25 Jahre nach dem überraschenden Wahlerfolg von Ronald Schill zeichnet Louis Klamroth in der zweiten «Hateland»-Staffel dessen Aufstieg und späteren Absturz nach.
Vom sogenannten „Richter Gnadenlos“ über das Amt des Hamburger Innensenators bis hin zum Reality-Fernsehen: Die Karriere von Ronald Schill steht im Mittelpunkt der neuen Podcast-Serie «Die Schill-Show». Das Format bildet die zweite Staffel des ARD-Podcasts «Hateland», der sich mit Radikalisierung in Deutschland beschäftigt. Alle Folgen der neuen Staffel werden am Montag, 24. August 2026, in der ARD-Audiothek ARD Sounds veröffentlicht. Auf den weiteren Podcast-Plattformen erfolgt die Veröffentlichung wöchentlich. Produziert wird «Die Schill-Show» von Florida Factual und Studio Bummens im Auftrag von NDR und WDR. Neben Klamroth gehört auch «Spiegel»-Reporterin Nora Gantenbrink zum Autorenteam.
Als Host führt «hart aber fair»-Moderator Louis Klamroth durch die Geschichte, die vor allem auf Schills überraschenden Erfolg bei der Hamburger Bürgerschaftswahl vom 23. September 2001 blickt. Mit einer rechtspopulistischen Law-and-Order-Kampagne erzielte dessen Partei damals einen großen Wahlerfolg. Schill wurde anschließend Innensenator und Zweiter Bürgermeister Hamburgs. Auf den schnellen politischen Aufstieg folgten allerdings zahlreiche Schlagzeilen und Skandale. Nach seinem Verschwinden aus der deutschen Politik tauchte Schill Jahre später unter anderem im Reality-Fernsehen wieder auf.
Für Klamroth ist die Beschäftigung mit dem früheren Politiker auch eine persönliche Spurensuche. Der Moderator wuchs in Hamburg auf und erlebte Schill während des Wahlkampfs sogar in seiner damaligen Schulaula. „Schill war die erste politische Figur, die ich bewusst wahrgenommen habe nicht im Fernsehen, sondern ein paar Meter von mir entfernt, auf der Bühne meiner Schulaula“, erinnert sich Klamroth. „Ich habe damals gespürt, wie eine ganze Stadt in Aufregung gerät, ohne zu begreifen, warum. Dieser Podcast ist der Versuch, das 25 Jahre später zu verstehen.“
Für die Recherche reiste Klamroth von Hamburg bis nach Brasilien und sprach sowohl mit früheren Weggefährten Schills als auch mit politischen Gegnern und weiteren Beobachtern. Zu den Gesprächspartnern gehören Olaf Scholz, Ole von Beust, Fettes Brot, Samira El Ouassil, Gisela Friedrichsen, Olli Schulz, Jakob Lundt, Peter Lohmeyer und Olivia Jones. Dabei soll «Die Schill-Show» nicht ausschließlich die Biografie des früheren Politikers nacherzählen. Klamroth möchte auch untersuchen, welche Rolle Aufmerksamkeit und mediale Mechanismen bei dessen Aufstieg spielten. „Diese Geschichte handelt nicht nur von Ronald Schill, sondern auch von einer politischen Öffentlichkeit, in der Aufmerksamkeit alles ist, und in der Grenzüberschreitungen belohnt werden, solange sie Reichweite bringen. Als Talkshow-Moderator bewege auch ich mich in diesem System“, erklärt Klamroth.
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