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Im Herbst bedeckt das Laub von Bäumen und Sträuchern vielerorts Wiesen und Wege. Auch im Garten sammeln sich die bunten Blätter an. Viele Gartenbesitzer greifen dann zu Rechen und Laubsaugern, um sie zu entfernen. Allerdings wäre es besser, sich die meiste Arbeit zu sparen, denn das Laub bietet einen natürlichen Schutz für Pflanzen und Tiere. Wie profitieren Flora und Fauna vom liegengebliebenen Herbstlaub?
Wer einen Garten besitzt, muss regelmäßig Arbeit in die Pflege der eigenen grünen Oase stecken. Besonders im Herbst rechen viele Gartenbesitzer regelmäßig Rasen, Beete und Co, um sie von herabgefallenen Blättern zu befreien. Eine ausgewachsene Rotbuche wirft zu dieser Jahreszeit etwa 28 Kilo Laub ab – das kann auf Rasen und Beeten schnell zu einer dicken Laubschicht führen. Den ganzen Garten vom roten, orangen, gelben und braunen Laub zu befreien, ist an den meisten Stellen jedoch gar nicht nötig oder gar kontraproduktiv.
Schützende Decke für Pflanzen
Eine Laubschicht wirkt wie eine isolierende Decke: Sie schützt empfindliche Pflanzenwurzeln vor Kälte und verhindert gleichzeitig, dass der Boden zu stark austrocknet. Verfallen die Blätter, geben sie außerdem Nährstoffe an den Boden und so auch an die Pflanzen ab. Die Nährstoffe kommen ihnen dann im Frühjahr zugute. Insbesondere Sträucher und Stauden profitieren, wenn sie im Herbst mit einer Schicht aus Blättern bedeckt werden. Laub von Obstbäumen, Hainbuchen und Linden eignet sich dafür besonders gut, da es schnell verrottet und dadurch schnell seine Nährstoffe abgibt.
Die herabgefallenen Blätter von stärker gerbsäurehaltigen Bäumen wie Eiche, Kastanie oder Walnuss verrotten zwar langsamer, können dafür zugleich den pH-Wert des Bodens senken. Daher eignet sich dieses Laub besonders für sogenannte Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Azaleen oder Hortensien, die einen sauren Boden bevorzugen. Für Pflanzen, die es weniger sauer mögen, eignet sich dieses Laub von Eiche, Kastanie und Co hingegen weniger gut. Gartenbesitzer können den Säuregehalt jedoch bei Bedarf mit eingestreutem Kalk oder Bentonit ausgleichen.

Unterschlupf und Winterquartier
Doch nicht nur die Flora profitiert von liegengelassenem Laub: Für manche Tiere kann eine Blätterdecke im Winter sogar überlebenswichtig sein. Igel, Kröten und Mäuse nutzen beispielsweise zusammengerechte Laubhaufen zum Überwintern – so sind sie sowohl vor Kälte als auch vor Fressfeinden geschützt. Unter dem lockeren Laub auf Beeten und unter Bäumen finden zudem Regenwürmer, Spinnen, Käfer, Molche, Raupen und Falter einen Unterschlupf. Mikroorganismen, Würmer und andere Bodenbewohner zersetzen die Blätter und halten die Erde locker und fruchtbar. Vögel wiederum finden in diesen Bodenbewohnern im Winter eine willkommene Nahrungsquelle.
Wer das Laub zu stark zusammenrecht, schadet daher der Natur. Noch schädlicher als fehlendes Laub sind allerdings Laubsauger und -bläser, die mit Luftgeschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde alles um sie herum einsaugen oder wegblasen. Vor allem Käfer, Spinnen, Tausendfüßer, Asseln und Amphibien können sich den Kräften der Geräte kaum widersetzen und werden eingesaugt oder meterweit weggeschleudert. Laubsauger mit eingebauter Häckselfunktion zerstückeln die Tiere sogar. Gartenbesitzer sollten deswegen wenn überhaupt Rechen oder Besen verwenden, um Blätter von A nach B zu bewegen.
Nicht auf dem Rasen liegen lassen
Laub sollte jedoch auch nicht überall liegen gelassen werden. Auf Rasenflächen sollte es beseitigt werden, da die dicke, feuchte Blätterschicht die Sauerstoffzufuhr verhindert und so den Rasen faulen lassen kann. Auch auf Gehwegen, Treppen oder Einfahrten ist es ratsam, die Blätter zu entfernen – hier droht sonst Rutschgefahr. Das Laub kann dann einfach an anderer Stelle im Garten gesammelt oder auf den Kompost gegeben werden.
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