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Das „Stranger Things“-Finale konnten Fans in den USA in ausgewählten Kinos auf der großen Leinwand erleben; und sie sorgten für einen Traum-Umsatz für Netflix.
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Als führende Streaming-Plattform ist Netflix eigentlich die größte Konkurrenz zum traditionellen Kino. Entsprechend hat Netflix-CEO Ted Sarandos auf Veranstaltungen stets betont, dass dieses Unterhaltungsmodell veraltet sei und im Sterben liege.
Doch ausgerechnet Netflix lieferte nun den Beweis, dass Kino noch immer einer der größten Orte für das kollektive Erlebnis darstellt mit dem Serienfinale des Megahits „Stranger Things“. Die Mystery-Serie der Showrunner Matt und Ross Duffer zählt zu den größten popkulturellen Phänomenen der vergangenen zehn Jahren und gilt als wegweisende Produktion und Eckpfeiler des Streaming-Erfolgs von Netflix.
Mit der einmaligen Aufführung der achten und letzten Episode von Staffel 5, „Zurück in der realen Welt“ („The Rightside Up“), in ausgewählten Kinos in den USA erhielten Fans die Möglichkeit, diesen besonderen Augenblick mit Gleichgesinnten auf der großen Leinwand zu erleben.
Die richtige Entscheidung: Bei nur einer einzigen Vorstellung in rund 620 Kinos spielte das „Stranger Things“-Finale laut aktuellen Schätzungen (via Deadline) zwischen 25 und 30 Millionen US-Dollar ein. Zum Vergleich für die Größenordnung: Die aktuelle weltweite Nummer 1, „Avatar: Fire and Ash“, sorgte im gleichen Zeitraum bei wesentlich mehr Aufführungen in bis zu 3800 Kinos für einen Umsatz von circa 23,7 Millionen US-Dollar in den USA (!).
Damit ist auch die bisherige Netflix-Spitze mit „KPop Demon Hunters“ entthront. Der erfolgreichste Netflix-Film aller Zeiten generierte im Kino über zwei Tage in den USA einen Umsatz von rund 19 Millionen US-Dollar. Diese Traumzahlen dürften aber nicht überraschen, schließlich ist das Serienfinale zugleich das Ende einer Ära:
Was bedeutet dieser „Stranger Things“-Erfolg für die Zukunft von Netflix?
Dieser „Stranger Things“-Erfolg zeigt, dass selbst ein Publikum, das bereits für ein Streaming-Abo von Netflix monatlich zahlt, gewillt ist, für ein besonderes Erlebnis in die Kinos zu gehen – wenn das Gezeigte dem Geschmack der Fans entspricht.
Der Erfolg von „Stranger Things“ und „KPop Demon Hunters“ könnte oder sollte das Interesse des Streaming-Unternehmens aus dem kalifornischen Los Gatos dazu inspirieren, sein Engagement in Sachen Kino auszuweiten und zu verstärken. Mit dem potenziellen Kauf der Film- und Fernsehstudios von Warner Bros. Discovery wäre zumindest auch die nötige Infrastruktur vorhanden, um sich weiter in diesem Bereich zu entwickeln.
Zuletzt sorgte Sarandos allerdings eher für Sorgenfalten bei den Kinos mit der Andeutung, bei einer Übernahme die Filmproduktionen von Warner nach einem Kinofenster von gerade einmal 17 Tagen direkt ins Streaming übertragen zu wollen. Es bleibt also die Hoffnung, dass dieser jüngste Erfolg zu einem Umdenken führt. Wenn das „Stranger Things“-Finale eines gezeigt hat, dann, dass Fans das kollektive Erlebnis wollen – auch bei Streaming-Produktionen.
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