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Der Energiekonzern RWE hält daran fest, die Braunkohleverstromung im Rheinischen Revier im März 2030 zu beenden. „Wir haben einen klaren Vertrag“, sagte der Vorstandvorsitzende Markus Krebber am Donnerstag vor Journalisten. „Und die Bundesregierung hat sich uns gegenüber nicht geäußert. Insofern halten wir bisher an unseren Plänen fest.“
Im Jahr 2022 hatten der Bund und Nordrhein-Westfalen mit RWE vereinbart, dass das bevölkerungsreichste Bundesland bis zum Beginn des kommenden Jahrzehnts aus der Braunkohleförderung aussteigt. Für ganz Deutschland ist der Kohleausstieg für 2038 vorgesehen. Angesichts des steigenden Strombedarfs und der Unsicherheit, ob der Ausbau alternativer Kapazitäten bis dahin ausreicht, fordern zahlreiche Industrieunternehmen und Verbände eine Verlängerung der Frist.
Der Bund wollte zum 15. August einen Bericht vorlegen, in dem die Auswirkungen des Kohleausstiegs überprüft werden. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte die Vorlage jedoch verschoben und mitgeteilt, auf die Ergebnisse der Ausschreibungen für neue Stromerzeugungs-Kapazitäten zu warten. Den Bericht werde man „schnellstmöglich“ nach Abschluss der vorgesehenen Analysen vorlegen, hatte das Ministerium am vergangenen Dienstag erklärt.
Kohlestromreserve muss vorbereitet werden
RWE-Chef Krebber zeigte Verständnis dafür, die Ausschreibung abzuwarten. Es brauche dann aber schnell Klarheit, ob die angebotene Reserve der Kraftwerke über drei Jahre gebraucht werde. „Wir müssen Betriebspläne anpassen, müssen in die Anlagen investieren, dass sie länger bereitstehen, Wartungskonzepte anpassen, die Belegschaft länger motivieren, an Bord zu bleiben, und uns natürlich um die Tagebauführung kümmern“, sagte Krebber. Das brauche einen gewissen Vorlauf.
Bis spätestens Ende 2031 sollen neue Gaskraftwerke am Netz sein, die einspringen, wenn zu wenig Wind- oder Solarstrom verfügbar ist. Geplant ist dafür zunächst ein Ausbau in einer Kapazität von elf Gigawatt. Neben dem Gasspeicherbetreiber Uniper bewirbt sich auch RWE darauf, Kraftwerke zu bauen. Wo die stehen sollen, wollte Krebber nicht konkretisieren, weil es derzeit einen Bieterwettbewerb gebe. Im Herbst wird die erste Entscheidung über Zuschläge getroffen. Krebber sagte, dass erste Gaskraftwerke schon 2029 bereitstehen könnten.
In diesem Jahr will der Essener Dax-Konzern mehr Geld investieren, was mit seiner Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion zusammenhängt. Im Juni hatte RWE mitgeteilt, die Mehrheit an Amprion zu übernehmen. Nun will der Konzern netto neun bis elf Milliarden Euro in diesem Jahr ausgeben, zuvor waren sechs bis acht Milliarden Euro eingeplant. Das teilte RWE zur Vorlage der Halbjahreszahlen am Donnerstag mit. Bis zum Jahr 2031 will der Energiekonzern 35 Milliarden Euro netto investieren, wovon 6,5 Milliarden Euro in den Netzausbau fließen. Der Großteil fließt in den Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung, also Offshore- und Onshore-Windparks sowie Solaranlagen.
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