Sowohl die ProSiebenSat.1-Gruppe als auch die Mediengruppe RTL Deutschland konnten nach Meinung von Mario Thunert und Fabian Riedner nicht überzeugen.
Immer mehr Fernsehzuschauer kehren dem klassischen linearen Fernsehen den Rücken, da mit der ARD Mediathek und dem ZDF ein riesiger Schatz an Inhalten kostenlos im Internet zur Verfügung steht. Streamingdienste wie Netflix runden das Angebot gegen Aufpreis ab. Die deutschen Privatsendergruppen geraten dadurch zunehmend ins Hintertreffen. Da stellt sich die Frage: Lohnt sich die Investition in deren Programme überhaupt noch?
Bei der Programmpräsentation stellte RTL zahlreiche bekannte Marken wie «Gladiators» und «Die Verräter» in den Mittelpunkt. Bei den Erfolgsshows «Ich bin ein Star Holt mich hier raus!» und «Let’s Dance» bekommen die Zuschauer zudem die längsten Staffeln aller Zeiten. Doch abseits von «Goethe & Schiller», das möglicherweise nie im linearen Fernsehen laufen wird, wirkt die Programmpipeline dünn. Statt innovativer Ideen setzen die Kölner erneut auf Reality, Factual und Quizformate.
Bei Joyn, Sat.1 und ProSieben sieht die Lage kaum besser aus. «Dschungel Divas Luxus hat seinen Preis» klang bei der Präsentation eher wie ein RTL-Format. «4 Elements», «Catch Us» und «Surviving Amazonas» sind weitere austauschbare Reality-Produktionen, wie sie mit «Most Wanted» und «The Race» bereits im Portfolio stehen. Hinzu kommt, dass die Free-TV-Ausstrahlungen einiger Joyn-Originals bei ProSieben krachend gescheitert sind. Immerhin konnte Sat.1 Richter Alexander Hold für eine Rückkehr gewinnen. Für die Quotenmeter-Redakteure Mario Thunert und Fabian Riedner steht dennoch fest: Einen International Emmy werden diese Formate wohl kaum gewinnen.
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