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Die brasilianische Polizei hat nach eigenen Angaben einen geplanten Anschlag auf ein Mega-Konzert von Lady Gaga auf der Copacabana in Rio de Janeiro vereitelt. Eine Gruppe, die auf die Radikalisierung von Jugendlichen abziele, habe das Vorhaben orchestriert. Die Verdächtigen hätten Konzertteilnehmer, darunter Minderjährige, für koordinierte Angriffe mit improvisierten Sprengsätzen und Molotow-Cocktails rekrutiert, teilte die Polizei am Sonntag mit. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Rio kamen am Samstag 2,1 Millionen Menschen zu dem Konzert der US-Pop-Ikone auf dem berühmten Strand.
Das Justizministerium erklärte, die Rekrutierer hätten sich als Mitglieder von Gagas weltweiter Fangemeinde, bekannt als „Little Monsters“ („kleine Monster“), ausgegeben. Der Anführer der Gruppe sei im südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen worden, ebenso wie ein Teenager in Rio de Janeiro wegen des Besitzes von Kinderpornografie. In mehreren Bundesstaaten habe es zudem Durchsuchungen und Beschlagnahmungen gegeben.
„Mein Herz ist voll“
In einem scharlachroten Kleid mit gigantischer Schleppe betrat die Sängerin zu den ersten Tönen ihres Songs „Bloody Mary„ die Riesenbühne in unmittelbarer Nähe des Copacabana-Sandstrands. Anschließend legte Lady Gaga mit „Abracadabra“ nach, einem der Haupttitel ihres aktuellen Albums „Mayhem“. Während des Liedes enthüllte sie ein weiteres Kleid unter der roten Robe in den Farben der brasilianischen Nationalflagge: grün, blau und gelb.

Bereits die ganze Woche über waren die liebevoll „little monsters“ genannten Fans der Sängerin in die für ihren Karneval berühmte brasilianische Metropole geströmt. Die 22-jährige Alisha Duarte wartete bereits seit den frühen Morgenstunden auf ihr Idol. Lady Gaga sei die Mühen „wert“, sagte die junge Frau.

Der 23-jährige Walter Segundo war für das Gratis-Konzert extra aus dem fast 3000 Kilometer entfernten São Luís angereist. „Lady Gaga bedeutet mir alles, ich bin seit 2008 ein Fan von ihr“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.
Bevor sie ihre Hymne „Born this way“ anstimmte, schwenkte die Popikone eine Regenbogenflagge zu Ehren der LGBTQ-Gemeinschaft. Der Konzertbesucher Alan Jones aus dem südlichen Bundesstaat Santa Catarina hat sich von dem Lady Gaga-Song sogar zu einer Tätowierung inspirieren lassen. „Durch dieses Lied habe ich begonnen, mich so zu akzeptieren, wie ich bin“, sagte der junge Mann.

Das etwa zweistündige Konzert gehörte zu der Reihe „Todo Mundo no Rio“ (Alle Welt in Rio), mit der die Stadtverwaltung internationale Stars in die Küstenmetropole holt. Lady Gaga hatte 2017 einen geplanten Auftritt beim Musikfestival Rock in Rio aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Die Brasilianer hätten mehr als zehn Jahre seit ihrem letzten Auftritt in dem südamerikanischen Land auf sie gewartet, sagte sie. Sie werde bei der Show alles geben.
Am Vorabend des Konzerts waren die ersten Fans von Lady Gaga an die Copacabana gekommen, um sich einen guten Platz zu sichern. Rund 4.800 Polizisten waren im Einsatz. Nach Angaben der Stadtverwaltung lockte die Show rund 500.000 Touristen nach Rio, mehr als doppelt so viele wie erwartet. Rios Behörden rechneten mit Einnahmen in Höhe von 600 Millionen Real (94 Mio Euro) für die Metropole.
Im vergangenen Jahr trat Superstar Madonna vor 1,6 Millionen Menschen am Copacabana-Strand auf. Es war der Abschluss ihrer Welttournee „The Celebration Tour“, mit der die Pop-Ikone 40 Jahre Karriere feierte. Am Tag von Lady Gagas Auftritt wollte die „Queen of Pop“ an ihr eigenes Konzert in Rio erinnern. Sie postete einen Videoausschnitt des Konzerts und schrieb: „Küsse nach Brasilien!“.
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