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Ehrenpräsident Uli Hoeneß vom FC Bayern München hat Rekordnationalspieler Lothar Matthäus für dessen Aussagen zum Transferpoker um Fußball-Nationalstürmer Nick Woltemade scharf kritisiert. Matthäus habe „nicht alle Tassen im Schrank“, sagte der 73-Jährige dem „Kicker“. Generell habe er ein Problem mit der Meinungsmache ehemaliger Profis. „Diese Experten sind mir schon lange ein Dorn im Auge“, sagte Hoeneß.
Die Bayern wollen Woltemade verpflichten – und der Angreifer würde offenbar gern schon in diesem Sommer vom VfB Stuttgart nach München wechseln. Der Ablösepoker läuft bereits und sorgt seit Tagen für Schlagzeilen. Noch sollen beide Klubs in ihren Vorstellungen weit auseinanderliegen.
Matthäus: 60 Millionen zu wenig
Matthäus, der seit Jahren auch als Experte für diverse TV-Sender arbeitet, hatte der „Bild“-Zeitung zuletzt gesagt, dass er es richtig finde, dass sich die Bayern um Woltemade bemühen. Eine Ablösesumme von 60 Millionen Euro halte er aber für zu wenig. „Wären 80 bis 100 Millionen genannt worden, hätte mich das nicht überrascht“, hatte Matthäus erklärt.
„Ein unglaublicher Spieler“
Mit solchen Aussagen setze Matthäus vor allem den VfB unter Druck, der am Ende bei einer niedrigeren Ablöse öffentlich als Verlierer dastehen würde, meinte Hoeneß. Woltemade selbst wollte sich rund um das EM-Finale im slowakischen Bratislava nicht näher zu seinen Zukunftsplänen äußern.
Dafür schwärmte der Engländer Harvey Elliott nach dem Titelgewinn von Woltemade: „Er ist ein unglaublicher Spieler, er war so gut dieses Turnier“, sagte Elliott, der von der UEFA zum besten Spieler der EM gekürt wurde.
In der Torschützenliste landete Elliott mit fünf Treffern auf Rang zwei hinter Woltemade (sechs). „Ich freue mich sehr für ihn und wünsche ihm nur das Beste für die Zukunft“, sagte der Flügelspieler vom FC Liverpool,.
Bobic: Bayern-Wechsel „läuft ihm nicht weg“
Fredi Bobic, der frühere Sportdirektor des VfB Stuttgart, hält einen sofortigen Wechsel Woltemades zum FC Bayern derweil für verfrüht. „Ich würde ihm nicht raten, jetzt bereits den Verein zu verlassen. Ein Interesse von Bayern oder anderen Topvereinen ist natürlich immer verlockend. Trotzdem wäre es aus meiner Sicht zu früh, und es läuft ihm auch nicht weg“, sagte der 53 Jahre alte Bobic im ran-Interview.
Woltemade solle zunächst „mal ein, zwei Jahre konstant auf Top-Niveau spielen und sich stabilisieren. Dann wäre er bereit für einen großen Klub.“ Woltemade müsse laut Bobic „in einigen Details sicherlich noch besser werden. Klar, spielt er eine überragende U21-EM, aber es ist eben auch nur ein Turnier im gleichen Jahrgang. Wenn man so eine Leistung auch bei einer WM bringt, dann wäre das schon etwas anderes.“ Und weiter: „Diesen Weg in die Weltklasse kann er gehen, aber noch ist er nicht so weit.“
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