#Kristin Harila und Tenjin Sherpa

Kristin Harila hat eine neue Rekordmarke an den höchsten Bergen der Welt gesetzt. Drei Monate und einen Tag brauchte die 37 Jahre alte Frau aus Norwegen, um die 14 höchsten Berge der Welt zu erklimmen. Ihr letzter Gipfel war am Donnerstag der K2 (8611 Meter), der zweithöchste Berg der Welt. Damit unterbot Kristin Harila den von Nirmal Purja aufgestellten Rekord um mehr als die Hälfte. Der Nepalese war 2019 sechs Monate und sechs Tage für die 14 Gipfel unterwegs gewesen.

Harila hat ihren Versuch schon im vergangenen Jahr begonnen. Weil die chinesischen Behörden ihr aber aufgrund der restriktiven Corona-Politik eine Besteigungserlaubnis verweigerten, konnte sie erst in diesem Frühjahr nach Tibet reisen. Da hatte sie zwar bereits zwölf Achttausender-Gipfel erreicht, jedoch war die alte Rekordzeit längst verstrichen. Sie begann die Rekordjagd von Neuem und stand am 26. April auf dem Gipfel der Shisha Pangma (8027 Meter).

Ihr Rekord macht deutlich, wie sehr alpinistische Ansprüche immer mehr ins Hintertreffen geraten. Flaschensauerstoff, Fixseile, die Begleitung durch einheimische Führer sind heute die Regel. Zudem nutzte Harila Hubschrauber nicht nur, um schnell ins Basislager zu gelangen. Am Manaslu ließ sie Seile, Sauerstoffflaschen und Teammitglieder, die Fixseile verlegen sollten, damit in die Hochlager bringen, um Zeit zu sparen.

Mit der Leistung von Reinhold Messner und Gerlinde Kaltenbrunner, den ersten ihres Geschlechts, die alle Achttausender ohne Flaschensauerstoff erklommen und die dafür mehrere Jahre unterwegs waren, ist Harilas Rekord nicht zu vergleichen. „Eine andere Zeit, ein anderer Stil. Ich selbst vergleiche mich nicht mit anderen. Heute ist das an den Achttausendern eben ganz anders“, kontert die Norwegerin die Kritik.

Das wohl schwierigste Unterfangen neben der körperlichen Leistung war dabei, das Geld für die Super-Expedition mit 26 Gipfel­besteigungen aufzutreiben. „Es kostet viel Mühe, das zu finanzieren“, sagte Harila im Gespräch mit der F.A.Z. Beobachter, die ihr gegenüber besonders kritisch zu sein schienen und ihr vorwarfen, sie habe bewusst die Agentur gewechselt, um die Sherpas, die sie zunächst ­begleiteten, nicht am Erfolg teilhaben zu lassen und den Rekord für sich allein zu verbuchen, strafte sie jedoch ­Lügen. Ihr Rekord von drei Monaten und einem Tag gelte auch für den ­Nepalesen Lama Tenjin Sherpa, der bei jedem Gipfelaufstieg an ihrer Seite war, wie auf Harilas Homepage zu ­lesen ist.

Harila am Makalu, dem fünfthöchsten Berg der Welt


Harila am Makalu, dem fünfthöchsten Berg der Welt
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Bild: Kristin Harila

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