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Als die letzte Eiszeit vor rund 23.000 Jahren ihr Kältemaximum erreichte, rückten nicht nur die Gletscher bis weit nach Mitteleuropa vor. Die gesamte Region nördlich der Alpen wurde so kalt und unwirtlich, dass Menschen dort nicht mehr überleben konnten. Die steinzeitlichen Jäger und Sammler dieser Zeit zogen sich daher schon zu Beginn des Eiszeit-Höhepunkts in Gebiete südlich der Alpen und nach Südosteuropa zurück.
„Bisher schienen archäologische Befunde darauf hinzudeuten, dass es in der Zeit vor 25.000 bis 23.500 Jahren keine menschliche Präsenz mehr im süddeutschen Raum nördlich der Alpen gab“, berichten Kerstin Pasda von der Universität Erlangen-Nürnberg und ihre Kollegen.

Ein Mammutfund bei Regensburg
Doch jetzt könnten die Paläontologen Spuren der möglicherweise letzten Steinzeitmenschen gefunden haben, die sich vor dem Kältemaximum noch nach Mitteleuropa vorwagten. Indizien dafür lieferte ein 2020 bei Bauarbeiten im Ort Taimering in der Nähe von Regensburg entdecktes Mammutskelett. Die 72 gut erhaltenen Knochen und ein fast 2,50 Meter langer Stoßzahn stammen von einem noch nicht ganz ausgewachsenen Wollhaarmammut, das aber bereits drei Meter Schulterhöhe erreichte.
„Stoßzahn und Knochen des Mammuts waren aufgrund ihrer jahrtausendelangen Konservierung im Feuchtbodenmilieu außergewöhnlich gut erhalten“, sagt Co-Autor Christoph Steinmann vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD). Nach seiner Bergung wurde der rund 25.000 Jahre alte Fund an den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) präpariert. Schon bei der ersten Untersuchung fielen Ritzspuren und Einkerbungen an einigen Knochen auf. Um zu überprüfen, woher diese Kerben kommen, haben Pasda und ihre Kollegen die Mammutknochen einer genaueren Analyse unterzogen.

Mammutrippe als Schneidebrett
Dabei zeigte sich: Diese Riefen und Kerben in den Mammutknochen entstanden weder bei der Ausgrabung noch durch natürliche Ursachen. Stattdessen deuten Form und Positionen der Kerben auf menschliche Einwirkung hin. „Die scharfen Ränder und mehr oder weniger parallelen Einschnitte auf den Knochen ähneln menschengemachten Schnittspuren“, berichtet das Team. Dafür sprächen auch die leichten Unterschiede im Schnittwinkel bei parallelen Kerben. „Dies deutet darauf hin, dass hier ein Werkzeug mehrfach dicht nebeneinander angesetzt wurde“, so die Forschenden.
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