#Tanken ist so teuer wie noch nie

Tanken ist so teuer wie noch nie

Superbenzin der Sorte E10 ist in Deutschland so teuer wie nie. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Dienstags kostete ein Liter 1,712 Euro und übertraf damit den bisherigen Rekordwert von 1,709 Euro aus dem Jahr 2012, wie der Autoclub ADAC am Mittwoch mitteilte. Bereits für den 31. Januar ermittelte der ADAC beim Diesel mit 1,637 Euro je Liter den höchsten bundesweiten Tagesdurchschnittspreis und damit ein neues Allzeithoch.

Gründe für die stark steigenden Kraftstoffpreise lägen vor allem im aktuell hoch notierten Rohöl, schreibt der ADAC. Ein Barrel der Sorte Brent kostet derzeit rund 89 Dollar. Auch geopolitische Faktoren, wie der Konflikt in der Ukraine sowie Spannungen im Jemen, spielten dabei eine Rolle.

Der ADAC rät: Autofahrer sollten nach Möglichkeit die Schwankungen der Kraftstoffpreise im Tagesverlauf nutzen und in den Abendstunden tanken. Laut ADAC Auswertungen kosten Benzin und Diesel in aller Regel morgens um 7 Uhr am meisten, abends zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr ist Kraftstoff hingegen am günstigsten. Wer dann tankt kann im Schnitt bis zu sieben Cent je Liter sparen.

E10 im Januar sieben Cent teurer als im Dezember

Diesel war im Januar im Monatsdurchschnitt so teuer wie niemals zuvor. Das hat das Internetportal Clever-Tanken am Dienstag in einer monatlichen Auswertung gemeldet. Die Preise für Super E10 und Diesel seien im vergangenen Monat stetig gestiegen, und für Diesel sogar auf bisher nie dagewesene Höhen.

Der Auswertung zufolge kostete der Liter Super E10 im Monatsschnitt rund 1,6789 Euro. Das waren rund sieben Cent mehr als noch im Dezember 2021. Der Liter Diesel kostete im Januar im Mittel rund 1,6044 Euro. Damit lag der Dieselpreis rund acht Cent über dem Durchschnittswert aus dem Vormonat. Zugleich war dies der höchste Wert, den Clever-Tanken seit Start der regelmäßigen Auswertungen je ermittelt hat. Zuletzt lag der Höchstwert im November 2021 bei 1,5653 Euro pro Liter.

Verglichen mit dem Vorjahresmonat, der zugleich der günstigste Jahresmonat 2021 für beide Kraftstoffsorten war, werden die Teuerungen noch deutlicher. Ganze 33 Cent mehr als vor einem Jahr kostete der Liter Super E10 und rund 38 Cent mehr der Liter Diesel. Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im vergangenen Monat im Schnitt 402,94 Euro. Das sind rund 16,18 Euro mehr als im Vormonat sowie rund 79,58 Euro mehr als im Vorjahresmonat. Dieselbe Menge Diesel kostete im Januar rund 385,06 Euro und damit etwa 18,84 Euro mehr als im Vormonat sowie rund 90,22 Euro mehr als im Vorjahresmonat.

Ölpreis überschreitet zeitweise 90-Dollar-Marke

„Im Dezember hatten die Spritpreise noch eine kurze Verschnaufpause eingelegt. Aber wie es scheint, um Anlauf für das neue Jahr zu nehmen“, fasste Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever-Tanken, die Entwicklung im Januar zusammen. Als Hauptgrund für den Preissprung an den Zapfsäulen nennt er den Höhenflug des Rohölpreises. So hatte der Preis je Barrel (159 Liter) für die Nordseesorte Brent schon zur Monatsmitte mit zeitweise mehr als 88 Dollar den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren erreicht und übersprang diese Marke zum Ende des Monats sogar auf mehr als 91 Dollar.

Zuletzt waren solche Preise Anfang Oktober 2014 aufgerufen worden. Verantwortlich dafür ist unter anderem die Hoffnung der Anleger auf eine rasche Erholung der Weltwirtschaft von der Pandemie. Zudem herrschte im Januar ein vergleichsweise knappes Angebot bei weiterhin robuster Nachfrage. Gleichzeitig wurden die Preise durch wachsende Sorgen über geopolitische Spannungen wie beispielsweise dem Ukraine-Konflikt getrieben.

Als weitere Gründe für den Aufwind der Kraftstoffpreise hierzulande nennt Bock unter anderem das Inkrafttreten der ersten Anhebungsstufe des 2021 eingeführten nationalen CO2-Preises. „Allein dadurch ist Super E10 seitdem 1. Januar um weitere 1,4 Cent und Diesel um weitere 1,6 Cent teurer als noch im Vorjahr. Insgesamt beträgt der Mehrpreis durch die CO2-Abgabe nun 8,4 Cent je Liter Benzin und 9,5 Cent je Liter Diesel“, sagte Bock.

Der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel lag im Januar bei 0,0745 Euro pro Liter. Das war der niedrigste Wert seit Februar 2019. Gegenüber Dezember hat sich die Benzin-Diesel-Schere so um rund 1 Cent geschlossen. Ursache für die geringe Preisdifferenz ist zum einen, dass Diesel im Winter durch die höhere Nachfrage nach Heizöl generell teurer wird. Zum anderen ist der Reiseverkehr, der die Benzinnachfrage üblicherweise treibt, in den Wintermonaten eher gering.

Der günstigste Tank-Tag für Super E10 war Freitag, der 7. Januar. 1,6540 Euro kostete an diesem Tag der Liter im Schnitt. Diesel war hingegen am günstigsten am Dienstag, den 4. Januar, mit durchschnittlich 1,57 Euro je Liter. Am teuersten hingegen waren Super E10 und Diesel am Montag, den 31. Januar, mit durchschnittlich 1,7150 Euro beziehungsweise 1,6440 Euro je Liter.

Tank-Städteranking im Januar

Aus dem monatlichen Preisvergleich der 20 größten deutschen Städte von Clever Tanken ging im Januar Nürnberg (1,6549 Euro) als Sieger de günstigsten Super-E10-Tankstädte hervor, gefolgt von Leipzig (1,6559 Euro) und Duisburg (1,6575 Euro).

Teuerste Super-E10-Tankstädte wurden hingegen Hannover (1,7109 Euro), Frankfurt am Main (1,7095 Euro) und Bremen (1,6850 Euro). Die Stadt Wuppertal, die 14 Mal nacheinander einen Platz unter den Top drei in diese Kategorie belegt hatte, rutschte im Januar knapp auf Platz vier (1,6835 Euro). Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrer im teuren Hannover rund 410,62 Euro und damit etwa 13,44 Euro mehr als im günstigen Nürnberg.

Dieselfahrer zahlten im Januar am wenigsten in Dresden (1,5888 Euro), Duisburg (1,5907 Euro) und Nürnberg (1,5908 Euro). Am meisten zahlten sie in Hannover (1,6225 Euro), Frankfurt am Main (1,6166 Euro) und München (1,6159 Euro).

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