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Als die Besatzung eines Thunfischdampfers am Donnerstag 2200 Kilometer vor der mexikanischen Küste einen etwas verwirrten vollbärtigen Schiffbrüchigen auf seinen Namen anspricht, überlegt er kurz: „Ich bin Tim Shaddock. Ich komme aus Australien.“ Er ist völlig abgemagert, trägt eine Kappe gegen die brennende Sonne, und sein weißes Shirt ist verschmutzt.
Als er das mexikanische Schiff betritt, wird Shaddock vom australischen Fernsehsender 9News interviewt: „Ich brauche jetzt vor allem Ruhe und gutes Essen, weil ich so lange allein auf See unterwegs war.“ An Bord trinkt er erstmal einen Kaffee, Ärzte messen seinen Blutdruck, ernsthafte gesundheitliche Probleme scheint er nicht zu haben. Auch seiner Hündin Bella scheint es gut zu gehen.
Fast drei Monate lang war der Australier mit der zotteligen grauen Mähne verschollen. Im April hatte er sich auf seinem Katamaran Richtung Französisch-Polynesien aufgemacht. Nach nur wenigen Wochen auf hoher See geriet das Duo in einen Sturm, der die Elektronik des Boots außer Gefecht setzte. Um zu überleben, angelte er für sich und seine Hündin Fisch und sammelte Regenwasser.
Mit Radikaldiäten kennt sich Tim Shaddock aus, vielleicht half ihm das. Nach einer Darmkrebs-Diagnose setzte er Anfang der Nullerjahre auf Rohkost, ernährte sich drei Monate lang fast ausschließlich von grünem Gemüsesaft – und trotzte der Erkrankung, wie er 2013 in einem Interview erzählte.

Treue Begleiterin: Auch Shaddocks Hündin Bella scheint es nach drei Monaten auf hoher See gut zu gehen
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Bild: AP
Reif für Hollywood?
Auf Instagram feiern viele Nutzer den Australier und seine Hündin. Manche vergleichen ihn mit Tom Hanks in der Rolle des Verschollenen im Film „Cast Away“ aus dem Jahr 2000. Andere sehen in der Irrfahrt eine mindestens so beeindruckende Geschichte wie im Abenteuer-Drama „Life of Pi“ von 2012. Warum sollte nicht auch Tim Shaddocks Pazifik-Odyssee verfilmt werden?
Am Dienstag hat er in Mexiko wieder das Festland betreten: „Ich bin so dankbar“, sagt Shaddock in die Kameras. „Ich lebe!“ Er dankt der Besatzung des Thunfisch-Dampfers und lobt seine Hündin Bella: „Sie ist viel tapferer als ich.“
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