Parasiten haben ein schlechtes Image, nicht zu Unrecht: Sie nisten sich ungefragt in ihrem Wirt ein, zehren von ihm und zerstören ihn im schlimmsten Fall. Grausam, aber doch faszinierend. Der Arzt Hans-Peter Hutter und der Medizinjournalist Raoul Mazhar widmen sich in ihrem Buch „Parasiten“ den perfiden Strategien, die Schmarotzer an den Tag legen, und lehren uns so manchen Grusel der Natur.
In acht knappen Kapiteln stellen sie verschiedene Parasiten vor: Von Malariaerregern über Madenwürmer bis hin zum Pärchen- oder Leberegel zeigen sie uns, welcher Strategien sich hier überwiegend Menschen befallende Parasiten bedienen, welche Zwischenwirte sie nutzen und wie sie diese und die Endwirte manipulieren. Obwohl oder gerade weil das an vielen Stellen nicht unbedingt appetitanregend ist, transportieren sie ihre Inhalte mit einer gehörigen Prise Humor, der zwar nicht immer zündet, aber das Thema dennoch charmanter verpackt als ein Weihnachtsgeschenk.
Das ist informativ und lehrreich. Nur beim vorletzten Kapitel weichen die beiden Autoren von ihrer üblichen Struktur ab: Es wirkt wie eine Collage aus Exzerpten, die sie für weitere Kapitel in petto hatten, jedoch in kondensierter Form noch unterbringen wollten. An dieser Stelle fehlt die Tiefe, die sie in den anderen Kapiteln an den Tag legen. Das ist jedoch ein zu verschmerzender Wermutstropfen in einem ansonsten unterhaltsamen Buch.
Rezension: Hans Siglbauer
Hans-Peter Hutter, Raoul Mazhar
Parasiten – Meister der Manipulation
Carl Ueberreuter Verlag, 192 S., € 25,–
ISBN 978–3–8000–7896–7
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