dotierte Turnier für Frauen und Männer ist wegen der Corona-Pandemie das erste Aufeinandertreffen der Weltspitze nach einem Jahr Zwangspause. Zu gewinnen sind auch bis zu 400 Punkte für Weltrangliste und Olympia-Qualifikationsranking. Ludwig/Kozuch rangieren in der bereinigten Rangliste derzeit auf Platz 15 und können sich ihrer Sache für Tokio noch nicht ganz sicher sein, haben aber gute Chancen. Borger/Sude sind in dem seit einem Jahr eingefrorenen Ranking auf Platz zehn notiert. 16 der 24 Teams, die an den Olympischen Spielen teilnehmen dürfen, werden über diese Liste ermittelt, pro Nation aber höchstens zwei.
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