Organspende: Aufklärung wäre wichtiger denn je

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Der leichte Anstieg der Zahl der postmortalen Organspender im vergangenen Jahr kann nur vordergründig optimistisch stimmen. Die Zahl der Personen, die Monate, oft aber auch Jahre des Wartens auf ein Spenderorgan nicht überleben, dürfte mindestens so sehr gestiegen sein.

Um dieses sinnlose Sterben vor der Zeit zu vermeiden, hilft es aber nicht, immer nur mit dem Finger auf „die Politik“ zu zeigen oder vom Deutschen Bundestag zu verlangen, auf dem Gesetzesweg ein Widerspruchsverfahren einzuführen.

Denn solange auf der geltenden Rechtsgrundlage so viele Möglichkeiten nicht ausgeschöpft sind, mit denen die Zahl der Organspender erhöht werden kann, fiele eine verpflichtende Widerspruchslösung verfassungsrechtlich vielleicht sogar unter das Übermaßverbot.

Noch heute aber könnten Leben gerettet werden, wenn in den Kliniken die Sensibilität für das Thema höher wäre und die Abläufe klarer und einfacher gestaltet würden.

Hinterbliebene in der Schlüsselrolle

Die Schlüsselrolle schlechthin kommt indes den Angehörigen von Verstorbenen zu, die für eine Organspende infrage kämen. Zuletzt scheiterte etwa die Hälfte der Optionen auf Spenderorgane an fehlender Zustimmung von Hinterbliebenen.

Wäre diese erfolgt, hätte sich Zahl der Organspender wie der Empfänger im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Aufklärung und Akzeptanz unter den Bürgern sind wichtiger denn je.

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