„Tatort: Fackel“ (Episode 1332): Kritik

„Tatort: Fackel“ (Episode 1332): Kritik

Gerade erst wurde ihr Debüt mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, schon kehren Melika Foroutan und Edin Hasanovic auf den Bildschirm zurück. Warum auch der berührende „Tatort: Fackel“ ein außergewöhnlicher Krimi ist, erfahrt ihr hier in Mareks Kritik.

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Welche Kommissare ermitteln im „Tatort: Fackel“?

Im vergangenen Herbst erfand sich der von Haus aus starke Frankfurter „Tatort“ neu, und das sowohl personell als auch konzeptionell. Erstmals trat eine Abteilung für Altfälle in den Vordergrund, deren Verortung im Keller des Polizeipräsidiums als einzige Plattitüde zum Glück nicht weiter ins Gewicht fiel.

Ausgestattet mit glaubwürdigen Lebensgeschichten, die mit den echten Biographien von Melika Foroutan und Edin Hasanovic verwoben sind, harmonierte das neue Team auf Anhieb. Die beiden bislang ausgestrahlten Krimis konnten zudem mit starken Geschichten punkten, die zwar als „Cold Case“ angelegt waren, zugleich aber geschickt eine Brücke ins Hier und Jetzt schlugen.

Die Jury des Grimme-Preises würdigte das Debüt mit der ersten Auszeichnung eines „Tatorts“ seit elf Jahren und auch der neuste Krimi bringt alle Voraussetzungen mit, um erneut mit Deutschlands wichtigstem Medienpreis prämiert zu werden.

In dessen Zentrum steht der sanftmütig gezeichnete Kommissar Hamza Kulina, der für seine Jugendliebe zum letzten Rettungsanker wird. Dass der von Regisseur Rick Ostermann schnörkellos in Szene gesetzte „Tatort“ dabei keine der in diesem Zusammenhang üblichen Rückblenden nutzt, sondern voll und ganz auf das Spiel seines einmal mehr überragenden Ensembles setzt, ist dabei nur eine von vielen Stärken eines berührenden, am Ende regelrecht erschütternden Krimidramas, das nahtlos an die Qualität seiner Vorgänger anknüpfen kann.

Machen Melika Foroutan und Edin Hasanovic so weiter, ist ihnen ein vorderer Platz in unserem Video der besten „Tatort“-Teams sicher.

Worum geht es im „Tatort: Fackel“?

Vor Jahren starb die Mutter von Hamsa Kulinas erster Freundin Almila in einem verheerenden Hochhausbrand. Mittlerweile wurde ein Untersuchungsausschuss einberufen, der klären soll, wer für das Unglück verantwortlich ist. Im Fokus steht eine Firma, die das Gebäude einst sanierte und dabei billiges Dämm-Material verbaute, das letztlich als Brandbeschleuniger fungierte.

Deren Geschäftsführer Steffen Böttcher weist jede Schuld von sich, zumal die Baustoffe seinerzeit allen staatlich angeordneten Prüfungen standhielten. Almila Adak hat Zweifel an dieser Version, sie hat alle Prozesse verfolgt und ist dabei auf Ungereimtheiten gestoßen. Da der Ausschuss kurz vor Verkündung seiner abschließenden Bewertung steht, bittet sie Hamsa Kulina, sich die Akten noch einmal anzuschauen.

Der sichtlich berührte Kommissar stimmt zu und stößt auf eine Intrige, die bis in die eigenen Reihen reicht. Doch die Zeit rennt ihm langsam, aber sicher davon…

ARD/HR TATORT: FACKEL, Fernsehfilm, Deutschland 2026, Buch: Sebastian Heeg und Tom Schilling, Regie: Rick Ostermann, am Sonntag (22.03.26) um 20:15 Uhr im ERSTEN und in der ARD Mediathek.
Almila Adak (Seyneb Saleh) und Steffen Böttcher (Stephan Luca)
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Almila Adak (links im Bild) will diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die für den Tod ihrer Mutter verantwortlich sind (© HR / ARD Degeto Film / Sommerhaus / Philipp Sichler)

Mareks „Tatort“-Kritik: Herausragend gespielte Tragödie, die niemanden kalt lassen dürfte

Private Motive bei der Ermittlungsarbeit führen im „Tatort“ oftmals in eine konstruiert wirkende Sackgasse. Das neue Frankfurter Duo hingegen konnte diese Prämisse bislang erfolgreich durchbrechen, woran sich auch jetzt nichts ändert. Die Verbundenheit, die Kommissar Kulina zu seiner Jugendliebe hegt, wirkt zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt, gleiches gilt für die Empathie seiner Kollegin Azadi.

Edin Hasanovic und Melika Foroutan spielen ihre Rollen so natürlich, dass man ihren Figuren jede Regung zu einhundert Prozent abnimmt, hinzu kommt die ergreifende Vorstellung von Seyneb Saleh als trauernde Tochter, die aus dem überzeugend zusammengestellten Cast um die ebenfalls groß aufspielenden Katharina Heyer und Stephan Luca heraussticht.

Letztlich ist der von Schauspieler Tom Schilling gemeinsam mit Drehbuchautor Sebastian Heeg geschriebene, an wahre Begebenheiten wie den Brand im Londoner Grenfell Tower angelehnte „Tatort“ vorrangig ein tieftrauriges Drama über Verlust und Hilflosigkeit in Angesicht eines übermächtigen Gegners, der sich seiner Verantwortung entzieht und damit auch noch Erfolg hat.

Kleinere Schwächen sind wenn überhaupt in den üblichen Statuten eines klassischen Sonntagabend-Krimis zu finden, deren Wendungen zwischenzeitlich etwas zu durchschaubar geraten sind. Dann aber setzt ein denkwürdiger Schlussakkord ein, der selbst die abgebrühtesten Krimi-Profis vor den Bildschirmen nicht kalt lassen dürfte. Der nächste Grimme-Preis kann kommen.

Der „Tatort: Fackel“ und damit der dritte Fall des neuen Frankfurter Duos wurde m Sonntag, den 22. März 2026 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist jetzt für einen Monat in der Mediathek als Wiederholung im Stream verfügbar.

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