Zehntausende im Gazastreifen bereits nach Süden geflohen +++ Netanjahu: Derzeitige Angriffe sind „erst der Anfang“ +++ Reuters-Journalist an israelisch-libanesischer Grenze getötet +++ Raketenalarm in Tel Aviv – Baerbock im Schutzraum +++ Alle Entwicklungen im Liveblog
Israelische Kampfflugzeuge hätten in der Nacht Dutzende Hamas-Ziele im gesamten Gazastreifen angegriffen und dabei „Nukhba“-Terroristen getroffen, die sich in einem Aufmarschgebiet der Küstenenklave aufhielten, hieß es. Die „Nukhba“-Terroristen gehörten zu den Kräften, die das Eindringen nach Israel anführten.
- Laut Israels Militär sind Soldaten „überall" rund um den Gazastreifen postiert.
- Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen hochrangigen Hamas-Kommandeur getötet.
- Israel forderte 1,1 Millionen Menschen auf, innerhalb von 24 Stunden den Norden des Gazastreifens zu verlassen. Laut UN sind Zehntausende bereits in den Süden geflohen.
- Israel hat nach eigenen Angaben die radikale Hisbollah-Miliz im Südlibanon beschossen.
- Die Zahl der bei israelischen Angriffen im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist auf mindestens 1900 gestiegen.
- Israel hat nach eigenen Angaben innerhalb der vergangenen 24 Stunden bereits mehrere begrenzte Vorstöße auf das Gebiet des Gazastreifens unternommen.
- Die Lufthansa hat mit vier Sonderflügen mehr als 800 deutsche Staatsangehörige aus Israel nach Deutschland ausgeflogen.
„Gerade erleben wir eine grässliche humanitäre Lage in Gaza“, sagte Borrell. Er stellte sich erneut hinter die Haltung der UN, die sich öffentlich vom Aufruf des israelischen Militärs zur Massenevakuierung des nördlichen Gazastreifens gen Süden distanziert hatten. So viele Menschen könnten sich in so kurzer Zeit nicht auf den Weg machen, das sei unmöglich, sagte der 76-Jährige. Israel habe das Recht, sich zu verteidigen, betonte Borrell. Dieses Recht müsse jedoch im Einklang mit dem Völkerrecht ausgeübt werden.
Angesprochen darauf, ob er China gebeten habe, seinen Einfluss im Nahen Osten zu nutzen, sagte Borrell: „Sicherlich haben wir darüber gesprochen, was jeder von uns tun kann, um zu versuchen, mit der Lage umzugehen.“ Die Volksrepublik versucht ihre neutrale Position zu bewahren und gute Beziehungen sowohl zu Israel als auch zu den Palästinensern zu pflegen. Die Hamas-Attacken vom vergangenen Wochenende verurteilte China bislang nicht, stattdessen wurde lediglich kritisiert, dass Zivilisten ihr Leben in dem Konflikt verloren.
Das Auswärtige Amt verwies nun auf zwei Flüge am Sonntag mit dem Ferienflieger Condor aus dem jordanischen Akaba. Die Stadt am Roten Meer liegt allerdings mehrere Stunden Auto- oder Busfahrt durch die Negev-Wüste von Tel Aviv entfernt. Zudem wird für die Einreise nach Jordanien ein Visum benötigt. Dies kann dem Auswärtigen Amt zufolge auch am Grenzübergang Akaba beantragt werden.
Zuvor hatte UN-Generalsekretär Antonio Guterres die Flucht von Zivilisten aus Gaza-Stadt in Richtung Süden als „extrem gefährlich“ bezeichnet. Guterres schrieb dazu auf X, vormals Twitter: „Mehr als eine Million Menschen durch ein dicht besiedeltes Kriegsgebiet an einen Ort zu bringen, an dem es keine Nahrungsmittel, Wasser oder Unterkünfte gibt, während das gesamte Gebiet des Gazastreifens belagert wird, ist extrem gefährlich - und in einigen Fällen einfach nicht möglich.“
Israels Armeesprecher Daniel Hagari hatte auf der vormals als Twitter bekannten Plattform X geschrieben, Ziel dieser Einsätze sei es, „das Gebiet von Terroristen und Waffen zu säubern“. Dabei habe man auch versucht, Vermisste zu finden. Boden- und Panzertruppen hätten nach Spuren gesucht und „Terrorzellen ausgeschaltet“.
Nach Angaben des militärischen Arms der Hamas sollen 13 von rund 150 aus Israel verschleppten Geiseln bei den israelischen Luftangriffen auf das Küstengebiet getötet worden sein. Darunter seien auch ausländische Staatsangehörige, behaupteten die Al-Kassam-Brigaden in einer Stellungnahme. Unabhängig konnten diese Angaben nicht überprüft werden. Die israelische Armee wollte dem Bericht nach eigenen Angaben nachgehen.
Diplomaten zufolge wurde der Text bereits dem 15-köpfigen Rat während einer Klausurtagung zu dem Konflikt am Freitag vorgelegt. Der russische Resolutionsentwurf bezieht sich auf Israel und die Palästinenser, nennt aber nicht direkt die Hamas. Für eine Resolution des UN-Sicherheitsrats sind mindestens neun Stimmen erforderlich, ohne dass die USA, Großbritannien, Frankreich, China oder Russland ihr Veto einlegen.
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