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Der Rosenkrieg und die Scheidung haben bei den Partnern des einst bekanntesten Promipaares Italiens erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursacht. Einige Firmen der 38 Jahre alten Influencerin Chiara Ferragni gingen pleite, während der drei Jahre jüngere Rapper Fedez – mit bürgerlichem Namen Federico Leonardo Lucia – wegen mangelnden Scheinwerferlichts und sinkender Einnahmen seine Villa am Comer See verkaufen musste. Um den offenbar schleppend verlaufenden Ticketverkauf für seine am Freitag beginnende Konzerttournee anzukurbeln, hat Fedez vorab den Text seines neuen Songs publiziert – auf seinem Instagram-Account mit immerhin noch rund 13,5 Millionen Followern.
Darin bekommen einige ihr Fett weg: Der Papst, Carlo Acutis (1991 bis 2006), der jüngst von Leo XIV. auf dem Petersplatz heiliggesprochene Patron des Internets, sowie Oppositionsführerin Elly Schlein. Vor allem aber schießt sich Fedez auf den Tennisstar Jannik Sinner ein. Über den diesjährigen Wimbledon-Sieger und gegenwärtigen Weltranglistenzweiten heißt es: „Der Italiener hat ein neues Idol, es heißt Jannik Sinner,/ein Vollblutitaliener mit dem Akzent von Adolf Hitler.“
Der „widerwillige Italiener“
Der 24 Jahre alte Tennisstar stammt aus Sexten in der norditalienischen (autonomen) Provinz Südtirol. Sinners Muttersprache ist Deutsch, Italienisch spricht er ausgezeichnet, aber eben hörbar mit deutschem Akzent. Sinner ist einer der derzeit beliebtesten Sportler Italiens, an den Davis-Cup-Siegen Italiens 2023 und 2024 hatte er maßgeblichen Anteil. Auch die italienische Werbebranche beschäftigt ihn, wo und wie sie nur kann. Sinners wechselnde Liebschaften mit Sportlerinnen und Models beschäftigen ausgiebig den Boulevard.

Schon Ende Mai hatte es eine Art Affäre Sinner gegeben, als ein Publizist der linken Tageszeitung „La Repubblica“ den Tennisstar als „italiano riluttante“ (widerwilligen Italiener) bezeichnet hatte. Als Indiz für die mangelnde „Italienischkeit“ führte der Kommentator den Umstand an, dass Sinner sein Millioneneinkommen nicht in Italien, sondern im Fürstentum Monaco versteuere.
Außerdem bemängelte der Publizist, dass Sinners Vater Hanspeter noch schlechter als sein Sohn Italienisch spreche, nämlich nur „mühselig“. Die Mehrsprachigkeit sowie die Pflege und der Erhalt der Muttersprache für die deutschsprachige Bevölkerungsmehrheit der Südtiroler sind maßgebliche Errungenschaften des Autonomiestatuts für die bei Urlaubern aus aller Welt rasend populäre Provinz in Norditalien.
„Der grandiose Sinner lebt in Monaco“
In die Monaco-Kerbe haut jetzt auch Fedez, nachdem er in den sozialen Medien wegen seines fragwürdigen Spotts über Sinners Hitler-Akzent scharf angegriffen wurde. In einem Podcast legt Fedez gegen Sinner nach. Er habe mit seinem Text nicht Sinner kritisiert, sondern den „Fanatismus der Italiener“, verteidigt sich Fedez. Um sodann Sinner noch mehr zu kritisieren: „Der grandiose Sinner lebt in Monaco, er zahlt keine Steuern.“ Freilich haben auch andere superreiche Italiener, etwa der Formel-1-Manager Flavio Briatore, ihren Wohnsitz nach Monte Carlo verlegt, um dort Steuern zu sparen, ohne dass sie dafür von Fedez gemaßregelt worden wären.
Er kenne Sinner nicht, er interessiere sich nicht für ihn, schäumt Fedez. Dann beklagt er, dass der Tennisstar „viel reicher“ sei als er selbst, aber eben „viel weniger Steuern“ zahle. Es folgt Fedez’ rhetorische Frage, ob es womöglich „antiitalienisch ist, in Monte Carlo zu leben“, um schließlich in der wütenden Anklage gegen einen italienischen Sportler zu enden, den Millionen Landsleute ins Herz geschlossen haben: „Wer in diesem Land keine Steuern zahlt, muss seinen Schnabel halten über das, was hier passiert. Meiner Meinung nach ist es Sinner völlig schnuppe, wie es um Italien steht. Er kommt aus Südtirol und lebt in Monaco.“
Für seine Aussagen wurde Fedez wurde von der Südtiroler Volkspartei (SVP) scharf kritisiert: „Die Aussage von Fedez ist Ausdruck seltener Dummheit und eine Beleidigung für die gesamte deutschsprachige Minderheit in Italien. Um Aufmerksamkeit für seine bevorstehenden Konzerte zu bekommen, belebt er Beschimpfungen aus den Hinterzimmern der schlimmsten Kneipen wieder. Es darf offenbar keinen italienischen Staatsbürger – geschweige denn einen Spitzenathleten – geben, der der deutschen Sprache und Kultur angehört. Es zeigt sich wieder einmal, dass für einfache Gemüter Vielfalt immer ein Problem ist“, reagierten die SVP-Parlamentarier Julia Unterberger und Manfred Schullian in einer Stellungnahme.
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