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Sie gaben sich online in Fake-Profilen als minderjährige Mädchen aus, lockten Männer zu fingierten Dates – und schlugen dann brutal zu: Vier selbst ernannte „Pedo Hunter“, also Pädophilen-Jäger, sind vom Landgericht Stuttgart zu teils mehrjährigen Jugendstrafen verurteilt worden. Das Gericht sprach die Männer unter anderem wegen des erpresserischen Menschenraubs, der Vergewaltigung und der besonders schweren räuberischen Erpressung schuldig.
Drei Angeklagte wurden zu Jugendstrafen zwischen sechs Jahren und 3 Jahren und 3 Monaten verurteilt. Der vierte Angeklagte wurde zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Sie hatten sich nach Darstellung der Staatsanwaltschaft monatelang auf einer Dating-Plattform als Mädchen ausgegeben, um mit ihren 15 Opfern in Kontakt zu kommen und diese in wechselnder Besetzung beim fingierten Treffen zu bedrohen, zu missbrauchen und zu berauben. Die jungen Männer, die zu Beginn des Prozesses zwischen 19 bis 20 Jahre alt waren, waren dabei unter anderem mit Messern, Pfefferspray, Schlagstöcken oder Schusswaffen bewaffnet.
„Pedo-Hunting“ kursiert als Schlagwort in sozialen Netzwerken
Laut Gericht organisierte das Quartett seine Taten in einer Chatgruppe. Der Kreis der mutmaßlichen Täterinnen und Täter soll sogar deutlich größer gewesen sein: Nach früheren Angaben der Polizei werden 15 weitere Männer und drei Frauen verdächtigt, in unterschiedlicher Weise beteiligt gewesen zu sein.
Ein ähnliches Vorgehen selbsterklärter Pädophilen-Jäger kursiert derzeit unter dem Schlagwort „Pedo-Hunting“ in sozialen Netzwerken. Der Richter betonte bei der Urteilsbegründung, dass es aber keine Hinweise gebe, dass die Opfer Pädophile gewesen seien. „Das waren ganz normale junge Leute mit ganz normalen Bedürfnissen.“ Den mutmaßlichen Tätern sei es darum gegangen, Beute zu machen und Macht über ihre Opfer auszuüben. Sie hätten sich selbst eingeredet, dass ihre Taten gerechtfertigt gewesen seien, so der Richter.
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