So werden Weihnachtsgeschenke nachhaltiger

So werden Weihnachtsgeschenke nachhaltiger

Weihnachten bringt Freude, aber oft auch viel Abfall. Nicht nur Geschenkpapier wandert nach dem Fest in den Müll, auch manche Geschenke werden kaum genutzt oder schnell aussortiert. Mit nachhaltigen Geschenken und Geschenkverpackungen kann der Konsum rund um Weihnachten bewusster gestaltet werden. Was sind Ideen für nachhaltige Präsente? Und welche Materialien können Geschenkpapier ersetzen?

Schenken gehört zu Weihnachten für viele Menschen einfach dazu. Doch was unter dem Baum landet, ist nicht immer sinnvoll: Manche Geschenke werden unter problematischen Bedingungen produziert, andere kaum genutzt und landen nach kurzer Zeit im Schrank. Hinzu kommen große Mengen Verpackungsmüll. Mit einigen umweltbewussten Geschenken kann Weihnachten jedoch auch zu einem nachhaltigeren Fest werden.

Regional und fair

Wichtig für die Nachhaltigkeit ist vor allem die Herkunft der Geschenke. Viele Produkte werden in China oder anderen asiatischen Ländern hergestellt. Um unter unserem Weihnachtsbaum zu landen, müssen sie entsprechend weit transportiert werden. Hinzu kommt, dass die Produktionsbedingungen häufig problematisch sind – etwa durch niedrige Löhne, mangelnden Arbeitsschutz oder hohe Umweltbelastungen. Besser ist es deshalb, regional hergestellte Produkte zu verschenken. Beispielsweise bieten Weihnachts- und Kunsthandwerksmärkte oft Waren aus der Region an. Sie haben nicht nur kurze Transportwege, sondern unterstützen auch den lokalen Handel.

Doch auch fair gehandelte Produkte aus anderen Ländern sind heute leicht zugänglich. Sogenannte Weltläden bieten eine große Auswahl an Lebensmitteln, Textilien und Alltagsgegenständen aus fairem Handel an. Daneben gibt es in vielen Geschäften Labels für faire Mode sowie Upcycling-Shops, die aus alten Materialien Neues schaffen. Auch online lassen sich viele Shops finden, die auf Nachhaltigkeit setzen. Für Elektronik, die als besonders ressourcenintensiv gilt, gibt es ebenfalls nachhaltigere Alternativen wie langlebige Smartphones, die unter möglichst sozial- und umweltverträglichen Bedingungen hergestellt werden.

Leihen, selbermachen und Zeit verschenken

Geschenke müssen auch nicht immer neu gekauft sein. Vor allem Kinder verlieren mitunter schnell das Interesse an Spielzeugen, die sie bis vor Kurzem noch überall mit hingenommen haben. Einige Webseiten bieten Spielzeug-Abos an, bei denen die Produkte beispielsweise monatlich ausgeliehen und ausgetauscht werden können. Ähnliche Abonnements gibt es auch für Erwachsene – etwa für Bücher, Filme oder Videospiele.

Eine weitere Möglichkeit für nachhaltigeres Schenken ist das Selbermachen – etwa aus ungenutzten Dingen im Haushalt: Der alte Kleiderbügel wird so beispielsweise zum Schmuckhalter, aus Paletten entsteht ein Möbelstück und Konservendosen verwandeln sich in Pflanztöpfe. Auch selbstgekochte oder -gebackene Geschenke sind eine Möglichkeit, sich nachhaltig und gleichzeitig persönlich zu beschenken.

Wer ganz auf materielle Geschenke verzichten möchte, kann gemeinsame Erlebnisse verschenken. Verbrachte Zeit bleibt oft länger in Erinnerung und wenn wir ein gemeinsames Erlebnis verschenken, kann es uns unseren Liebsten näherbringen. Plattformen wie „Zeit statt Zeug“ liefern dafür Ideen und ermöglichen es, Gutscheine direkt mit einem konkreten Terminvorschlag zu verschicken – damit sie nicht ungenutzt in der Schublade verschwinden.

Weniger Müll unter dem Baum

Ist das passende Geschenk gefunden, folgt die Verpackung – und genau hier entsteht in der Weihnachtszeit besonders viel Abfall. Allein 2023 fielen laut dem Statistischen Bundesamt in privaten Haushalten rund 14,9 Millionen Tonnen Papier-, Pappe- und Kartonabfälle an. Die Herstellung und das Recycling von Geschenkpapier verbrauchen viel Energie. Landet es im Restmüll, kann es zudem nicht mehr wiederverwertet werden.

Foto von einem Geschenk, das mit der Furoshiki-Technik eingepackt wurde
Bei der Furoshiki-Technik wird die Verpackung gleich mit zum Geschenk und kann wiederverwendet werden. © west/iStock

Besser geeignet sind Verpackungen aus Recyclingpapier, erkennbar an Siegeln wie dem „Blauen Engel“. Noch nachhaltiger ist es, bereits im Haushalt vorhandene Materialien als Geschenkpapier zu nutzen: zum Beispiel alte Kalenderblätter, Zeitungen, Magazine oder Seiten aus ausgedienten Büchern. Auch Schraubgläser, Stoffbeutel oder Schals eignen sich als Verpackung – dekoriert mit Schleife und Tannenzweig sehen sie ebenfalls festlich aus. Eine ausgefallenere Weise, Geschenke zu verpacken, ist die aus Japan stammende Furoshiki-Technik. Dabei werden Stofftücher genutzt, um Geschenke kunstvoll einzuwickeln. Sie lassen sich immer wieder verwenden und machen die Verpackung selbst zum Teil des Geschenks. Anleitungen für verschiedene Wickeltechniken finden sich leicht online.

Nachhaltiges Schenken heißt nicht, auf Freude zu verzichten. Wer bewusster auswählt und auch bei der Verpackung auf umweltfreundliche Alternativen setzt, gestaltet Weihnachten ressourcenschonender – und häufig persönlicher.

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