Machtkampf am Meeresboden

Machtkampf am Meeresboden

Die Ermittlungen zum Anschlag auf die Nord-Stream-Leitungen zogen sich über Jahre.Foto: dpa

Achtzig Meter unter Wasser sieht man nichts mehr. Nicht die eigene Hand und auch keine Gasröhren, selbst wenn sie anderthalb Meter Durchmesser haben, wie die Nord-Stream-Leitungen. Die Taucher, die dort Sprengsätze anbrachten, welche im September 2022 explodierten, hatten vermutlich Leuchten dabei. Bemerkt wurden sie trotzdem nicht. Am Meeresgrund sind Leitungen und Kabel gut versteckt, aber auch unbewacht. Wenn sie jemand zerstören will, stehen die Chancen gut, dass außer den Fischen niemand etwas mitbekommt.

Das macht sie zu attraktiven Sabotagezielen. Tatsächlich mehrten sich an der Ostsee seit dem Anschlag auf die Nord-Stream-Leitung die Kabelbrüche. Im November 2024 brachen ein Strom- und ein Datenkabel vor der Küste Schwedens, im Dezember wurde ein Stromkabel zwischen Finnland und Estland beschädigt, im Januar ein Kabel des lettischen Rundfunks. Anders als bei den deutsch-russischen Gasleitungen liegt der Verdacht für diese Vorfälle auf vorbeifahrenden Schiffen, deren Anker die Leitungen beschädigt haben könnten. Solche Schäden sind zwar kein neues Phänomen. Die Häufung der Vorfälle aber lässt Sicherheitspolitiker in Europa vermuten, dass es sich nicht um Zufälle handelt. Wird ein Anker kilometerweit auf offener See über den Meeresboden gezogen, liegt die Vermutung nahe, dass das nicht aus Versehen geschieht.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, vergessen Sie nicht, ihn mit Ihren Freunden zu teilen. Folgen Sie uns auch in Google News, klicken Sie auf den Stern und wählen Sie uns aus Ihren Favoriten aus.

Wenn Sie weitere Nachrichten lesen möchten, können Sie unsere Nachrichten kategorie besuchen.

Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert