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Das Surface Pro geht in diesem Jahr in seine 12. Auflage. Das Surface Pro 12, welches eigentlich gar nicht so heißt, ist auf den ersten Blick unspektakulär, so wie das Modell davor und das davor. Aber das bedeutet nichts Negatives, eher im Gegenteil.

Der Status des Surface Pro ist seit einigen Jahren das, was man „ausentwickelt“ nennt. Denken wir kurz zurück an die allererste Generation: Es war ein dickes, fast schon quaderförmiges Gerät, das man nur mit viel gutem Willen als Tablet bezeichnen konnte. Nach wenigen Stunden Nutzungsdauer ging dem Surface Pro die Akku-Puste aus. Wer den Kickstand auch nur ein einziges Mal über Gebühr belastete, konnte es wegwerfen. Reparatur? Ersatzteile? Fehlanzeige.
Während der Kickstand rasch verbessert wurde, blieb die schlechte Reparierbarkeit noch über Generationen hinweg ein Markenzeichen der Surface-Serie. Das hat sich erfreulicherweise inzwischen grundsätzlich geändert. Viele Komponenten kann man sogar im Self-Service austauschen, ein Wechsel der SSD ist über die Wartungsklappe auf der Rückseite ein Kinderspiel.

Weitere Informationen zu austauschbaren Komponenten aller Surface-Modelle gibt es hier: Informationen zur Selbstreparatur für Ihr Surface-Gerät.
Ich kann an dieser Stelle so entspannt plaudern, weil es über das Surface Pro 12 nicht so viel Neues zu erzählen gibt. Es ist Evolution pur.
Schauen wir uns den Steckbrief meines Testgeräts an:
Technische Daten des Surface Pro (12. Edition)
| Display | 13 Zoll OLED-Display 2.880 x 1.920 Pixel, 120 Hz Seitenverhältnis 3:2 10-Punkt-Multitouch Stiftunterstützung Dolby Vision IQ max. Helligkeit 900cd/m² (HDR) |
| CPU | Snapdragon X2 Elite X2E-78-100 |
| NPU | Qualcomm Hexagon (80 TOPS) |
| Grafik | Qualcomm Adreno X2-85 |
| RAM | 16 GB LPDDR5x |
| Speicher | 512 GB M.2 PCIe 4.0 |
| Anschlüsse | 2 x USB-C 4.0 Surface Connect |
| Audio | Dolby Atmos Dual-Fernfeld-Mikrofon mit Geräuschunterdrückung Unterstützung von Bluetooth LE Audio |
| Drahtlos | Wi-Fi 7 Bluetooth 5.4 |
| Kameras | 1440p Webcam mit Windows Studio Effects 10 MP Kamera auf der Rückseite |
| Sicherheit | TPM 2.0 Windows Hello per Gesichtserkennung Microsoft Pluton Sicherheitsprozessor |
| Akku | 53 Wh, Netzteil nicht im Lieferumfang Laufzeit bis 15,5 Stunden (Herstellerangabe) |
| Betriebssystem | Windows 11 Home (26H1) |
| Maße | 287x209x9,3mm |
| Gewicht | 895 Gramm |
| Preis (UVP) | 1.899 € (in dieser Konfiguration) |
Design, Verarbeitung, Ausstattung, Display

Alles wie gehabt. Das Gehäuse des Surface Pro 12 entspricht in Größe und Material exakt seinem Vorgänger und ist gewohnt exzellent verarbeitet. Auch die Ausstattung ist gleich geblieben. Es gibt zwei USB-4-Anschlüsse und den Surface Connect Port, das war’s. Bei der Drahtlosverbindung hat sich ebenfalls nichts getan, hier ist man mit Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4 immer noch auf der Höhe der Zeit.
Das Netzteil legt Microsoft nicht mehr mit in den Karton, weil die EU das so will. Wer das Original-Netzteil mit Surface Connect-Anschluss haben möchte, kann es für 90 Euro bei Microsoft mitbestellen. Ansonsten tut es auch ein USB-C-Netzteil mit 60 Watt oder mehr.

