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Schweres Erdbeben in Thailand und Myanmar

Ein schweres Erdbeben in Zentral-Myanmar hat Berichten zufolge zu „erheblichen“ Zerstörungen geführt. Die Erschütterungen waren in großen Teilen Südostasiens zu spüren. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenwebsite „Myanmar Now“, dass Teile des historischen Königspalasts in Mandalay, der zweitgrößten Stadt Myanmars, schwer beschädigt wurden. Im Gebiet Sagaing sei zudem eine historische Brücke eingebrochen, die einst von den britischen Kolonialherren gebaut worden war. Andere Städte in der Nähe, wie Kyaukse, Pyin Oo Lwin und Shwebo meldeten ebenfalls erhebliche Erschütterungen. In dem Ort Aung Ban im Landesinneren kollabierte der Agentur dpa zufolge ein Hotel. Dort sollen viele Menschen eingeschlossen sein.

In Thailands Hauptstadt Bangkok war einem Bericht zufolge im Stadtteil Chatuchak ein im Bau befindliches Hochhaus eingestürzt. Darin soll sich eine größere Zahl von Arbeitern befunden haben. Einem Pressebericht zufolge seien von 50 Arbeitern nur sieben rechtzeitig entkommen, 43 Arbeiter hätten sich zur Zeit des Einsturzes noch in dem Gebäude befunden. Die Ministerpräsidentin des südostasiatischen Landes, Paetongtarn Shinawatra, rief einen Katastrophenzustand über Bangkok aus. Auch aus der chinesischen Grenzstadt Ruili wurden Schäden an Häusern berichtet. Eine unbekannte Zahl von Menschen soll dort verletzt worden seien. In den chinesischen Südwestprovinzen Guizhou und Guangxi waren die Erdstöße ebenfalls zu spüren.

Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke des Bebens am Donnerstag mit 7,7 an. Das Epizentrum lag demnach in zehn Kilometern Tiefe rund 16 Kilometer nordwestlich von Sagaing unweit der Metropole Mandalay. Das Büro meldete zudem ein zweites Erdbeben der Stärke 6,4 ungefähr am selben Ort. Das Deutsche Geoforschungsinstitut (GFZ) in Potsdam gab die Stärke des Bebens mit 7,6 und die Tiefe mit rund 20 Kilometern an. Die Auswirkungen des Erdbebens waren an vielen Orten der Region zu spüren. Aus Städten wie Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam, Kunming in China und Dhaka in Bangladesch gab es Berichte über schwankende Gebäude und minutenlange Erschütterungen. Tausende Passagiere waren in Bangkok aus der Hochbahn auf die Straßen geströmt. Dem Betreiber zufolge wurden alle Stationen der Bahnstrecke vorübergehend geschlossen.

Auf den Straßen herrschte den Berichten nach daraufhin teilweise Verkehrschaos. Einige Anwohner waren in Panik ausgebrochen. Der thailändische Journalist Saksith Saiyasombut berichtete, dass die Lampen in seinem Büro gewackelt hätten. „Wir haben das Büro evakuiert, aber wir sind sicher. Viele verwirrte und verängstigte Menschen auf dem Parkplatz“, schrieb er auf der Plattform X. Videos zeigten auch Wassermassen, die von einem Wolkenkratzer hinabfielen, auf dessen Dach sich offenbar ein Swimmingpool befand.

In Myanmar selbst sind Erdbeben keine Seltenheit. Dort zieht sich die sogenannte Sagaing-Verwerfung über 1200 Kilometer von der Andamanensee bis in den Norden von Mandalay. Es gibt schon seit Längerem Befürchtungen, dass es in dem Gebiet zu einem starken Erdbeben kommen könnte. Erschwert wird die Lage dadurch, dass es in den betroffenen Gebieten teilweise bittere Armut herrscht, insbesondere seitdem die Wirtschaft in Folge des Militärputsches im Jahr 2021 eingebrochen ist. Die Rolle des Militärs könnte sich auch als schwierig für die Rettungsarbeiten erweisen. In der Vergangenheit hatten die Machthaber Hilfe aus dem Ausland häufig abgelehnt. In Folge des Zyklons Nargis waren im Jahr 2008 mehr als 130.000 Menschen zu Tode gekommen.

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