Die nordirische Fußball-Nationalmannschaft brennt nach dem Coup in der WM-Qualifikation gegen die Slowakei auf das Duell mit der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). „Wir haben jetzt ein wichtiges Heimspiel gegen Deutschland“, sagte Trainer Michael O’Neill nach dem „herrlichen“ 2:0 (1:0) in Belfast gegen den DFB-Schreck und ergänzte mit Blick auf die Quali-Gruppe A.
„Alle drei Teams haben sechs Punkte, und wir haben noch zwei Heimspiele, vielleicht verschafft uns das einen kleinen Vorteil. Wir müssen versuchen, das, was wir heute Abend gezeigt haben, am Montag gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft umzusetzen“, sagte der Coach, der mit seiner Mannschaft im September 1:3 in Köln verloren hatte.
Die Aussagen von Julian Nagelsmann über die Spielidee der Nordiren werde im Windsor Park (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur WM-Qualifikation und bei RTL) als „extra Motivation“ dienen, schrieb die BBC. Der Bundestrainer hatte seine Aussagen über die langen Bälle der Briten zwar eingeordnet und betont, sie seien nicht abschätzig gemeint gewesen, doch auf der grünen Insel kam das so an.
Der frühere Nationalspieler Stephen Craigan bezeichnete sie als „ein wenig respektlos“, O’Neill hielt vor seinem 100. Länderspiel als Nationalcoach entgegen, auch Deutschland spiele „viele lange Bälle“. Außerdem sei es „nicht mein Job, meine Mannschaft darauf vorzubereiten, dass der andere Trainer hierher kommt und uns schlägt“.
Nach dem Hinspiel hatte Nagelsmann der BBC gesagt: „Es ist nicht einfach, viele lange Bälle zu verteidigen, und es ist auch nicht einfach, viele zweite Bälle zu verteidigen.“ Nordirland habe „jede Standardsituation und jeden freien Ball lang gespielt und ist mit zehn Mann auf die zweiten Bälle gegangen“, sagte der Bundestrainer, um zu folgern: „Diese Art von Fußball ist nicht besonders schön anzusehen, aber sie ist effektiv und nicht so einfach zu verteidigen.“
Das kam bei O’Neill und Co. nicht so gut an. Gegen die Slowakei habe sein Team „eine unserer besten Leistungen“ in den 99 Partien unter seiner Führung abgeliefert, schwärmte der Trainer, „aber ich denke, da ist noch mehr drin. Und ich denke, die Spieler glauben das auch.“ Obwohl Kapitän Conor Bradley vom FC Liverpool gelbgesperrt fehlen wird.
Ein Eigentor von Patrik Hrosovsky (18. Minute) und Trai Hume (81.) ließen die sangesfreudigen nordirischen Fans jubeln. Ihre Auswahl ist zu Hause seit sieben Spielen ungeschlagen. In dieser Phase gab es ein 2:0 gegen Dänemark und ein 1:1 gegen die Schweiz. Gerry Armstrong, einer der WM-Helden von 1982, als Nordirland die Zwischenrunde erreichte, sprach vom Slowakei-Spiel als der besten Leistung seit „zehn, 15 Jahren“. Er lobte das „Selbstvertrauen“ der Spieler sowie den „Glauben ineinander“ und meinte: „Das liebe ich an ihnen.“
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss sich also auf einen heißen Tanz in Belfast einstellen am Montag. „Es wird bestimmt hitzig. Wir wollen uns aber nicht aus der Ruhe bringen lassen“, sagte Aleksandar Pavlovic nach dem souveränen Sieg über Luxemburg (4:0). Die DFB-Auswahl führt die Tabelle der Gruppe A vor den punktgleichen Nordiren an. Torhüter Oliver Baumann rechnet im Windsor Park aber mit „lauten Fans“. Es werde mit Sicherheit „einen Tick emotionaler“ als am Freitagabend in Sinsheim.
Das weiß auch Nagelsmann. „Da müssen wir auf jeden Fall eine Schippe drauflegen und die Lust auf Gegenpressing mitnehmen, aufs gemeinschaftliche Verteidigen“, sagte der Bundestrainer. Nordirland spiele „mit frenetischen Fans im Rücken und diese langen Bälle noch klarer und strukturierter, mit noch mehr Personal und Körperlichkeit“. Ein Sieg im Rückspiele stehe „über allem“, betonte Nagelsmann und ergänzte: „Es ist nicht ratsam, immer die Tabelle zu lesen, wenn es noch nicht vorbei ist.“
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