Mehr Cannabis, mehr Kokain, mehr Tote

Mehr Cannabis, mehr Kokain, mehr Tote

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Die Befürworter der teilweisen Cannabis-Legalisierung werden sich vom Lagebild des Bundeskriminalamts auf fatale Weise bestätigt fühlen. Der Markt der illegalen Rauschgifte ist stark geschrumpft, die Zahl der Rauschgiftdelikte ist um etwa ein Drittel zurückgegangen im Vergleich zu 2023. Also Entwarnung? Ein Erfolg im Kampf gegen Drogen? Weniger Arbeit für die Justiz, für die Polizei?

Wer solche Schlüsse zieht, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht sehen zu wollen, was die anderen Teile der Drogenstatistik zeigen. Da sticht vor allem die Zahl junger Drogentoter unter dreißig Jahren heraus. Sie stieg um 14 Prozent. Der Konsum von Ecstasy habe sich verdoppelt, teilte die Behörde mit, der Konsum von Methamphetamin sei um 13 Prozent gestiegen, von Amphetamin um acht Prozent. In Deutschland gibt es laut BKA-Chef Holger Münch eine Kokain-Schwemme.

Rückschlag für die Polizei

Die Zahlen zeigen, dass eine Legalisierung von Drogen nicht zum Rückgang des Konsums führt, sondern nur dazu, dass nun erlaubt ist, was früher verboten war. Dadurch wird zwar die Statistik verschönert, aber nicht das Stadtbild. Für die Polizei ist es ein Rückschlag, dass sie Drogenhändler nicht mehr als solche behandeln darf, wenn sie mit Cannabis unterwegs sind. Illegaler Anbau ist ebenso wenig zu kontrollieren. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht dem kriminellen Drogenhandel deshalb „Tür und Tor geöffnet“.

Denn es bleibt nicht bei Marihuana. Die freizügige medizinische Versorgung bis hin zum offenen Konsum von Cannabis hat eine Steigerungsform, und die heißt nicht etwa noch mehr Toleranz und Legalisierung, sondern Kokain und Ecstasy. Wenn der Drogenbeauftragte der Bundesregierung von „Dealern in weißen Kitteln“ spricht, ist es Zeit, das „Scheißgesetz“ (Dobrindt) der Ampelkoalition nicht nur zu überarbeiten, sondern ganz zurückzunehmen. Das Unheil, das es anrichtet, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen, den es bringt. Aus den BKA-Erkenntnissen muss man allerdings noch einen anderen Schluss ziehen: Der Damm ist gebrochen.

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