Samsung Galaxy Book6 Pro im Test: Alles neu oder schlichte Neuauflage des Vorgängers?

Samsung Galaxy Book6 Pro im Test: Alles neu oder schlichte Neuauflage des Vorgängers?
Das Markenzeichen der GalaxyBook-Serie war von Anfang an das flache Gehäuse, an dem Samsung auch bei der sechsten Generation festhält. Dafür setzt der Hersteller auf ein neues Innenleben. Wann sich ein Umstieg lohnt, zeigt unser Test.

Samsung GalaxyBook6 Pro
Bildquelle: Matthias Wellendorf / inside digital

Die Geschichte der Samsung-Notebooks erinnert an eine Achterbahnfahrt. Zunächst galten sie als eines der Aushängeschilder des Herstellers. Doch mit den ersten großen Erfolgen in der Smartphone- und Tablet-Ära ließ das Interesse der Koreaner an den Klapprechnern nach. Die Wiederbelebung sollte mit der Ativ-Serie gelingen, doch diese blieb nur eine eher kurze Episode. Schließlich unternahm Samsung mit seinen Galaxy Books einen neuen Anlauf. Das erste Modell wurde lediglich mit einem schwachbrüstigen ARM-Chip verkauft, bei der darauf folgenden Iteration setzte Samsung jedoch auch auf leistungsstarke Intel-Chips – selbst eine Variante mit einer dedizierten Grafikkarte wurde ins Angebot aufgenommen.

Spezifikationen Samsung Galaxy Book6 Pro
Display 16 Zoll, AMOLED, 2.880 x 1.800
Prozessor: Intel Core Ultra X7 358H
Grafik: Intel Arc B390
Arbeitsspeicher: 32GB, LPDDR5X-9500
Datenspeicher SSD, 1 TB, NVMe, PCIe 4.0 x4
Kamera 2 MP
Anschlüsse: 2x Thunderbolt 4 (USB-C), 1x USB A, HDMI 2.1, 3,5-mm-Klinke
Drahtlos: WiFi 7, Bluetooth 5.4
Akku: 78 Wh
Lieferumfang: Netzteil
Abmessungen: 37 × 25 x 1,5 cm
Gewicht: 1,56 kg
Betriebssystem: Windows 11 Pro
Preis: 2.499 Euro

Äußerlich kaum verändert

Zuletzt weckte der Hersteller zwar wieder Zweifel an seinem Engagement bei Notebooks – beim Galaxy Book4 Edge und Book5 unterschieden sich die Gehäuse kaum, nur die inneren Komponenten wurden ausgetauscht. Beim neuesten Modell fallen die ersten Änderungen dagegen sofort ins Auge: Neben den Tasten befinden sich nun die Lautsprecher. Auch der Wegfall des microSD-Kartenslots ist auf den ersten Blick erkennbar. Ansonsten entspricht die Formensprache dem klassischen Samsung-Design vorheriger Generationen: Die Außenschale ist scharf geschnitten, aber schlicht gehalten. Der dunkle Grauton unterstreicht den zurückhaltenden Eindruck.

Neben dem über fast die gesamte Länge gezogenen Scharnier ist außerdem die schlanke Bauform typisch für Samsung-Notebooks. An der Rückseite misst das Galaxy Book6 Pro nur 15 Millimeter, wobei davon drei Millimeter auf die vier an der Unterseite angebrachten Gummifüße entfallen. Die Grundfläche von 37 × 25 cm hätte durchaus etwas kompakter ausfallen können. So ist der Rand unter dem Display 1,7 cm breit, der Abstand zwischen Gehäuserand und Lautsprecher beträgt sogar 1,8 cm. Das Gewicht liegt bei 1,56 kg.

Samsung GalaxyBook6 Pro
Reduzierte Formen, scharfe Kanten – das Markenzeichen der Galaxy Books

Multimedia: Bild und Ton sind gut

Immerhin hat sich die Verlagerung der Lautsprecher gelohnt. Die Tonqualität ist zwar nicht perfekt – für tiefe Töne fehlt es dem Gehäuse an Resonanzraum, und die maximale Lautstärke bleibt verhalten. Dafür ist das Klangbild ausgewogen und frei von Verzerrungen. Es kratzt und plärrt nichts.

Displays mit einer Diagonale von 16 Zoll und einem Seitenverhältnis von 16:10 gehören bei modernen Office-Notebooks zum Standard. Samsung setzt dabei auf die AMOLED(2X)-Technologie, die für knackige Farben und satte Kontraste sorgt. Darüber hinaus versucht der Hersteller beim Display mit Hilfe einer dynamischen Bildrate Strom zu sparen. Diese kann dynamisch zwischen 30 und 120 Hz variieren, sodass selbst Gelegenheitsspieler keine Einschränkungen befürchten müssen. Im Betrieb bemerkt man diese Dynamik nicht.

Deutliche Aufwertung im Inneren

Die verbaute Hardware setzt auch lastintensiven Workloads allzu keine engen Grenzen. Samsung setzt beim Prozessor nicht nur auf die neueste Chip-Familie von Intel, sondern greift mit dem Core Ultra X7 zu einem besonders leistungsfähigen Modell, dessen Kerne im Intel-18A-Verfahren mit einer Strukturbreite von weniger als zwei Nanometern gefertigt werden. Das zeigt sich auch in Benchmarks: Im Einzelkern-Test des Geekbench-Benchmarks erreicht einer der vier Performance-Kerne, die bis zu 4,8 GHz schnell werden können, fast 2.900 Punkte. Arbeiten die vier Kerne zusammen mit den acht Effizienz-Kernen und den vier weiteren, auf Sparsamkeit getrimmten Kernen, werden mehr als 16.200 Punkte erreicht. Im Vergleich zum Vorgänger ist damit vor allem die Leistung bei Mehrkern-Anwendungen gestiegen. Sie fällt um rund ein Drittel höher aus.

Auch bei der Grafikleistung zeigt sich der neueste Intel-Chip deutlich verbessert. Die Arc B390, die dritte Arc-Generation, schneidet gegenüber ihren Vorgängern deutlich besser ab. Sie erreicht im Grafiktest des genannten Benchmarks nahezu 56.000 Punkte. Die vorangegangene Arc 140V kam an dieser Stelle im OpenCL-Test des Geekbench noch auf nur rund 29.000 Punkte, wie ein Blick auf Lenovos Yoga Slim 7i zeigt.

Selbst wer etwas mehr Grafikleistung benötigt, muss sich fragen, ob insbesondere Nvidias Geforce RTX 5060 in der Ultra-Version tatsächlich einen spürbaren Mehrwert bietet.

Samsung GalaxyBook6 Pro
Auch bei der neuesten Generation: Die Tastatur könnte besser sein

Speicherausstattung endlich auf dem Stand der Technik

Anders als bei früheren Modellen hat Samsung beim Galaxy Book6 Pro einen häufig kritisierten Punkt behoben. Mit 32 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 1-Terabyte-SSD entspricht die Ausstattung nun dem, was in dieser Klasse – trotz der aktuell hohen Speicherpreise – erwartet werden kann.

Auch hinsichtlich der Performance gibt es keine Kritikpunkte: Der RAM ist Teil des Intel-Chips, wodurch Übertragungsraten von bis zu 9.500 MT/s möglich sind. Ebenso schnell werden die Daten der hauseigenen SSD übertragen, die über die PCIe-5.0-Schnittstelle angeschlossen wird: Die Lesegeschwindigkeit liegt bei etwa 7.000 MB/s, beim Schreiben werden bis zu 6.000 MB/s erreicht.

MicroSD-Karten nicht mehr unterstützt

Anders als beim Speicher übt Samsung bei den Anschlussmöglichkeiten Verzicht: Der Einschub für microSD-Karten fehlt. Wer diese weiterhin nutzen will, greift am besten gleich zu einem Hub. Denn die Auswahl an Ports ist auch darüber hinaus nicht überragend, wenngleich sie für die meisten Alltagssituationen ausreicht. Neben HDMI 2.1 für das Anschließen eines zweiten Monitors stehen ein klassischer USB-A-Steckplatz sowie zwei USB-C-Ports zur Verfügung. Bei letzteren wird Thunderbolt 4 unterstützt, einer der Anschlüsse muss jedoch fürs Laden des Akkus genutzt werden.

