Microsoft-Integration unter Linux: Eine allgemeine Übersicht

Microsoft-Integration unter Linux: Eine allgemeine Übersicht

Microsoft-Integration unter Linux: Eine allgemeine Übersicht

Am 14. Oktober 2025 erreicht Windows 10 das Ende seiner kostenlosen Unterstützung, die erstmals auch Privatnutzer über das ESU-Programm um ein Jahr verlängern können. Nähere Informationen hierzu hatten wir bereits in dieser Anleitung für euch zusammengestellt. Manche dürften dennoch mit dem Vorhaben liebäugeln, ihre bestehende Hardware stattdessen zumindest noch für ein paar Jahre auf Basis von Linux weiter zu nutzen.

Diese Anleitung führt deswegen die relevantesten Punkte, die wir ohnehin schon in diesem Thread im Forum mal aufgegriffen haben, auch mal als Anleitung im Blog zusammen. Sofern wir weitere Informationen bekommen, wird sie natürlich entsprechend aktualisiert.

Offizielle Microsoft-Programme

Selbstverständlich können alle Online-Dienste, die Microsoft als Progressive Web Apps bereitstellt, so auch unter Linux genutzt werden. Einige Linux-Distributionen haben zudem damit begonnen, den neuen Kommandozeilen-Editor Microsoft Edit für Linux zu portieren. Dies geht aber nicht von Microsoft selbst aus.

Schriftarten (Office-Kompatibilität)

  • Microsofts Schriftart Cascadia Code kann hier heruntergeladen und so auch in Linux integriert werden.
  • Mit den Microsoft TrueType Core Fonts können eine Reihe altbekannter Schriftarten zu Linux gebracht werden. Hierzu gehören Arial, Arial Black, Times New Roman, Comic Sans MS, Verdana, Trebuchet MS, Georgia, Andale Mono, Courier New, Impact und Webdings.
  • Möchte man lieber eine vollständige Office-Suite verwenden, gehören SoftMaker Office/FreeOffice, WPS Office und OnlyOffice zu den Vertretern mit der vermutlich besten Kompatibilität.

OneDrive

  • Einen offiziellen Client gibt es nicht, allerdings bieten sich mehrere Möglichkeiten über Drittanbieter. Möchte man kein Geld ausgeben, könnte man etwa auf den Client von abraunegg zurückgreifen. Möchte man, was vielen sicherlich lieber ist, lieber einen kommerziellen Client zurückgreifen, wäre Insync eine mögliche Wahl.
  • Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit, OneDrive auch via gvfs zu mounten, sofern man Gnome und seinen Dateimanager Gnome Files (aka Nautilus) nutzt. Hierfür bietet dieser Artikel von OMG! Ubuntu eine gute Hilfestellung. Nutzt ihr lieber KDE, ist eine vergleichbare Umsetzung über KIO in der Mache. Andere Optionen sind mir derzeit nicht bekannt.

Microsoft Exchange

  • Für Mozilla Thunderbird wird an einer direkten Unterstützung gearbeitet, der Metabug ist an dieser Stelle zu finden. Momentan ist hierfür allerdings noch das zusätzliche Addon Owl notwendig, wofür ein jährlicher Betrag fällig wird.
  • Evolution unterstützt Exchange dann, wenn neben dem Mailclient auch das Paket evolution-ews nachinstalliert wird. Das Beispiel hier ist aus Ubuntu, für andere Distributionen dürfte es aber keine Unterschiede geben.
  • KMail unterstützt Exchange ebenfalls, das genaue Stadium lässt sich allerdings nicht wirklich abschätzen.

