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Nicht alle wissen, was ein sogenannter Gimbal ist. Dabei ist das Tool extrem praktisch. Spannt man eine Kamera oder wie in diesem Fall ein Smartphone rein, sorgt der Gimbal für eine außergewöhnlich gute Bildstabilisierung. Heißt: keine verwackelten Videos und Fotos. Der neue Hohem iSteady V3 Ultra bietet zudem ein KI-Tracking und ermöglicht dadurch nicht nur Vlogging auf einem gänzlich anderen Niveau, sondern auch generell hervorragende Fotos und Videos – nicht zuletzt dank eines kabellosen Steuerelements samt Touchscreen. Doch alles der Reihe nach.
Hohem iSteady V3 Ultra im Test
Der neue Hohem-Gimbal mit 3-Achsen-Stabilisierung überrascht im ersten Moment mit einer wirklich guten Verarbeitung. Zwar besteht das Gehäuse größtenteils aus Kunststoff, allerdings fühlt sich alles so wertig an und sitzt so präzise, dass es an dieser Front nichts zu bemängeln gibt. Ferner fällt schnell auf, dass Hohem jahrelange Erfahrung mit der Herstellung von Gimbals aufweist. Denn das Gadget verfügt über zahlreiche sinnvolle Mechaniken. Zunächst einmal lassen sich drei Stützbeine (Tripod) herausfahren, auf denen sich der Gimbal abstellen lässt. Außerdem wäre da noch der ausfahrbare 20,5-cm-lange Verlängerungsstab (Selfiestick), der so gut verbaut ist, dass man ihn gar nicht erst findet, wenn man nicht sowieso schon weiß, dass er da ist. Weiterhin lässt er sich so gut zusammenklappen, dass er in praktisch jede Tasche passt. Und damit ist er übrigens das aktuell einzige Modell auf dem Markt: Faltbar, mit Touchscreen und trotzdem für unter 200 Euro.
Nun zu den technischen Daten. Der iSteady V3 Ultra legt etwa 428 Gramm auf die Waage, kann seinerseits jedoch Smartphones von bis zu 400 Gramm tragen. Zumindest, sofern diese zwischen 58 und 98 Millimeter breit sind. Bei voller Ladung (1.600 mAh) läuft der Gimbal laut Herstellerangaben etwa 9 Stunden. Das allerdings nur, wenn man auf KI-Tracking und Beleuchtung verzichtet – später mehr dazu. Nutzt man beides voll aus, sind es hingegen 4 bis 5 Stunden. Bleiben noch die drei Bewegungsangaben: schwenken, neigen und rollen. Schwenken (Pan) geht dabei mit 360 Grad, neigen (Tilt) mit bis zu 120 Grad und rollen (Roll) mit maximal 330 Grad. Übrigens, der Gimbal ist sowohl in einer weißen als auch in einer schwarzen Farbvariante erhältlich.
Quelle: Artem Sandler / inside digital
Quelle: Artem Sandler / inside digital
Quelle: Artem Sandler / inside digital
Quelle: Artem Sandler / inside digital
Quelle: Artem Sandler / inside digital
Quelle: Artem Sandler / inside digital
Highlights des iSteady V3 Ultra
KI-Tracking
Der Hohem-Gimbal überzeugt nicht nur mit einem ordentlichen Gesamtpaket, sondern auch mit zwei äußerst nützlichen Highlight-Features. Zunächst wäre da das KI-Tracking. Dieses ermöglicht es dem High-End-Halter sowohl Personen als auch Objekte zu orten und vollautomatisch zu verfolgen. Läuft man also beispielsweise vor dem iSteady V3 Ultra hin und her, folgt dieser den Bewegungen. Das bietet vor allem professionellen sowie Hobby-Vloggern große Vorteile. Machen sie beispielsweise Sport vor der Kamera, folgt diese allen Bewegungen. Im Rahmen unseres Tests funktionierte das bei Menschen erstaunlich gut. Und auch ein voller 360-Grad-Schwenker wird von der Technik abgedeckt. Lediglich bei kleineren Objekten oder bei ähnlichem Hintergrund kam der Gimbal an seine Grenzen. Praktisch dagegen, dass sich der iSteady V3 Ultra per Gestensteuerung steuern lässt – dank Bluetooth-Verbindung auch inklusive Aufzeichnungsstart und -stopp.
Da die zum Tracken benötigte Kamera als externes Modul an den Gimbal angeschlossen wird, kann man bequem auch die rückseitigen Linsen des Smartphones zum Aufnehmen verwenden, ohne jenes umdrehen zu müssen. Ein Lämpchen zeigt zudem an, ob das KI-Tracking an- oder ausgeschaltet ist. Apropos Lämpchen, das Modul verfügt zusätzlich über eine verbaute Beleuchtung mit warmen, kalten und neutralen Farben – jeweils dimmbar.

