Militärparade Chinas: Putin und Kim kommen nach Peking

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In Peking fahren kommende Woche die Panzer auf. In einer großen Militärparade auf dem Platz des Himmlischen Friedens will der Machtapparat seine neuesten Hyperschallwaffen, Raketen und unbemannten Waffensysteme präsentieren. Anlass ist der achtzigste Jahrestag der Kapitulation Japans und das Ende des Zweiten Weltkriegs. Und zu den 25 erwarteten Staatsgästen für die Parade kommt eine weitere bekannte Figur dazu. Wie das chinesische Außenministerium und nordkoreanische Staatsmedien am Donnerstagmorgen bekanntgaben, wird auch Nordkoreas Diktator Kim Jong-un wird dem Aufmarsch in der chinesischen Hauptstadt beiwohnen.

Neben Kim nehmen demnach auch der russische Präsident Wladimir Putin sowie die Staatschefs von Iran, Belarus und Pakistan teil. Indiens Ministerpräsident Narendra Modi, der zwar seine Teilnahme am Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) am Wochenende im ostchinesischen Tianjin zugesagt hat, wird der Militärparade in Peking nicht beiwohnen. Aus Europa indes kündigt die Nachrichtenagentur Xinhua den serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić sowie den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico an. Andere Staaten senden rangniedere Vertreter, Südkorea etwa soll seinen Parlamentspräsidenten Woo Won-shik schicken.

Alle zehn Jahre veranstaltet die Volksrepublik China eine derartige Militärparade, zu der in diesem Jahr zehntausende Soldaten erwartet werden. Für Nordkorea ist die Einladung des Diktators nach Peking eine Aufwertung. Bei der Parade 2015 war Kim Jong-un nicht dabei. „China und Nordkorea sind traditionell befreundete Nachbarn, die durch Berge und Flüsse verbunden sind“, sagte Protokollchef Hong Lei am Donnerstag in Peking. Die „Wahrung, Festigung und Weiterentwicklung der Beziehungen“ zwischen China und Nordkorea bleibe die „feste Haltung der chinesischen Partei und Regierung“, fügte er an.

Kim verlässt Nordkorea fast nie

Eine solche Aufwertung mit einem derartigen internationalen Zusammentreffen hat Nordkoreas Machthaber bislang nicht erfahren, wenn man von Kims Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump 2019 in Hanoi absieht. Die chinesische Einladung Kims dürfte denn auch als ein Signal nach Washington gedacht sein: Sie erfolgt unmittelbar auf das Treffen des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung mit Donald Trump im Weißen Haus, wo sich beide Seiten für neuerliche Begegnungen mit dem Nordkoreaner ausgesprochen hatten.

Kim Jong-un wiederum ist dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping seit sechs Jahren nicht mehr begegnet. Beiden wird ein kühles Verhältnis nachgesagt wird. Sein Land wiederum hat Kim zwei Jahre nicht mehr verlassen, seit er in Russland war und das mittlerweile enge militärische Bündnis zwischen Pjöngjang und Moskau anbahnte. Auch an der russischen Militärparade zum Weltkriegsgedenken in Moskau vergangenen Mai konnte Kim nicht teilnehmen. Nun sieht auch Xi offenbar kein Problem mehr darin, sich kommenden Mittwoch und damit zum ersten Mal öffentlich gemeinsam mit Putin und Kim zu zeigen.

Mit Spannung erwartet wird auf der Parade zudem, welche chinesischen Militärs dort wo auftreten. Denn neben der geopolitisch bedeutsamen Aufstellung der Staatsgäste ist auch die Auswahl der anwesenden chinesischen Militärchefs wichtig. Sie geben Rückschlüsse auf die Führungsstruktur der Streitkräfte. In den vergangenen Monaten hat der chinesische Machtapparat eine ganze Reihe ranghoher Generäle und Vertreter der Rüstungsindustrie abgesetzt, die von Xi einst selbst befördert worden waren. Dazu gehören der stellvertretende Vorsitzende der Zentralen Militärkommission He Weidong oder der General Miao Hua aus dem gleichen Gremium, das die Streitkräfte der Kommunistischen Partei führt. Drei der sieben Sitze in der Zentralen Militärkommission sind derzeit unbesetzt.

Rüstungsfachleute blicken zudem mit Spannung darauf, welche neuen Waffensysteme China am 3. September vorführt. Der chinesische Generalmajor Wu Zeke sprach vergangene Woche von einer „Premiere von Hyperschall-, Raketenabwehr- und strategischen Raketen“. Zudem werden neue Panzer sowie unbemannte Fahrzeuge präsentiert. Siebzig Minuten soll die Parade dauern, unter den Augen der versammelten autoritären Führer der Welt.

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