Gaming

  • Microsoft bietet die Java-Edition von Minecraft weiterhin auch für Linux an. Verfügbar ist der Client unter anderem für Ubuntu, Debian und Arch Linux.
  • Der Windows-Klassiker Space Cadet Pinball ist via Flathub mittlerweile auch für Linux verfügbar.
  • Bei den allgemeinen Plattformen ist Steam weiterhin die wichtigste Anlaufstelle, wo viele Windows-Spiele dank Proton weiterhin spielbar sind. Für einen genaueren Überlick lohnt sich ein Besuch von ProtonDB. Daneben gibt es auch noch Lutris sowie den Heroic Games Launcher, welcher den Epic Games Store, GOG und Amazon Games unter einer Haube bündelt.

Microsoft-nahe Software

  • Die DevToys, die wir unter Windows bereits als Universal App kennen, sind für Debian und Ubuntu auch in einer Linux-Version verfügbar.
  • Entwickler von .NET-Programmen steht mit JetBrains Rider auch unter Linux eine vollständige Entwicklungsumgebung zur Verfügung. Möchte man zusätzlich Programme mit einer grafischen Benutzeroberfläche entwickeln, bieten sich passende Toolkits wie AvaloniaUI an.
  • Wer einen Taskmanager unter Linux bevorzugt, der dem Design des Pendants von Windows 10/11 relativ nahe kommt, dürfte mit Mission Center eine gute Alternative finden.
  • Wenn ihr OneNote lieber als echtes Programm in euren Desktop integrieren möchtet, habt ihr mit P3X OneNote eine Möglichkeit, dies zu tun. Das Programm nimmt OneNote Online und integriert es in ein Electron-Fenster.
  • Nutzer von Paint.NET unter Windows dürften in Pinta eine ähnlich gute Alternative finden. Das Programm basiert selbst auf .NET und nutzt ältere Bibliotheken, die in Paint.NET 3.5 und früher verwendet wurden.
  • Wenn ihr handschriftliche Notizen unter Linux machen möchtet, weil ihr passende Formfaktoren wie ein Convertible zur Verfügung habt, stehen euch mit Rnote und Xournal++ zwei gute Alternativen zur Verfügung.
  • Für Nutzer von Notepad++ und MPC-HC steht unter Linux jeweils eine freie Reimplementierung zur Verfügung, die jeweils auf Qt basiert. Einerseits betrifft dies den Texteditor Notepad Next, zum anderen sei das Media Player Classic Qute Theater (MPC-Qt) hier erwähnt.
  • Ganz allgemein darf natürlich auch Wine nicht unerwähnt bleiben. Für eine möglichst einfache Umsetzung stehen zudem Projekte wie PlayOnLinux und Bottles zur Verfügung.

Linux-Versionen bekannter Windows-Programme

  • Office: SoftMaker Office, WPS Office, Todoist
  • Cloud: Dropbox, Synology, Nextcloud, Seafile, TeamDrive
  • Messenger: Signal, Telegram, Discord, TeamSpeak, Zoom
  • Browser: Firefox, Chrome, Vivaldi, Opera One, Brave, Mullvad Browser, Waterfox
  • PDF: Master PDF Editor, Qoppa PDF Studio
  • Musik: Spotify
  • Grafik: XnViewMP
  • Fernwartung: TeamViewer
  • VPN: Private Internet Access, Mullvad VPN, ExpressVPN, NordVPN, Mozilla VPN
  • Passwörter: Bitwarden, Enpass, 1Password, NordPass
  • Videobearbeitung: DaVinci Resolve
  • VMs: VMWare Player, VirtualBox

Linux-on-Surface

Das Projekt bringt speziell aufbereitete Linux-Kernel für zahlreiche Surface-Modelle raus, die sich vor allem auf die Distributionsfamilien von Ubuntu/Debian, Fedora und Arch Linux konzentrieren. Die aktuelle Liste der unterstützten Geräte kann auf der Projektseite eingesehen werden.

Schlusswort

Diese Liste übernimmt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird immer mal wieder aktualisiert. Weitere Updates werden hier vermerkt.

Aktueller Stand: 05.08.2025, 14.25 Uhr

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