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Der Sommer ist Reisezeit – und genau darauf zielen jetzt zwei weitere Ladeanbieter ab. Nachdem unter anderem Aral Pulse die Preise im Klassik-Tarif nach unten korrigierte, folgt jetzt der nächste „big fish“. EnBW, aktuell der Betreiber mit den meisten Schnellladesäulen für E-Autos in Deutschland, dreht bis Ende September an der Preisschraube nach unten. Und IONITY belohnt dich neuerdings dafür, wenn du beim Laden etwas mitdenkst.
EnBW: Fünf Cent weniger pro Kilowattstunde
Beginnen wir mit EnBW. Noch bis zum 30. September 2026 zahlst du an den eigenen Ladestationen des Energieanbieters pro Kilowattstunde (kWh) 5 Cent weniger – und zwar quer durch alle verfügbaren mobility+ Tarife. Klingt nach wenig, summiert sich auf längeren Strecken aber ordentlich.
Ein Beispiel: Wer Strom-, Gas– oder Wärmekunde bei der EnBW ist und im Tarif L lädt, kommt im Aktionszeitraum auf 30 statt 35 Cent pro kWh. Das sind über 14 Prozent Ersparnis – und liegt damit sogar unter dem, was viele gerade für ihren Haushaltsstrom aus der Steckdose zahlen. Auch der Tarif S ohne monatliche Grundgebühr wird günstiger: Statt 56 zahlst du hier 51 Cent je kWh. Ein Frontalangriff auf den Wettbewerb. Sogar das bei vielen E-Auto-Fahrern beliebte Angebot von EWE wird um 1 Cent pro kWh unterboten.

Einen Haken gibt es aber: Der bis Ende September gültige Rabatt gilt ausschließlich an EnBW-eigenen Ladepunkten. Lädst du unterwegs an einer Säule eines anderen Betreibers, bleibt es bei Nutzung der mobility+ App oder der zugehörigen Ladekarte beim normalen Preis. Und dann kann es schnell teuer werden. Denn dann werden bis zu 89 Cent pro kWh fällig. Auch die Ad-hoc-Preise und die Blockiergebühr rührt die EnBW nicht an. Erfreulich: Aktiv anmelden musst du dich für die Aktion nicht. Sie gilt automatisch für alle Neu- und Bestandskunden.
IONITY: Gratis-Strom fürs clevere Laden
Auch bei IONITY dreht sich alles um die Sommerreise – nur setzt der Anbieter statt auf Rabatte auf ein neues Belohnungssystem. Die Idee dahinter: Wer beim Laden auf andere Rücksicht nimmt, bekommt kostenlose Kilowattstunden geschenkt. Zwei neue „Rewards“ machen den Anfang.
- Fast Lane Reward: Beendest du deinen Ladevorgang bei 80 Prozent Akkustand, schreibt dir IONITY 5 kWh gut. Damit das klappt, muss der Ladevorgang tagsüber zwischen 9 und 17 Uhr starten, und du musst dein Auto abstöpseln, bevor der Akku die 85-Prozent-Marke knackt. Praktisch: Wer in der App die Benachrichtigung „80 % geladen“ aktiviert, bekommt automatisch eine Push-Nachricht, sobald es so weit ist und kann direkt in der App den Ladevorgang stoppen.
- Off-Peak Reward: Wer nachts zwischen 22 und 6 Uhr an einer IONITY-Säule lädt, bekommt ebenfalls 5 kWh geschenkt. So will der Anbieter nach eigenen Angaben den Andrang an den Säulen etwas entzerren und die Verfügbarkeit zur Hauptreisezeit verbessern.

Für beide Boni gilt: Du musst mindestens 40 kWh pro Ladevorgang ziehen. Das gesammelte Guthaben findest du in der App unter „Credits & Rewards“. Bei der nächsten Aufladung erfolgt eine automatische Verrechnung. Teil der Wahrheit ist aber auch: Ohne Anmeldung zahlst du bei IONITY 72 Cent pro kWh, mit Anmeldung immer noch 68 Cent. Das ist vergleichsweise teuer. Im Abo, also mit monatlicher Grundgebühr, kannst du den kWh-Preis in Deutschland auf bis zu 41 Cent drücken.
Was das für dich bedeutet
Der Tipp mit den 80 Prozent ist übrigens nicht nur ein IONITY-Marketinggag, sondern tatsächlich sinnvoll. Die Ladekurve flacht bei den meisten E-Autos oberhalb von 80 Prozent deutlich ab – die letzten 20 Prozent dauern oft fast genauso lange wie der Sprung von 10 auf 80. Wer früher weiterfährt, spart also Zeit, schont nebenbei den Akku und macht die Säule schneller für den Nächsten frei. Die Gratis-Kilowattstunden sind da eher das Sahnehäubchen.
Und wenn du diesen Sommer eh viel unterwegs bist: Die beiden Aktionen schließen sich nicht aus. Auf EnBW-Säulen kassierst du den Rabatt, an IONITY-Standorten sammelst du Freikilowattstunden – vorausgesetzt, du lädst zur richtigen Zeit und stöpselst rechtzeitig ab. Ein bisschen Routenplanung vorab kann sich also bezahlt machen. Und wenn du die bekanntesten Autostrom-Tarife miteinander vergleichen möchtest: Unser zugehöriger Ratgeber zeigt dir alle aktuellen Tarife auf einen Blick.
Ich freue mich über jeden Cent, der das E-Auto-Laden unterwegs günstiger macht. Die EnBW-Aktion und die IONITY-Boni sind ein Schritt in die richtige Richtung. Aber ehrlich: Da müsste noch deutlich mehr drin sein. Ladestrom bleibt vielerorts schlicht zu teuer, gerade wenn man an Säulen landet, die man im Roaming-Verfahren freischalten muss. Das es besser geht, zeigt ein Blick ins Ausland: In anderen Ländern zahlt man teilweise nur 39 Cent pro Kilowattstunde – genau dahin sollte die Reise auch bei uns gehen. Solche Sommeraktionen sind schön, ein dauerhaft niedriges Preisniveau wäre mir aber lieber.
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