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Gasverbraucher müssen sich im Herbst auf höhere Preise einstellen. Vom 1. Oktober an wird eine Konvertierungsumlage von 0,018 Cent je Kilowattstunde erhoben, teilte der Marktgebietsverantwortliche, Trading Hub Europe (THE), am Donnerstag mit. Sie soll die gestiegenen Kosten der Umwandlung von L-Gas in H-Gas abdecken. Bislang war die Umlage nicht erhoben worden. Zahlen müssen sie die Bilanzkreisverantwortlichen, also meist Energieversorger. Sie geben solche Umlagen in der Regel aber an ihre Kunden weiter.
Hintergrund ist, dass in Deutschland Erdgas nicht gleich Erdgas ist. So kommt in vielen nordwestlichen Bundesländern traditionell L-Gas zum Einsatz, etwa aus den Niederlanden. Derzeit wird ein Viertel aller Haushalte noch mit dieser Sorte versorgt, die einen etwas geringeren Methangehalt hat. Leitungen und Geräte in anderen Regionen Deutschlands funktionieren hingegen nur mit H-Gas, welches ehemals aus Russland und nun vor allem aus Norwegen ins Land strömt. Wegen des unterschiedlichen Brennwerts müssen die beiden Sorten in getrennten Gasnetzen transportiert werden. Bis 2029 sollen schrittweise alle Verbraucher auf H-Gas umgestellt werden.
Wenn die Liefermengen in den jeweiligen Gebieten nicht stimmen, kann es sein, dass L-Gas in H-Gas umgewandelt werden muss oder umgekehrt. Derzeit ist sehr viel L-Gas im Markt vorhanden, da der Verbrauch schneller gesunken ist als das Angebot. In den vergangenen Monaten musste deshalb sehr viel Gas umgewandelt werden. Jedoch waren die Mengen so ungewöhnlich hoch, dass die Bundesnetzagentur misstrauisch geworden ist. Sie geht dem Verdacht nach, dass der Markt manipuliert worden sein könnte. Allein seit Mitte Mai sind der Behörde zufolge Kosten von etwa 60 Millionen Euro für die Umwandlung entstanden, welche nun auf die Verbraucher umgelegt werden müssen.
Speicherumlage wird abgeschafft
Um die langfristige Umstellung auf H-Gas kümmern sich die Gasnetzbetreiber vor Ort. Betroffen sind vor allem die Bundesländer Bremen und Niedersachsen, aber auch Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Hessen. Die Kosten tragen zunächst die Netzbetreiber, welche sie wiederum auf alle Netzkunden umlegen. Derzeit beträgt die Umlage dafür 67 Cent je Kilowattstunde.
Trotz der alten und der neuen Umlage dürften die Gaspreise zum 1. Januar wieder ein Stück sinken: Das Bundeskabinett hatte in der vergangenen Woche die Abschaffung der Gasspeicherumlage beschlossen. Sie beträgt derzeit 0,289 Cent je Kilowattstunde und soll künftig aus dem Klima- und Transformationsfonds finanziert werden.
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