Rätsel um die Dunkle Energie

Rätsel um die Dunkle Energie

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Entscheidend und dennoch unfassbar: Die geheimnisvolle Dunkle Energie und ihre Bedeutung für das Standardmodell der Kosmologie stehen im Fokus der Oktober-Ausgabe von Bild der Wissenschaft. Neuen Daten zufolge könnte diese fundamentale Größe im Universum nicht konstant sein, sondern abnehmen. Dies hätte tiefgreifende Folgen für unser Weltbild – sogar im Hinblick auf den Beginn und das Schicksal des Alls.

Stagniert der wissenschaftliche Fortschritt in der Kosmologie? Diese Frage rückt der BDW-Redakteur Rüdiger Vaas ins Zentrum des einleitenden Artikels des dreiteiligen Titelthemas „Dunkle Energie im All“. Er verdeutlicht, dass sich tatsächlich ein Gefälle in den Forschungserfolgen abzeichnet: Während im 19. und 20. Jahrhundert grundlegende Erkenntnisse unser Verständnis vom Universum revolutioniert haben, sind derartige Paukenschläge in den letzten Jahrzehnten ausgeblieben.

Zu den jüngsten fundamentalen Einsichten gehört unter anderem der Nachweis, dass der Weltraum sich immer schneller ausdehnt. Dies wird wiederum vom gegenwärtigen Standardmodell der Kosmologie beschrieben, für das die sogenannte Dunkle Energie eine wichtige Rolle spielt. Doch nun zeichnet sich ab, dass das kosmologische Standardmodell möglicherweise modifiziert beziehungsweise sogar grundlegend revidiert werden muss. Vielleicht kommt es also doch bald wieder zu einem kosmologischen Paukenschlag, geht aus dem Artikel „Die letzte Revolution – und die nächste“ hervor.

Standardmodell im Zwielicht

Im zweiten Artikel des Titelthemas beschreibt Vaas zunächst die Bedeutung des Standardmodells der Kosmologie und welche Rolle dabei die Dunkle Energie spielt. Ein wichtiger Aspekt in der Entstehungsgeschichte des Konzepts war die Feststellung, dass sich das Weltall immer schneller ausdehnt. Dafür wird wiederum die Dunkle Energie verantwortlich gemacht: Messungen der Materie- und Energiedichte des Universums lassen darauf schließen, dass der Weltraum eine nahezu flache Geometrie hat, zu über zwei Dritteln von einer antigravitativ wirkenden Dunklen Energie erfüllt wird und sich deshalb immer schneller ausdehnt. Dem auch ΛCDM-Modell genannten Konzept zufolge genügen wenige Parameter, um die Entwicklung des Universums zu beschreiben. Doch ist das vielleicht zu schön, um wahr zu sein? fragt der Autor im Artikel „Das Standardmodell“.

Im anschließenden Beitrag erklärt Vaas dann, warum das eigentlich schon oft bestätigte ΛCDM-Modell ins Zwielicht geraten ist. Zunächst verdeutlicht er, warum die Dunkle Energie zwar ein wichtiger Faktor zu sein scheint, aber dennoch mysteriös und unfassbar bleibt. So nahm man bisher an, dass die Wirkung der Dunklen Energie im Universum konstant bleibt. Doch genau dieser Aspekt erscheint nun fragwürdig: Messungen mit dem Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI) legen nahe, dass die kosmische Beschleunigung bereits ihren Höhepunkt überschritten hat und in jüngerer Zeit abnimmt. Mit anderen Worten: Die Dunkle Energie im Weltall könnte schwinden. Dies hätte enorme Konsequenzen für die Physik, erklärt Vaas. Denn wenn die Dunkle Energie kein ewig beschleunigt expandierendes All zur Folge hat, erscheint die Zukunft des Universums unklar. Es ist allerdings noch zu früh, einen entsprechenden Durchbruch in der Kosmologie zu verkünden, denn noch immer gibt es eine Menge wissenschaftlichen Klärungsbedarf, schreibt Vaas im Artikel „Schmilzt die Finsternis?“.

Die Artikel des Titelthemas „Dunkle Energie im All“ können Sie im Rahmen eines bdw+ Abonnements online lesen, oder Sie finden sie in der Oktober-Ausgabe von Bild der Wissenschaft, die ab dem 19. September im Handel erhältlich ist.

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