S&P zu US-Zöllen: Der Bankrott der Ratingagenturen

S&P zu US-Zöllen: Der Bankrott der Ratingagenturen

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Das Geschäft der Ratingagenturen war nie leicht. Besonders die großen US-Häuser Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch mussten sich stets mit zwei Vorwürfen auseinandersetzen. Entweder lautete die Kritik, sie handelten zu spät und seien darum als Frühwarnsystem nicht zu gebrauchen. Oder der Vorwurf hieß, sie handelten voreilig und würden mit ihren Urteilen gut beleumundete Firmen oder gar Staaten in finanzielle Schwierigkeiten bringen.

Dass die Agenturen es eigentlich nie jemandem recht machen können, hängt mit der sensiblen Natur ihres Geschäftes zusammen: Im Kern geht es dabei nämlich darum, die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und von Staaten zu bewerten. Vor allem professionelle Investoren sollen so einen Hinweis darauf bekommen, wie aussichtsreich und sicher es ist, in bestimmte Staats- oder Unternehmensanleihen zu investieren.

Plumpe politische Anbiederung

Nachdem die Agenturen in Zeiten der Hypothekenkrise 2008, die zum Untergang von Lehman Brothers führte, grandios versagt hatten, schienen sie sich danach wieder zu fangen. Besonders S&P zeigte Mut und den Willen, sich politischem Druck entgegenzustellen. Schon 2011 entzog man den USA aus guten Gründen die Bestnote.

Dagegen ist das, was man in diesen Tagen von der Ratingagentur hört, eine Bankrotterklärung. Da erklären die S&P-Experten allen Ernstes, Donald Trumps Zollpolitik stütze den Haushalt, ein weiteres Herabsetzen der Ratingnote drohe den USA darum vonseiten der Agentur nicht.

Das ignoriert völlig, wie sehr die Zölle dem amerikanischen Wachstum auf mittlere Sicht schaden werden, zumal Trump mit Rekordschulden plant. Die S&P-Erklärung lässt sich darum nur als plumpe politische Anbiederung betrachten. Deutlicher kann man der Welt die eigene Nutzlosigkeit nicht vor Augen führen.

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