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„Satelliten-Internet ausgefallen: Das steckt hinter dem Ka-Sat-Problem“

Der Ka-Sat von ViaSat wurde vor mehr als zehn Jahren von Eutelsat ins All gebracht. Er war bis zum Start von Starlink der einzige ernst zu nehmende Satellit, der Internet in großem Stil in alle Winkel Europas bringen konnte. Seine Kapazität liegt bei 70 Gbit/s. Zum Einsatz kommt Ka-Sat beispielsweise in Deutschland auch, um Windräder mit einem Steuerungssignal zu versorgen und Fernwartung zu ermöglichen. Auch TV-Stationen nutzen den Ka-Sat zur Signalzuführung.
Auffälliges Schweigen aller Beteiligten zu Ka-Sat
Die Ausfälle von Ka-Sat in Deutschland und dem Rest Europas scheinen tatsächlich aber nur Kollateralschäden zu sein. Tatsächlich scheint hinter dem Ausfall ein Cyberangriff zu stecken, der in erster Linie der Ukraine galt. Denn dort ist Ka-Sat nach Angaben von The Stack wichtiger, als man hierzulande glauben mag. Denn schon 2012, nur ein Jahr nach dem Start, habe man dort den Satelliten zur Echtzeit-Videoüberwachung von 12.600 Wahllokalen genutzt. Wie groß die Bedeutung zuletzt war, dazu gibt es keine Informationen.
Auffällig ist, dass sich sowohl Eigentümer ViaSat als auch Betreiber Eutelsat sowie die deutschen Reseller und Vertriebspartner sehr bedeckt zu dem Vorfall halten. So hat kein deutscher Provider sich bisher öffentlich geäußert. Auf Kundennachfragen, so berichten Leser, gibt es nur ausweichende und nichtssagende Informationen. ViaSat selbst bestätigt nur, dass es einen „teilweisen Netzwerkausfall“ gibt, der Kunden in der Ukraine und anderswo beeinträchtigt.
Windrad-Ausfall nicht beabsichtigt?
Nutzer berichten, dass ihre Router gar nicht mehr ansprechbar seien. Das deutet darauf hin, dass nicht nur der Satellit oder der Dienst des Ka-Sat gestört ist, sondern die Modems mittels Cyberangriff gestört wurden. Das französische Magazin Numerama berichtet, der französische Provider NordNet werde von ViaSat auch im Dunkeln gelassen. ViaSat habe lediglich mitgeteilt, man bemühe sich, die Verbindung wiederherzustellen.
Von Andreas Knopp, einem Professor am Institut für Informationstechnik der Bundeswehr, heißt es, der Ka-Sat sei aufgrund seiner Unabhängigkeit von terrestrischer Infrastruktur für abgelegene Gebiete wichtig. Die 82 verschiedenen Beams des Satelliten über ganz Europa reichen bis in die Ukraine, werden auf der Erde aber über acht Bodenstationen abgeführt. Und genau hier liege ein entscheidendes Problem, so Knopp. Zwar sind die Beams untereinander relativ unabhängig, Störungen wirken sich wechselseitig nicht sofort aus. „Aber wenn ein Gateway durch einen Cyber-Angriff ausfällt, sind alle damit verbundenen Beams betroffen. Und so kann es sein, dass die Russen eigentlich die Internetverbindungen in der Ukraine kappen wollten, aber damit auch die Windanlagen in Zentraleuropa vom Internet getrennt haben.“
Elon Musk warnt vor Starlink-Risiken
In der Ukraine setzt man nun verstärkt Starlink ein, sofern das im Rahmen der Angriffe noch möglich ist. Starlink hat entsprechende Anlagen in das Land schicken lassen. Allerdings warnt Musk auf Twitter auch: „Starlink ist das einzige nicht-russische Kommunikationssystem, das in einigen Teilen der Ukraine noch funktioniert, daher ist die Wahrscheinlichkeit, ins Visier genommen zu werden, hoch. Bitte mit Vorsicht verwenden.“ Damit meint Musk wohl vor allem, dass man sich mit dem Einsatz sprichwörtlich zur Zielscheibe machen könnte. Deswegen solle man die Antenne dort nur aufstellen, wenn man sie wirklich braucht – und dann möglichst weit weg von Menschen.
Ob und wann Ka-Sat in Deutschland wieder funktioniert und ob die Modems dann wieder funktionieren, ist aktuell vollkommen unklar.
Bildquellen
- Starlink-Antenne für Internet per Satellit: Starlink
- Symbolfoto Satellit: Viasat-2: ViaSat
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