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Die neue staatliche E-Auto-Förderung soll den Absatz von Elektroautos in Deutschland ankurbeln. Tut sie auch, wie die jüngsten Zulassungszahlen zeigen. Doch ausgerechnet Europas größter Autobauer, Volkswagen (VW), scheint von der staatlichen Förderung bislang deutlich weniger zu profitieren als erhofft. Erste Zahlen zu den bewilligten Förderanträgen, die jetzt vom Grünen-Politiker Julian Joswig veröffentlicht wurden, zeigen: VW spielt derzeit nicht in der Spitzengruppe mit. Stattdessen laufen VW konkurrierende Marken wie Tesla, Škoda und sogar der chinesische Hersteller Leapmotor den Rang ab.
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Deutsche Käufer lassen sich besonders Tesla- und Škoda-Käufe fördern
Die nachfolgende Tabelle gibt dir einen Überblick zu den Förderanträgen deutscher Autokäufer, die laut Bundesumweltministerium bis Ende Juni 2026 gestellt wurden.
- Tesla – 2.086 Anträge
- Škoda – 1.197 Anträge
- Renault – 784 Anträge
- Cupra – 712 Anträge
- Hyundai – 637 Anträge
- Kia – 627 Anträge
- Leapmotor – 613 Anträge
- Volkswagen – 593 Anträge
- BYD – 544 Anträge
- Citroën – 472 Anträge
- BMW – 451 Anträge
- Ford – 418 Anträge
- Opel – 407 Anträge
- Fiat – 393 Anträge
„Die ersten Zahlen zeigen ein deutliches Bild“, mahnt Grünen-Politiker Joswig. „Autos ausländischer Hersteller werden bislang proportional häufiger gefördert als etwa Modelle von Volkswagen. VW hat im ersten Halbjahr rund 50.000 Elektroautos in Deutschland verkauft. Gefördert wurden davon nur 593.“ Leapmotor habe im gleichen Zeitraum beispielsweise nur rund 7.800 Autos verkauft – bei 613 Förderungen.
Joswig mahnt auch eine in seinen Augen grundlegende Schwachstelle bei der Förderung an: „Weil sie an das Haushaltseinkommen gekoppelt ist, aber nicht an lokale Wertschöpfung, Klimawirkung oder Arbeitsplätze, unterstützt der Staat besonders häufig günstige, meist chinesische Autos.“
Noch viel Geld im Fördertopf
Erschwerend komme hinzu: Es liege noch viel Fördergeld ungenutzt im Topf. „Bis Ende Juni wurden nur rund 53 Millionen Euro abgerufen. Bei einem Fördertopf von insgesamt 3 Milliarden Euro sind das weniger als zwei Prozent“, so Joswig, der auch die Frage in den Raum stellt, warum die Förderung nicht für gebrauchte E-Autos gilt. „Gerade sie wären für viele Menschen die bezahlbarste Möglichkeit, auf Elektromobilität umzusteigen“, so der Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz.
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Günstige E-Autos sind noch Mangelware – noch!
Doch zurück zu VW: Für den kriselnden Autokonzern ist es eine unangenehme Entwicklung. Schließlich gilt der Konzern als einer der wichtigsten Treiber der Elektromobilität in Europa und hat Milliarden in den Ausbau seiner ID-Familie investiert. Trotzdem greifen viele Käufer derzeit offenbar lieber zu Konkurrenzmodellen.
Ein wesentlicher Grund dürfte im Angebot liegen. Besonders gefragt sind aktuell vergleichsweise günstige Elektroautos, denn die staatliche Förderung richtet sich primär an Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen. Genau in diesem Preisbereich ist Volkswagen derzeit nur eingeschränkt vertreten. Hersteller wie Tesla locken mit attraktiven Angeboten, während Marken wie Škoda oder Leapmotor preiswerte(re) Alternativen im Programm haben.
Ein Teil der Wahrheit ist aber auch: Die Zahlen bilden ausschließlich bereits bewilligte Förderanträge für E-Autos ab und sind deshalb nur eine Momentaufnahme. Dennoch zeigen sie, dass Volkswagen aktuell (noch) nicht zu den größten Gewinnern der neuen Kaufprämie gehört. Für den Konzern kommt das zu einem ungünstigen Zeitpunkt, denn gerade der Massenmarkt gilt als entscheidend dafür, dass sich Elektroautos in Deutschland dauerhaft durchsetzen.
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Die Hoffnung heißt ID.Polo und ID.Cross
Ganz abschreiben sollte man Volkswagen deshalb aber nicht. Schon in Kürze wollen die Wolfsburger ihr Angebot an E-Autos deutlich erweitern. Mit dem ID.Polo und dem ID.Cross sollen zwei neue, kompaktere Elektroautos auf den Markt kommen, die preislich deutlich unter den bisherigen ID-Modellen liegen und damit genau die Zielgruppe ansprechen, die von der neuen Förderung besonders profitieren kann. Gelingt Volkswagen damit der Einstieg in das erschwingliche Volumensegment, könnten sich die Kräfteverhältnisse bei den Förderzahlen schon bald verschieben.
Ich glaube nicht, dass der Zug für Volkswagen bei der Elektromobilität bereits abgefahren ist. Dafür hat der Konzern noch immer eine starke Marke, viel Erfahrung und eine große Kundschaft. Aber eines wird immer deutlicher: Elektroautos müssen bezahlbarer werden. Volkswagen braucht wieder Modelle, die sich viele Menschen leisten können – denn genau dafür stand der Name einst. Erst wenn aus Volkswagen wieder ein echter „Volks“-Wagen wird, kann der Konzern im Elektro-Zeitalter dauerhaft erfolgreich sein.
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