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So langsam wird es Frühling – und für viele beginnt die Zeit des großen Hausputzes. Doch herkömmliche Reinigungsmittel können Umwelt und Gesundheit belasten. Doch es gibt einige Tipps und Tricks, mit denen man weniger schädliche Produkte erkennen und anwenden kann. In manchen Fällen lassen sich herkömmliche Reiniger sogar vollständig durch einfache Hausmittel ersetzen.
Wer beim Putzen auf Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit achten möchte, sollte vor allem einen Blick auf die Inhaltsstoffe der verwendeten Reinigungsmittel werfen. Zwar sind Inhaltsstoffe wie Tenside, Säuren oder Basen notwendig, damit die Reinigung wirkt, doch häufig kommen zusätzlich Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe zum Einsatz. Diese leisten oft keinen Beitrag zur Sauberkeit, können dafür aber potenziell schädlich sein.
Auf diese Siegel sollte man achten
Doch wie findet man Produkte, die wirksam reinigen, ohne unnötig zu belasten? Allein zu „Bio“-Produkten zu greifen, reicht dafür nicht aus: „Es gibt keine amtliche Definition für Bio-Reiniger. Greifen Sie daher zu Reinigungsmitteln, die mit zertifizierten Siegeln versehen sind“, erklärt Luise Körner, Chemieexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Produkte mit dem „Blauen Engel“ enthalten beispielsweise keine besonders umwelt- oder gesundheitsschädlichen Duft- und Konservierungsstoffe, und ihre Tenside stammen überwiegend aus pflanzlichen Quellen. Das EU-Umweltzeichen „EU Ecolabel“ begrenzt den Einsatz bestimmter Chemikalien und verlangt eine insgesamt bessere Umweltbilanz. Besonders strenge Kriterien setzt das Ecocert-Siegel: Der Großteil der Inhaltsstoffe muss natürlichen Ursprungs sein. Für Menschen mit empfindlichen Atemwegen oder Allergien kann außerdem das Siegel des Deutschen Allergie- und Asthmabundes eine Orientierung bieten.
Auch die richtige Anwendung zählt
Auch die Art der Anwendung spielt eine wichtige Rolle. So sollten Reinigungsmittel möglichst sparsam verwendet werden. Wer sie direkt auf ein feuchtes Tuch gibt, statt sie zu versprühen, reduziert gleichzeitig die Menge eingeatmeter Aerosole. Dies kommt der Gesundheit zugute. Strukturierte Putztücher entfernen Schmutz zusätzlich mechanisch und damit oft effektiver und senken so den Verbrauch zusätzlich. Textilien aus Naturfasern sparen wiederum fossile Ressourcen und vermeiden teilweise problematische Beschichtungen wie PFAS, die manche Materialien schmutzabweisend machen sollen.
Die Produktform beeinflusst ebenfalls die Umweltbilanz eines Reinigungsmittels. Feste Reiniger wie Pulver oder Tabs enthalten beispielsweise oft weniger Konservierungsstoffe als flüssige Varianten. Gleichzeitig verursachen sie durch ihr geringeres Gewicht und Volumen weniger Emissionen beim Transport als Flüssigreiniger.
Hausmittel statt Spezialreiniger
Noch nachhaltiger ist es jedoch, Reinigungsmittel ganz wegzulassen. „Sie können sogar ganz auf herkömmliche Putzmittel verzichten und einfache Hausmittel anwenden, die schon den Großeltern gute Dienste geleistet haben“, sagt Körner. Kalkablagerungen im Bad oder in der Küche lösen sich beispielsweise gut mit Essig oder Zitronensäure. Für die Duschkabine kann man eine Mischung aus Essig und Zitronensäure auftragen, sie kurz einwirken lassen und anschließend mit warmem Wasser abspülen. Ein wenig Salz verstärkt dabei die mechanische Reinigungswirkung und hilft, hartnäckige Rückstände zu lösen.
Auch stark verschmutzte Fenster lassen sich ohne Spezialreiniger säubern. Ein Schuss Essig oder Zitronensaft im Putzwasser wirkt als natürlicher Kalklöser. Ein weiches Tuch, zum Beispiel eine ausrangierte Nylonstrumpfhose, kann selbst festeren Schmutz entfernen, ohne Kratzer zu hinterlassen. Gegen Fettreste hilft auch aufgebrühter Schwarztee. Die darin enthaltenen Gerbstoffe entfernen Öl und Nikotin und wirken auch nachhaltig als Schutzschild gegen neue Verschmutzungen. Vergilbte Gardinen lassen sich auch ohne aggressive Bleichmittel wieder auffrischen. Oft reicht schon ein Bad in warmem Salzwasser: Einfach den Stoff einige Stunden einweichen lassen und anschließend ganz normal waschen.
Hausmittel können sogar bei verstopften Abflüssen helfen. Die Blockaden lassen sich oft schon mit heißem Wasser lösen, bei stärkeren Ablagerungen kann eine Mischung aus Natron und Essig helfen, die Verschmutzungen zu lockern und Gerüche zu reduzieren. Natron eignet sich außerdem gut, um verschmutzte Teppiche aufzufrischen: Es bindet Gerüche und kann leichte Verunreinigungen entfernen, während sich Druckstellen im Flor am besten mit Wasserdampf wieder aufrichten lassen.
Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
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