Wer verstehen will, wie die neue Doppel-Weltmeisterin tickt, darf nicht nur auf den Tennisplatz schauen. Auf dem Feld kann sie beinahe alles. Doch ihre Interessen gehen weit darüber hinaus.
Wer etwas darüber erzählen will, was die Tennisspielerin Laura Siegemund als Tennisspielerin ausmacht, der muss mit dieser Erzählung nicht unbedingt auf dem Tennisplatz beginnen – sondern zum Beispiel in einem Karlsruher Biergarten an einem lauen Sommerabend im Jahr 2019. Siegemund nahm damals an einem kleineren Turnier der zweitklassigen Challengerserie teil. Am Abend des ersten Tages hatten die Veranstalter zur „Players Party“ geladen, einer lockeren Zusammenkunft aller Spielerinnen mitsamt ihrer Teams. Einer der Sponsoren des Events, ein Textilunternehmen, veranstaltete zur Unterhaltung der Anwesenden eine kleine Modeschau. Auch die Spielerinnen waren gefragt worden, ob sie gemeinsam mit den Models die Kleidungsstücke präsentieren wollen.
Die meisten lehnten dankend ab. Laura Siegemund nicht. Sie stolzierte über den Laufsteg, wirbelte herum und posierte mit derart viel Verve, dass man ihr die Freude über diese kleine Ablenkung vom Tourtrott deutlich ansah.
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