Schade finde ich, dass Microsoft meine Lieblingsfarbe Blau aus dem Sortiment geworfen hat, offenbar hat sich diese nicht oft genug verkauft. Käufer haben jetzt noch die Wahl zwischen Platin, Schwarz und Sand. Letzteres sieht eher wie Gold aus. Mein Testgerät hatte diese Farbe und lieferte die Inspiration zur Überschrift dieses Artikels.
Zum Bildschirm kann ich mich ebenfalls nur wiederholen, also warum nicht gleich wortwörtlich:
Das OLED-Display macht einen fantastischen Eindruck, und zwar nicht obwohl, sondern gerade weil es auf den allerersten Blick gar nicht auffällt, dass es eines ist. Die meisten OLEDs „protzen“ mit ihrer Brillanz und neigen dabei bisweilen zur Übertreibung, das ist hier nicht der Fall, ohne dass der WOW-Effekt verloren geht.
Performance
Das Einzige, was das Surface Pro 12 von seinem Vorgänger unterscheidet, ist der Chip. Im Topmodell steckt der Snapdragon X2 Elite mit der Modellbezeichnung X2E-78-100. Diese ist wichtig, weil es die kleinste Variante der Elite-Serie ist. Der maximale Takt liegt bei 4,0 statt 4,7 GHz und die GPU taktet ebenfalls niedriger, nämlich mit 1,35 statt 1,7 GHz.
Im Benchmark zeigt sich gegenüber dem Snapdragon X der ersten Generation ein deutlicher Leistungssprung:
| Surface Pro 12 | Surface Pro 11 | |
| Geekbench Single Core | 2.809 | 2.325 |
| Geekbench Multi Core | 16.987 | 12.963 |
Im Nutzungsalltag fällt der Unterschied jedoch kaum auf, weil schon der Snapdragon X für Alltagsaufgaben ausreichend Reserven hatte. Bei leistungshungrigen Anwendungen oder bei lokalen KI-Funktionen dürfte man den Unterschied eher merken. Die lokale KI-Rechenleistung ist beim Surface Pro 12 auf 80 TOPS gestiegen.

Akkulaufzeit
Offiziell nennt Microsoft eine maximale Akkulaufzeit von bis zu 15,5 Stunden für das Surface Pro 12 mit Snapdragon X2. Dieser Wert bezieht sich auf lokale Video-Wiedergabe und ist entsprechend praxisfern. Bei aktiver Internetnutzung sollen es immerhin bis zu 11,5 Stunden sein. Das liegt dann schon deutlich näher an der Realität.
Wie üblich hängt es von mehreren Faktoren ab, wie nahe man in der Praxis an diesen Wert herankommt. Das OLED-Display ist ein vorzüglicher Stromfresser und sollte daher nicht zu hell eingestellt sein.
Bei mittlerer Helligkeit und typischem Office-Betrieb kam ich auf eine Laufzeit von 10–11 Stunden. Das ist geringfügig weniger als beim Surface Pro 11 und mag eventuell dem leistungsfähigeren Prozessor geschuldet sein.
Im Übrigen gilt, was ich bereits zum Vorgänger schrieb:
Surface Pro 11 mit Snapdragon X Elite: Das Beste am Akku ist nicht die Laufzeit
Tastatur und Stift

Mein Testgerät wurde mit dem Surface Pro Flex Keyboard nebst Surface Slim Pen 2 geliefert. Das ist das exakt gleiche Zubehör, welches auch bereits für die Vorgängerversion zur Auswahl stand. Ich verweise daher an dieser Stelle auf die vorherige Berichterstattung hierzu:
Das neue Surface Pro Flex Keyboard näher angeschaut
Fazit
Das Surface Pro ist und bleibt der Chef im Ring, wenn es um flexible 2-in-1-Geräte geht. Die 12. Generation setzt auf das bewährte Konzept, gepaart mit aktuellen inneren Werten.
Ein Schnäppchen war das Surface Pro noch nie. Die Preissteigerungen durch die Speicherkrise haben endgültig ein Luxusgut daraus gemacht. In der hier beschriebenen Konfiguration nebst Tastatur und Stift kostet das Gesamtpaket nach UVP 2.428,99 Euro. Das muss man schon wollen.
Wer vor einer Neuanschaffung steht und nicht so viel Geld ausgeben möchte, kann mit dem gleich ausgestatteten Surface Pro 11 mit Snapdragon X Elite locker 500 Euro sparen.

Disclaimer: Das Surface Pro 12 wurde uns samt Tastatur und Stift von Microsoft leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.
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Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant.
Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir – für Euch!
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