#Serienmörder stirbt und nimmt Verschlüsselungspasswort ins Grab [Cipherbrain]

Auf seinem Blog schrieb Duncan:

I am working on an encrypted journal that is hundreds of times more frank than this blog could ever be (that’s why I keep it encrypted). I figure in 30 years or more we will have the technology to easily crack the encryption (currently very un-crackable, PGP) and then the world will know who I really was, and what I really did, and what I really thought.

Duncan führte also nach eigenen Angaben ein mit der Software PGP verschlüsseltes Tagebuch, in dem er seine Aktivitäten detailliert beschrieb. Nach seiner Verhaftung wurde man auf Duncans Blog aufmerksam, und tatsächlich fand die Polizei in seinem Besitz einige verschlüsselte Datenträger, die ein Tagebuch enthalten könnten. Ein solches Dokument hätte ein wichtiges Beweisstück vor Gericht sein können, doch offensichlich konnten die Ermittler die PGP-Verschlüsselung nicht knacken.

Auch nach der Verurteilung wäre Duncans Tagebuch noch eine interessante Informationsquelle gewesen, denn es ist durchaus möglich, dass er weitere Verbrechen begangen hat, die ihm bisher nicht zugeordnet wurden. Da PGP als sichere Verschlüsselungs-Software gilt, können Forensiker jedoch nur über das Passwort realistischersweise an den Inhalt der Dateien herankommen. Doch wie es aussieht, hat Duncan seinerzeit ein sicheres Kennwort gewählt, und nach seinem Tod vor ein paar Tagen wird man es von ihm selbst nicht mehr erfahren.

Auf seinem Blog schrieb Duncan:

I figure in 30 years or more we will have the technology to easily crack the encryption (currently very un-crackable, PGP) and then the world will know who I really was, and what I really did, and what I really thought.

Mal sehen, ob Duncan recht hat. Wenn er tatsächlich ein gutes Passwort verwendet hat, dürfte sein Tagebuch auch in 30 Jahren noch nicht zu knacken sein.

Fälle wie die von Josephn Duncan führen immer wieder dazu, dass Politiker und Gesetzeshüter die Nutzung starker Verschlüsselungsprogramme gesetzlich beschränken wollen. Bruce Schneier schrieb zu diesem Thema bereits vor 16 Jahren in einem Artikel über Joseph Duncan ein paar Sätze, denen ich mich anschließen möchte:

Technologies have good and bad uses. Encryption, telephones, cars: they’re all used by both honest citizens and by criminals. For almost all technologies, the good far outweighs the bad. Banning a technology because the bad guys use it, denying everyone else the beneficial uses of that technology, is almost always a bad security trade-off.

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Further reading: Wenn die Polizei vor der Verschlüsselungstechnik kapitulieren muss (Teil 3)

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