Auch bei den Möglichkeiten für drahtlose Verbindungen setzt Samsung auf die neuesten Standards. In WLAN-Netzen wird der WiFi-7-Standard unterstützt, für die Verbindung von Peripherie steht Bluetooth 5.4 bereit.

Samsung GalaxyBook6 Pro
Nicht gerade üppig: Die Anzahl der Ports ist gegrenzt

Im Akkubetrieb: Kein Langläufer

Samsung beweist mit dem Galaxy Book6 Pro einmal mehr, dass auch ein schlankes Gehäuse Platz für einen großen Akku bietet. Der Energiespeicher hat eine Kapazität von 78 Wh. Allerdings sind die Laufzeiten begrenzt, wenn Leistung abgerufen wird. Schon nach einer Stunde im Browser zeigt die Füllstandsanzeige nur noch 75 Prozent an – theoretisch schaltet sich das Notebook damit nach vier Stunden ab. Beim Spielen – als Testspiel diente Asphalt Legends Unite von Gameloft – wird die Hälfte der Akkukapazität verbraucht. Überraschend sind diese Ergebnisse nicht: Intel hat seinen Prozessor zwar auch mit Blick auf den Energieverbrauch optimiert, doch die GPU ist so viel leistungsstärker, dass die Einsparungen wieder zunichtegemacht werden.

Zahlen-Fans greifen besser zum Vorgänger

Bei den Eingabegeräten können das berührungsempfindliche Display sowie das Touchpad im Postkartenformat – es misst 15,1 x 10,6 Zentimeter – überzeugen. Bei der Tastatur müssen jedoch Abstriche hingenommen werden.

Das beginnt schon mit einer formalen Änderung im Vergleich zum letzten Ultra-Modell der Serie: Der Platz für die Lautsprecher neben den Tasten wurde durch den Wegfall des Ziffernblocks erkauft – was nicht jedem gefallen wird. Auch Vielschreiber werden mit der Tastatur des Samsung-Notebooks nicht unbedingt glücklich. Beim Schreiben wünscht man sich etwas mehr Tastenhub.

Samsung GalaxyBook6 Pro
Lautsprecher neben den Tasten, aber kein Ziffernblock mehr

Fazit zum Samsung Galaxy Book6 Pro

Seit der zweiten Generation passt Samsung seine Galaxy-Book-Serie behutsam an den Stand der Technik an – bei der sechsten Generation ist das nicht anders. Äußerlich beschränken sich die Änderungen auf die neben der Tastatur platzierten Lautsprecher, im Inneren gab es jedoch ein Hardware-Update: Im Galaxy Book6 kommt die neueste Generation der Intel-Prozessoren zum Einsatz, womit auch das WLAN- und das Bluetooth-Modul auf den neuesten Stand gebracht wurden. Trotz der eher zurückhaltenden Aktualisierung macht die neue Generation dennoch einen entscheidenden Schritt nach vorne: Im Vergleich zu den Vorgängern wurden sowohl der Arbeitsspeicher als auch der Datenspeicher verdoppelt. Allerdings darf man eine solche Ausstattung bei einem Verkaufspreis von voraussichtlich 2.499 Euro auch erwarten.

Pro

  • Schlank und leicht
  • Sehr gut gearbeitetes Gehäuse
  • Flotte Hardware
  • Touch-Display

Contra

  • Mäßige Tastatur
  • Begrenzte Auswahl an Schnittstellen
  • Teuer

Bildquellen

  • s-gb6-03: Matthias Wellendorf / inside digital
  • s-gb6-04: Matthias Wellendorf / inside digital
  • s-gb6-02: Matthias Wellendorf / inside digital
  • s-gb6-05: Matthias Wellendorf / inside digital
  • Snapdragon X2 Plus: Timo Brauer / inside digital
  • s-gb6-01: Matthias Wellendorf / inside digital

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