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Mehr als die Hälfte der Lehrer und Pädagogen sehen Konflikte und Gewalt an der eigenen Schule als großes oder sehr großes Problem. Das geht aus dem Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer hervor, das Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) am Montag in Berlin vorgestellt hat. Die Studie, die laut Senat die erste wissenschaftliche Studie eines Bundeslandes zu Gewalt an Schulen ist, beruht auf Angaben von mehr als 14.000 Schülern sowie 2.500 Lehrern und Pädagogen.
Demnach berichten zwei Drittel der Lehrer von steigender Gewalt seit der Corona-Pandemie. Besonders auffällig seien die Entwicklungen an Grundschulen sowie eine zunehmende Gewalt im Internet. 74 Prozent der Lehrkräfte gaben an, dass der Umgang mit Gewalt und Auseinandersetzungen an Schulen so viele Ressourcen binde, dass der Schulbetrieb mindestens zum Teil darunter leide.
Etwa zwei Drittel der Schüler beklagen laut der Studie Beleidigungen, die Hälfte der Befragten gab an, von Mitschülern schon einmal blamiert worden zu sein. Ein Viertel der befragten Schüler wurde zudem nach eigenen Angaben geschlagen oder getreten. Vier Prozent berichteten davon, verprügelt worden zu sein.
Mit Blick auf die Auslöser der Gewalt gaben 42 Prozent der Schüler an, es sei um Kleinigkeiten gegangen. Ein Drittel meinte, ihr Aussehen, ihr Kleidungsstil oder ihr Körper seien zum Anlass für Gewalt – ob online oder in der Schule – genommen worden.
Günther-Wünsch spricht von deutlichem Warnsignal
Man rede nicht mehr über Einzelfälle, wenn mehr als die Hälfte der Lehrkräfte Gewalt an ihren Schulen als großes oder sehr großes Problem wahrnehme, sagte Günther-Wünsch. „Wenn vier von fünf Lehrkräften sagen, dass die Frustrationstoleranz und die Impulskontrolle bei Schülerinnen und Schülern nachgelassen haben und Konflikte schneller eskalieren, dann ist das ein deutliches Warnsignal.“
Besonders besorge sie die Entwicklung an den Grundschulen, sagte die Bildungssenatorin. Gerade dort haben Gewalt und Konflikte nach Angaben der Lehrkräfte besonders zugenommen. „Sie berichten von Kindern, die wegen Kleinigkeiten explodieren, und von Konflikten, die deutlich schneller eskalieren“, so Günther-Wünsch.
Die Daten hat das Institut für Demoskopie Allensbach erhoben. Der Zeitraum für die Erhebung liegt zwischen November 2025 und Januar 2026.
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