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In der Schweiz haben Archäologen eine antike Badanlage ausgegraben. Sie gehörte einst zu einem römischen Gutshof, war mit Fußbodenheizung ausgestattet und wurde mit fließend Wasser aus dem Rhein versorgt. Das Bad und der Gutshof waren wahrscheinlich während der gesamten Herrschaft der Römer am Hochrhein bewohnt, vom ersten bis ins vierte Jahrhundert. Das Gehöft samt Villa war damals sowohl über Wasser- als auch Landstraßen ans Imperium angeschlossen.
Auf einer kleinen Anhöhe im Ort Wallbach am Hochrhein, nahe der deutschen Grenze, haben Schweizer Forschende der Kantonsarchäologie Aargau im Vorfeld von Bauarbeiten eine Anlage aus der Römerzeit freigelegt. Aufgrund von früheren Ausgrabungsarbeiten in den Jahren 1911 und 1912 war bereits bekannt, dass das heutige Wohngebiet im Bereich eines römischen Gutshofes samt Villa liegt. Tatsächlich fanden die Archäologen bei der aktuellen Ausgrabung antike Steine und Kalkmörtel. Diese Spuren bestätigen, dass an der Stelle einst ein Gebäudetrakt mit römischer Bauweise stand.

Privatbad mit Frischwasserleitungen
Die Mauerreste belegen, dass auf einer Fläche von rund acht mal zwölf Metern einst mehrere kleine Räume existieren. Manche der Mauern waren mit Verstrebungen statisch verstärkt und trugen demnach das Gewicht von Auflasten wie eines Daches. Zudem fanden die Archäologen Reste von Ziegelplatten, die zu einer antiken Fußbodenheizung gehörten, sowie Fragmente von Ziegelschrotmörtel. Zusammengenommen deuten die Funde darauf hin, dass es sich bei dem Gebäude um einen privaten Badetrakt handelte.
Der freigelegte Teil des Gutshofes wurde demnach als privates Badehaus genutzt. Das Frischwasser dafür stammte wahrscheinlich aus dem nur rund 100 Meter entfernten Rhein und wurde über Druckwasserleitungen aus ausgehölten Baumstämmen ins Haus gebracht. Davon zeugt der Fund eines eisernen Rings (Teuchelring), der die Baumstämme verbunden hat, wie die Kantonsarchäologie berichtet.
Römische Anlage mit langer Bewohnung
Wie alt das Gebäude genau ist, kann anhand der Fundstücke zwar nicht datiert werden. Die von den Alpen vorrückenden Römer erreichten allerdings erst gegen Ende des ersten Jahrhunderts vor Christus die schweizer Gegend südlich des Hochrheins und vertrieben die zuvor dort ansässigen Kelten. Daher wurde das Haus frühestens zu dieser Zeit gebaut. Funde aus den Untersuchungen von 1911 und 1912 legen zudem nahe, dass der Gutshof bereits im ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus genutzt wurde und noch bis ins vierte Jahrhundert bewohnt war.

Während der damaligen römischen Herrschaft in der Provinz Germania superior diente den Bewohnern des Gutshofes wahrscheinlich der Rhein als Wasserweg für den Transport von Menschen und Gütern. Darüber hinaus war das landwirtschaftliche Anwesen nach Einschätzung der Archäologen vermutlich an eine römische Überlandstraße angeschlossen, welche von Ost nach West die Orte Stein, Mumpf, Möhlin und Augusta Raurica verband und den Weg über die Rheinschleife abkürzte.
Um 260 nach Christus drangen die germanischen Stämme von Norden vor und verschoben die Grenze des Römischen Reiches wieder bis an den Rhein zurück. Von da an lag der Gutshof unmittelbar im Grenzgebiet des Imperiums und war noch bewohnt, als dort immer größere Grenzanlagen zur Verteidigung errichtet wurden. Mitte des vierten Jahrhunderts wurden unter anderem rund 50 Wachtürme entlang des sogenannten Hochrhein-Limes zwischen Bodensee und Basel angelegt, darunter drei Türme in Wallbach-Stelli, Wallbach-Unter der Halde und Wallbach-Dorf. Diese dienten zur Überwachung der Rheingrenze, konnten den Untergang des Römischen Reiches und den späteren Verfalls des Gutshofs aber nicht verhindern.
Quelle: Ressort Archäologische Untersuchungen, Kanton Aargau
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