#Meine Informanten werden mit dem Tod bedroht

„Meine Informanten werden mit dem Tod bedroht“



„Das russische Geld wird zu einem gewissen Grad in London bleiben“, befürchtet die britische Autorin Catherine Belton.

Bild: Picture Alliance

Catherine Belton hat in ihrem Buch „Putins Netz“ offengelegt. Dafür wird sie von Oligarchen wie Roman Abramowitsch bis heute mit allen juristischen Tricks bekämpft. Inzwischen erwägt die englische Justiz eine Änderung der Gesetze zugunsten des investigativen Journalismus.

Die britische Journalistin Catherine Belton war viele Jahre Russland-Korrespondentin der „Financial Times“ in Moskau. Heute lebt sie in London. Ihr Buch „Putin’s People“, das unter dem Titel „Putins Netz“ bei HarperCollins auf Deutsch erschienen ist, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Sandra Kegel

Verantwortliche Redakteurin für das Feuilleton.

Frau Belton, Sie haben sich jahrelang mit Putin und seinem Umfeld beschäftigt. Haben Sie je vermutet, dass er einen Angriffskrieg gegen die Ukraine in die Tat umsetzen würde?

Nein, niemals. Bis zur letzten Minute habe ich nicht geglaubt, dass Putin so weit gehen würde. Weil er stets mit kaltem Kalkül handelt. Sicherlich, er ist bis an die Grenzen gegangen, als er die Krim annektierte. Das war ein brutaler Verstoß gegen das Völkerrecht. Aber da konnte er auf Unterstützung in der russischsprachigen Bevölkerung setzen und leugnen, dass die „kleinen grünen Männchen“ seine Soldaten waren. Das jetzt ist jenseits aller Vorstellungskraft. Schon 2014 hatte er 150.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine aufmarschieren lassen. Doch damals hörte er noch auf seine Berater, die ihn vor der Reaktion des Westens warnten und davor, dass er in der ukrainischen Bevölkerung keinen Rückhalt habe. Die Zeit ist darüber hinweggegangen. Er hat sich immer mehr isoliert und in seine Wahnvorstellungen verschraubt.

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