#Rosenblüten im Privatjet

Rosenblüten im Privatjet

Was wir sehr gerne mögen, das ist der große Fortsetzungsroman im Goldenen Blatt, dessen Protagonisten Charles und Camilla heißen. Die Handlung dieser natürlich komplett fiktiven Geschichte besteht darin, dass sich das Paar alle paar Wochen groß auf der Titelseite trennt, weil Camilla etwas Schlimmes getan hat, und jeweils die Woche drauf wieder zusammenkommt, weil Camilla einen raffinierten Versöhnungsplan ausgetüftelt hat. Auch diese Woche heißt es wieder: „Charles & Camilla – Jetzt doch! Ehe-Aus vor Weihnachten“. Und auch diesmal wieder bildet die Fotomontage auf dem Cover dazu einen irritierenden Kontrast, weil beide hier strahlen wie zwei Honigkuchenpferde: Sollte die Erleichterung bei ihnen derart groß sein?

Jörg Thomann

Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Der aktuelle Trennungsgrund, den sich Das goldene Blatt ausgedacht hat, ist ein Wiederaufflammen der Gefühle zwischen Camilla und ihrem Erstmann Andrew Parker-Bowles (81): „Und ein Liebesnest sollen die beiden auch schon haben. Ein Hofkenner verrät: ‚Camilla hat sich angeblich ein persönliches Refugium mit elf Schlafzimmern gekauft.‘“ Charles soll daher „außer sich vor Wut“ sein, und das können wir vollauf verstehen: Elf Schlafzimmer in einem Liebesnest für nur zwei Personen, das scheint uns enorm verschwenderisch zu sein.

AC/DC im Kensington Palace

Um ein anderes royales Paar sorgt sich Frau aktuell: „Der Haussegen hängt wohl schief – Victoria & Daniel von Schweden – Krisenstimmung im Königshaus“ titelt das Heft. Der Beleg: „Als die Thronfolgerin mit ihrem Ehemann ein Krankenhaus in Malmö besucht, scheinen beide den Blick des anderen zu vermeiden. Und auch jeder Körperkontakt fehlt. Keine liebevolle Geste, keine zufällige Berührung.“ Das ist ja ein Ding, Frau aktuell, dass die beiden beim mutmaßlich begrenzt heiteren Besuch in einem Krankenhaus nicht miteinander flirten, Küsschen austauschen und übereinander herfallen. Hätten sie sich etwa in eines der raren Intensivbetten stürzen sollen?

Zur Abwechslung mal keine Krise haben William und Kate, sondern ein munteres Familienleben, in dem schon frühmorgens Musik läuft. Die besten Bands, schreibt Gala, „kommen aus dem Vereinigten Königreich. Das weiß auch die Royal Family.“ Und wessen Songs sind laut Gala gerade im Kensington Palast zu hören? Welche von Shakira und AC/DC. Weiß die Royal Family auch, dass die aus Kolumbien und Australien kommen?

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Liebesglück durch Corona

Auf der herzoglichen Playlist könnten dann eigentlich auch Lieder von Beatrice Egli und Maximilian Arnold stehen, welche Frau mit Herz verkuppeln möchte: „Glücksnachricht! Hat das Versteckspiel bald ein Ende?“ titelt das Blatt. „Wenn das nicht Schicksal ist! Die hübsche Sängerin und ihr Kollege haben plötzlich ganz viel Zeit für Zweisamkeit“, lesen wir. Und weshalb? Beide mussten „be­dauer­licherweise coronabedingt ihre Auftritte absagen“. Diese, nun ja, Glücksnachricht – Egli erkrankte gar an Corona – betrifft dann ja nicht nur diese beiden, sondern sehr viele andere Künstlerinnen und Künstler, die nun allesamt miteinander die Zweisamkeit suchen können.

Andere haben sie längst gefunden. „Britney Spears’ Personal Trainer und Neu-Verlobter Sam Asghari, 27, mausert sich zum Romantiker“, weiß Bunte: „Als die beiden zum 40. Geburtstag der Pop-Königin in die Sonne flogen, dekorierte er den Privatjet mit Rosen und organisierte ein bombastisches Feuerwerk im Beach Resort.“ Das wirft die Frage auf: Wie viel verdient so ein Personal Trainer eigentlich? Ob es noch genauso romantisch rüberkommt, wenn man seiner Liebsten in der U-Bahn ein paar Rosenblüten vor die Füße wirft und am Teich im Stadtpark eine Wunderkerze für sie entzündet, mag jeder selbst herausfinden.

Kann jetzt endlich wieder „kruscheln“: Reiner Calmund.


Kann jetzt endlich wieder „kruscheln“: Reiner Calmund.
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Bild: dpa

Dank Wutausbruch nach Hollywood

Richtig romantisch finden wir es jedenfalls, dass Reiner Calmund und seine Frau Sylvia sich gegenseitig „Liebchen“ nennen. Doch nicht nur das berichtet Bunte, sondern auch, dass der Fußballmanager sein Gewicht von 180 auf 90 Kilo reduziert hat. „Viele bewundern mich als männliche Adele, kann nur nicht so gut singen“, sagt Calmund und darf froh sein, dass ­Adele nicht die Bunte liest. Gattin Sylvia erzählt: „Jetzt steigt er Treppen, was er nie gemacht hat. Er kruschelt in der Küche in Ecken herum, wo ich ihn nie vermutet hätte.“ Damit muss man als Ehefrau wohl leben, wenn der Mann mit einem Mal einen größeren Bewegungsradius hat.

Den legendären Loriot-Dialog zwischen dem Frührentner und seiner genervten Gattin („Ich wohne hier.“ – „Aber doch nicht jetzt, um diese Zeit!“) könnte man sich abgewandelt auch zwischen den Calmunds vorstellen: „Was machst du da?“ – „Ich kruschle.“ – „Aber doch nicht hier in dieser Ecke!“

In welcher Ecke ein späterer Filmstar entdeckt wurde, beschreibt die Zeitschrift In: „Charlize Theron schimpfte in einer Bankfiliale, weil ein Angestellter ihren Scheck nicht zu Bargeld machen wollte. Ihr Wutausbruch war so temperamentvoll und filmreif, dass ein zufällig anwesender Filmagent auf sie aufmerksam wurde und ihr ein Angebot unterbreitete.“ Und jetzt ahnen wir auch, wieso hierzulande immer mehr Leute lautstark meckern und pöbeln: Die träumen alle von Hollywood.

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