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Google und Epic haben sich nach jahrelangem Rechtsstreit in den USA überraschend geeinigt. Die Eckpunkte der Vereinbarung könnten Microsofts Traum von einem eigenen Xbox-Store unter Android in greifbare Nähe rücken.
Spätestens seit der Übernahme von Activision verfügt Microsoft über ein umfassendes Portfolio an mobilen Games. Hinzu kommt der Plan, unter anderem über das Cloud-Gaming das Xbox-Ökosystem auf Android auszuweiten. Bislang war das mit den Regeln, die Google für Android aufstellt, nicht vernünftig umsetzbar. Genau das könnte sich jetzt ändern.
Seit 2020 läuft das Antitrust-Verfahren, welches Epic gegen Google in Gang gesetzt hatte. Die Fronten schienen verhärtet, doch jetzt hat man einen Kompromiss ausgehandelt. Die Zugeständnisse, die Google in diesem Zusammenhang macht, sind weitreichend und auch nicht ganz freiwillig. Im Oktober 2024 hatte das Gericht in San Francisco nämlich festgestellt, dass Google seine Marktmacht missbraucht und alternative App-Stores unter Android in unzulässiger Weise behindert. Alle bisherigen Versuche Googles, dieses Urteil anzufechten, schlugen fehl.
Jetzt wollen Google und Epic den Streit beilegen und haben ein entsprechendes Dokument bei Gericht eingereicht (via Reuters). Der zuständige Richter James Donato muss die Einigung noch absegnen, das dürfte allerdings eher eine Formalität sein.
Google verpflichtet sich, den Zugang zu alternativen Stores und den Download von Inhalten aus diesen Stores unter Android zu vereinfachen. Zudem dürfen Entwickler alternative Zahlungsmethoden anbieten und müssen nicht das Bezahlsystem von Google verwenden. Statt der sonst üblichen 30 Prozent Umsatzbeteiligung werden dabei reduzierte Sätze zwischen 9 und 20 Prozent fällig.
Bemerkenswert ist, dass die geplanten Änderungen nicht nur in den USA, sondern weltweit gelten sollen. Die Laufzeit ist zwar bis 2032 beschränkt, wenn dieses Rad aber erst einmal in Bewegung gesetzt wurde, dürfte es sich nicht mehr zurückdrehen lassen.
Die neuen Regelungen wird man auch in Redmond wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Ein Xbox-Store unter Android könnte sich zu einer interessanten Einnahmequelle entwickeln. In Zeiten, in denen die Xbox hausintern unter enormem finanziellen Druck steht, ist das vielleicht ein kleiner Hoffnungsschimmer.
Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant.
Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir – für Euch!
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