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#Martin Campbell wird 80: Gleich zweimal hat er James Bond gerettet

Von „GoldenEye“ zu „Casino Royale“: Dem neuseeländischen Regisseur Martin Campbell zum Achtzigsten.

Wie erfindet man eine Filmfigur komplett neu und bleibt dabei dem Stoff treu? Der Regisseur Martin Campbell hat auf der Beantwortung dieser Frage seine Karriere aufgebaut. Als der britische Geheimagent James Bond in den Neunzigerjahren in eine Welt nach dem Fall der Sowjetunion überführt werden musste, ging Campbell in die Offensive. In „GoldenEye“ (1994) muss sich Pierce Brosnan als Spion seiner Majestät dem eigenen angeschlagenen Image stellen, wenn ihm seine Vorgesetzte im MI6 vorwirft, ein sexistisches Relikt des Kalten Krieges zu sein. Campbell legte Bond charmanter und gefühlvoller an, ließ ihn mit Frauen auf Augenhöhe zusammenarbeiten und drehte dazu ein paar Girlanden aus den üblichen Bond-Tropen (verrückte Schurken, schnelle Autos, Explosionen vor exotischer Kulisse), um die Fans bei der Stange zu halten.

Maria Wiesner

Koordinatorin „Stil“.

Die Reihe war gerettet, bis Brosnan sich im neuen Jahrtausend von der Rolle verabschiedete. Also riefen die Produzenten abermals Campbell an. Er nahm diesmal den Hochdruckreiniger, um den Kern der Statue Bond freizulegen: unter dem Schlamm der vergangenen Jahrzehnte fand er einen Spion, der härter, arroganter und unberechenbarer war – so, wie sein Erfinder Ian Fleming ihn erdacht hatte. Den Neuanfang zeigte Campbell auch ästhetisch, drehte die Anfangssequenz von „Casino Royal“ (2006) in Schwarz-Weiß. Wir sehen ein Prag, dessen Schatten die Bilder so scharf zerschneiden wie in expressionistischen Filmen. Aus diesen Schatten taucht Bond auf, der hier seine ersten Auftragsmorde mit der kalten Brutalität eines Metzgers begeht, die Voraussetzung für die berühmte Doppelnull seiner Codenummer.

Will man mehr über das Leben des Regisseurs erfahren, der auf solch radikale Ideen verfällt, trifft man auf Rätsel, als wäre er selbst ein Geheimagent. Gleich zwei Geburtsjahre lassen sich finden, mal soll er 1940 im neuseeländischen Hastings zur Welt gekommen sein, mal – so schreiben mehrere sehr zuverlässige Filmdatenbanken – 1943.

Als wahr ansehen darf man wohl, was Campbell in Interviews erzählte: Er wollte nach England zum Film. Um sich die Reise leisten zu können, arbeitete er zehn Monate lang in Schlachthöfen. In London begann er eine Ausbildung zum Kameramann bei der BBC und wechselte später zur Regie für Fernsehproduktionen wie „Die Plutonium-Affäre“ (1985) über Umweltaktivisten und Atommüll. Bond brachte ihm den Durchbruch im Kino.

Er blieb nicht der einzige Held, den Campbell entstaubte: Mit Antonio Banderas belebte er das Mantel-und-Degen-Kino in „Die Maske des Zorro“ (1998), für die Comic-Verfilmung „Green Lantern“ (2011) schickte er Ryan Reynolds auf entlegene Superheldenplaneten und in der Thriller-Verfilmung „The Foreigner“ (2017) Jackie Chan auf Rachefeldzug gegen die IRA. Heute wird Martin Campbell achtzig Jahre alt.

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