So gehts: Waschmittel selbst herstellen

So gehts: Waschmittel selbst herstellen

Waschmittel gibt es in unzähligen Varianten zu kaufen – flüssig, als Pulver oder fertig portioniert. Doch trotz ihrer praktischen Funktionen sind nicht alle Waschmittel-Inhaltsstoffe unbedenklich für Umwelt und Gesundheit. Waschmittel tragen beispielsweise zum wachsenden Plastikmüll bei und die enthaltenen Duftstoffe können häufig allergische Reaktionen auslösen. Daher entscheiden sich einige Menschen dafür, ihr eigenes Waschmittel ohne unnötige Zusatzstoffe herzustellen. Wie geht das?

Wasch- und Reinigungsmittel sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Ob im Haushalt oder in der Industrie – täglich werden sie eingesetzt, um Sauberkeit und Hygiene zu gewährleisten. 600.000 Tonnen Waschmittel und rund 250.000 Tonnen Weichspüler kommen jährlich zum Einsatz. Dadurch landeten 2017 fast 565.000 Tonnen Chemikalien aus den Haushalten im Abwasser. Doch trotz ihrer Allgegenwart wird die potenzielle Gefährdung von Umwelt und Gesundheit durch ihre Verwendung oft unterschätzt.

Denn trotz aufwendiger Aufbereitung des Abwassers sind manche Stoffe im Waschmittel nicht abbaubar. Vorwiegend handelt es sich dabei um Duft- und Füllstoffe sowie antibakterielle Konservierungsmittel. Sie verbleiben im Wasser und belasten am Ende unsere Böden und allgemein die Umwelt. Der Rest der waschaktiven Substanzen und Zusatzstoffe muss in den Kläranlagen aus dem Abwasser entfernt werden. Aber auch Waschmittelreste in der Kleidung können Folgen haben: Gerade Duftstoffe können für uns Menschen eine gesundheitliche Belastung darstellen, da sie an zweiter Stelle der häufigsten Auslöser von Kontaktallergien stehen – direkt hinter Nickel.

Selbst hergestelltes Waschmittel spart unnötige Zusatzstoffe

Wer sicher gehen möchte, dass nur die notwendigen waschaktiven Inhaltsstoffe im Waschmittel sind, kann die Reiniger auch selbst herstellen. Gerade für Allergiker und Menschen mit sensibler Haut kann das eine gute Alternative sein. Auch vegan lebende Menschen können so sicher sein, dass keine tierischen Bestandteile im Waschmittel sind. Außerdem spart es Plastik und Verpackungsmüll ein.

Ein solches selbst hergestelltes Waschmittel besteht im Großen und Ganzen nur aus vier bis fünf Inhaltsstoffe: (vegane) Kernseife, Natron, Waschsoda und Zitronensäure – bei weißer Wäsche. Wer möchte, kann für hartnäckige Flecken noch Gallseife hinzufügen oder ein paar Tropfen ätherische Lavendel- oder Zitronenöle für einen angenehmen Geruch. Auch Spülmaschinensalz kann als Wasserenthärter hinzugefügt werden.

Rezept für Waschpulver

Die Mengenangabe der Inhaltsstoffe variiert je nach Rezept immer etwas, auf die genaue Grammzahl kommt es aber auch nicht an. In der Regel werden für rund 400 bis 500 Gramm Waschpulver rund 100 Gramm Kernseife zerkleinert – zum Beispiel mit einer Raspel. Dazu kommen je rund 150 Gramm Waschsoda und Natron. Bei weißer Wäsche können noch 100 Gramm Zitronensäure als Pulver hinzugefügt werden, weil diese Säure eine bleichende Wirkung hat.

Für Waschpulver müssen diese Zutaten nur miteinander vermischt und dann in einem luftdichten Behälter aufbewahrt werden. Soll das Waschmittel einen Duft erhalten, müssen die ätherischen Öle getrennt vom Pulver in das Waschmittelfach der Maschine gegeben werden.

selbst gemachtes Flüssigwaschmittel in einer Glasflasche neben einem Stück Kernseife, einem Hobel, Lavendelblüten und Zitrone
Flüssiges Waschmittel lässt sich mit etwas Aufwand ebenfalls selbst herstellen. © Ivan Bajic/iStock

Rezept für Flüssigwaschmittel

Flüssiges Waschmittel lässt sich ebenfalls selbst herstellen, es ist aber ein wenig aufwendiger. Auch dafür wird Kernseife zerkleinert, für zwei Liter Waschmittel rund 30 Gramm. Zusammen mit 40 Gramm Waschsoda wird sie in einen Topf gegeben. Natron können wir beim Flüssigwaschmittel weglassen. Die Mischung wird dann mit zwei Litern Wasser aufgekocht und so lange gerührt, bis sich Kernseife und Soda vollständig aufgelöst haben. Danach muss die Mischung abkühlen.

Je nach verwendeter Kernseife kann sich die Konsistenz des fertigen Waschmittels unterscheiden. Ist es zu fest, kann man die Masse nach dem Abkühlen nochmal durchrühren und im Notfall noch ein wenig Wasser hinzufügen. Wenn gewollt, können jetzt noch ein paar Tropfen ätherische Öle oder vier Esslöffel Zitronensäure hinzugefügt werden – hierbei sollte man beachten, dass Soda und Zitronensäure in Kombination auch gerne kräftig aufschäumen. Damit ist das Waschmittel fertig.

Weitere nachhaltige Alternativen

Auch Waschnüsse wie Kastanien können eine nachhaltige Alternative zu konventionellen Waschmitteln sein. Aus ihnen kann ebenfalls kleingeraspelt Waschmittel hergestellt werden. Waschnüsse können aber auch einfach so mit in die Waschmaschinentrommel zur Wäsche hinzugegeben werden. Allerdings eignen sie sich in der Regel nur für sehr leichte Verschmutzungen – Stiftung Warentest bewertete sie sogar mal als „mangelhaft“.

Und auch für den Weichspüler gibt es eine einfache Alternative: Ein Schuss Essig kann ihn ersetzen: Das neutralisiert Gerüche und sorgt für weicheres Wasser – und so auch weichere Kleidung.

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