Touch-Fernbedienung
Abseits der Gestensteuerung lässt sich der Gimbal auch mittels eines Steuerelements aus der Ferne bedienen. Möchte man also das Motiv anpassen, ohne ständig zum iSteady V3 Ultra laufen zu müssen, ist dies nun ebenfalls problemlos möglich. Das Steuerelement hängt dabei normalerweise magnetisch befestigt direkt am iSteady V3 Ultra, lässt sich bei Bedarf jedoch herausnehmen. Es verfügt über einen Joystick, eine Aufnahmetaste und ein 1,22-Zoll-großes Touch-Panel. Letzteres steuert Gimbal und Handy nicht nur aus bis zu 10 Metern Entfernung, sondern zeigt auch einen Live-Videostream. Lediglich die Objekterfassung funktionierte im Rahmen unseres Tests über das Touch-Display recht spärlich. Da empfehlen wir die Nutzung des Smartphone-Bildschirms mittels der dazugehörigen Hohem-App; die ansonsten jedoch im positiven Sinne praktisch überflüssig ist.
Die abnehmbare Touch-Fernbedienung ist zudem etwas, das der Hohem iSteady V3 Ultra selbst dem DJI Osmo Mobile 7P voraus hat. Genauso wie eine Tracking-Funktion, die nicht nur Personen, sondern auch Objekte zu verfolgen vermag. Letzteres ist beim DJI-Gimbal lediglich in der DJI Mimo App möglich. Dafür lässt sich die Smartphone-Halterung beim Osmo Mobile 7P vom Gimbal trennen, was bei der Befestigung des Mobiltelefons etwas angenehmer sein kann. Weiterhin ist das Modell günstiger.
Die gesamte Steuerung des neuesten Hohem-Modells – inklusive der Bedienung des Smartphones selbst – erfolgt über Gesten, das Touch-Panel sowie Buttons am Gimbal und der Fernbedienung. Letzteren hat der Hersteller je nach Druckzahl viele unterschiedliche Funktionen zugewiesen, daher dürfte es eine Weile dauern, bis man die Steuerung wirklich verinnerlicht hat. Doch das ist auch bei Bluetooth-Kopfhörern nicht anders. Die Nutzeroberfläche selbst ist derweil übersichtlich und intuitiv. Auch bietet sie viele Anpassungsmöglichkeiten, etwa bei der Reaktionsgeschwindigkeit der einzelnen Motoren. Ferner programmierte der Hersteller Panoramen, Zeitraffer und Co. als auswählbare Szenarien – inklusive einer automatisierten Smartphone-Steuerung.

Schwächen des Hohem-Gimbal
Aus dem vorangegangenen Text geht bereits hervor, dass der iSteady V3 Ultra sowohl in puncto Verarbeitung als auch bei der Funktionalität ziemlich gut abschneidet. Und auch unsere stabilisierten Testaufnahmen vermochten durchaus zu überzeugen. Doch gänzlich ohne Schwächen kommt der Gimbal nicht aus. So umfasst die verfügbare Sprachvielfalt des Betriebssystems zumindest zum Testzeitpunkt ausschließlich Englisch oder Chinesisch, die Joystick-Steuerung lässt sich nicht umkehren und die automatisierte Level-Kalibrierung versagt oftmals vollkommen. Positiv lässt sich derweil hervorheben, dass der Gimbal im Falle einer unsachgemäßen Belastung automatisch abschaltet, um die Motoren zu schonen. Viel falsch machen kann man also glücklicherweise nicht.
Fazit
Der Hohem iSteady V3 Ultra ist nicht perfekt. Doch das ist nicht weiter schlimm. Denn für einen vergleichsweise geringen Kaufpreis von 189 Euro erhalten Video-Enthusiasten einen hervorragend verarbeiteten, gut durchdachten und überaus praktischen Gimbal. Und dann wären da noch die beiden Highlights, KI-Tracking und das abnehmbare Touchscreen-Steuermodul, die dem Ganzen den letzten Schliff verleihen. Wer einen praktischen Smartphone-Gimbal sucht, macht mit dem iSteady V3 Ultra folglich nichts verkehrt.
Pros des iSteady V3 Ultra:
- KI-Tracking
- Touch-Fernbedienung
- gute Verarbeitung
Cons des iSteady V3 Ultra:
- eingeschränkte Sprachauswahl
- automatische Level-Kalibrierung schwächelt
- Joystick-Steuerung nicht umkehrbar
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