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#Mexikanisches Drama gegen Saudi-Arabien

„Mexikanisches Drama gegen Saudi-Arabien“

Grün ist in der Gruppe C der Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft nur die Farbe der vergeblichen Hoffnung. Für die grün-weißen Fans aus Saudi-Arabien und die grün-weiß-roten Mexikaner ist nach drei Spielen bei der Endrunde in Qatar schon alles verloren. An einem hochdramatischen finalen Spieltag am Mittwochabend siegte Mexiko zwar mit 2:1. Das reichte aber nicht, um in der Tabelle an Polen, das Argentinien im Parallelspiel mit 0:2 unterlag, vorbeizuziehen und als Zweiter ins WM-Achtelfinale gegen Weltmeister Frankreich (16 Uhr MEZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM) am kommenden Sonntag einzuziehen. Mexiko fehlte trotz etlicher Chancen am Ende ein Tor zum Weiterkommen.

Tobias Rabe

Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

Mexikos Verteidiger Edson Álvarez konnte seine Enttäuschung nach Abpfiff kaum verbergen: „Es ist ein harter Schlag, es gibt keine Worte dafür. Die Mannschaft wollte es von der ersten Minute an, wir hatten viele Chancen und Möglichkeiten, Tore zu schießen. Leider konnten wir die nicht nutzen, natürlich hinterlässt das einen sehr bitteren Geschmack.“ Auch Saudi-Arabiens Trainer Hervé Renard gab nach Abpfiff zu: „Wir waren nie im Spiel. Mexiko hat ein sehr gutes Spiel gemacht, mit hoher Intensität. Das Ergebnis spiegelt das Spiel nicht wider.“

Von Beginn an entwickelte sich, unterlegt vom ohrenbetäubenden Gesang der fast 85.000 Fans, ein Spiel, in dem beide Teams nach vorne rannten. Die Ausgangslage ließ ihnen auch kaum eine andere Wahl. Ein Unentschieden konnte Saudi-Arabien reichen, den Mexikanern, die auf den verletzten Kapitän Andrés Guardado verzichten mussten, aber auf keinen Fall zur achten Achtelfinal-Teilnahme bei einer WM in Serie. Seit dem Turnier 1994 in den USA erreichte „El Tri“ immer die K.o.-Runde – und schied dort kurioserweise gleich im ersten Spiel aus. Das kann Mexiko nun nicht mehr passieren.

Die erste große Chance hatte Alexis Vega schon in der dritten Minute, als er nach einem feinen Pass in die Tiefe auf das Tor zulief, allerdings am herausstürzenden Torwart Mohammed al-Owais scheiterte. Die saudischen Fans jubelten frenetisch. In diesem Takt ging es zunächst weiter. Auf der anderen Seite zirkelte Mohamed Kanno einen Freistoß knapp über das Tor (13. Minute). Mexikos Luis Chávez platzierte seinen Volleyschuss zu zentral, direkt in die Arme des saudischen Schlussmanns (23.). Auch den Versuchen von Orbelín Pineda mangelte es an Präzision (25. und 27.).

Plötzlich tauchte der mexikanische Ersatzkapitän und Torwart Guillermo Ochoa in der gegnerischen Hälfte auf. Nicht, um die Sache in der Offensive selbst in die Hand zu nehmen, sondern den Kollegen in einer der Verletzungsunterbrechungen, in denen ein Saudi behandelt werden musste, zu erklären, wie sie es besser machen könnten. Doch der Rat des Routiniers half zunächst nicht. Auch der nächste Schuss von Pineda ging, weil abgefälscht, knapp vorbei (41.). Gleiches galt für den Kopfball von Ali al-Hassan vor dem Tor von „Spielertrainer“ Ochoa (45.+6).

Chávez‘ Traumtor und banges Warten

Besser lief es indes gleich nach der Halbzeit. Nach einer Ecke verlängerte Cesar Montes den Ball elegant mit der Hacke, in der Mitte hielt Henry Martín nur den Fuß hin und jubelte über sein 1:0 (47.). Da parallel auch Argentinien im Stadion 974 in Führung ging, waren die Mexikaner nun punktgleich mit Polen, hatten aber das um zwei Treffer schlechtere Torverhältnis. Noch.

Schon fünf Minuten später flog der Ball wieder ins saudische Tor – und wie! Luis Chávez schlenzte einen Freistoß in den Winkel zum 2:0. Wenig später schrien die mexikanischen Fans schon wieder (56.). Erst über den Treffer von Hirving Lozano, dann über die Entscheidung von Schiedsrichter Michael Oliver: Abseits! Als Martin im Strafraum zu Fall kam, forderten die Anhänger Elfmeter, doch wieder entschied der Engländer gegen Mexiko (65.).

Dafür kam wenig später frohe Kunde aus dem nahen Doha. Argentinien hatte auf 2:0 erhöht. Das bedeutete, dass Mexiko nun nicht nur nach Punkten, sondern nach Treffern gleichgezogen war. Vier Punkte, 2:2 Tore, dazu ein 0:0 im direkten Duell – und nun? Das Reglement des Weltverbandes sieht in diesem Fall als Entscheidung den Fairplay-Vergleich vor. Da Mexiko sieben Gelbe Karten, Polen aber nur fünf hatte, war noch ein Treffer nötig, um vorbeizuziehen, und das Vermeiden von weiteren Verwarnungen, falls man auf diesem kuriosen Weg weiterkommen wollte.

Doch die Mexikaner konnten gegen die Saudis, deren Kräfte sichtbar nachgelassen hatten, die großen Lücken in deren Abwehr nicht gewinnbringend ausnutzen. Martín schoss den Ball volley über das Tor (70.). Auch Chávez konnte den Torwart mit einem Schlenzer nicht überwinden (73.), ähnlich wie Pineda (76.). Es schien unter den lauten Anfeuerungsrufen der mexikanischen Fans nur eine Frage der Zeit, bis ein weiterer Treffer fiel, doch es lief auch die Zeit davon. „Beim 2:0 hatten wir das Gefühl, dass wir sehr nah dran waren, leider war das nicht so“, sagte Torschütze Chávez. „Wir haben in den anderen Partien nicht genug getan.“

Kurz vor Schluss lag der Ball tatsächlich im Netz der Saudis. Doch Uriel Antuna war zu früh gestartet. Die halbautomatische Abseitstechnik erkannte sofort: Dieser Treffer war regelwidrig erzielt worden (87.). In der siebenminütigen Nachspielzeit fiel dann tatsächlich doch noch ein Tor – allerdings durch Salem al-Dawsari für Saudi-Arabien auf der anderen Seite des Rasens (90.+5). Auch jetzt war weiter nur ein Treffer für Mexiko nötig, um weiterzukommen. Denn dann wären die mehr erzielten Treffer bei gleichem Torverhältnis, und nicht mehr die Fairplay-Wertung ausschlaggebend gewesen.

Doch es passierte nun wirklich nichts mehr. So war es für beide im Endspielstadion von Lusail schon der finale Auftritt bei dieser Endrunde in Qatar. Argentinien trifft am Samstag im Achtelfinale auf Australien (20 Uhr MEZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM), die Polen bekommen es mit Frankreich zu tun. Und die Hoffnung der grünen Fans ist dahin.

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